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St. Paul. Was kann man noch sagen, wenn einem der Mund offenbleibt angesichts des Erlebnisses eines Klavierabends, der keine Wünsche offenlässt?
Die in der Ukraine geborene Pianistin Kateryna Titova hat im ersten Konzert des heurigen Kultursommers St. Paul eine Klangkultur gepflegt, die ihresgleichen sucht. Ausgehend von der Darstellung der mathematischen Klarheit und Schönheit der Bach’schen Musik wurden musikalische Kontraste gezeigt und Verbindungen bis ins 20. Jahrhundert geknüpft, denn die Wirkmacht von Johann Sebastian Bachs Musik reicht in vielen Bearbeitungen von Franz Liszt, Camille Saint-Saens über Wilhelm Kempff bis zu Egon Petri. In stoischer Ruhe überließ Kateryna Titova keinen Ton dem Zufall, spielte eine rasende Scarlatti-Sonate mit Leichtigkeit, arbeitete die Klarheit Bach’scher Präludien und Fugen heraus und führte mit Liszt zu romantischer Üppigkeit – und alles nur aus ihrem musikalischen Universum im Kopf, ungestört von jeglichem Notenblatt.
Die professionelle Einführung und inhaltliche Begleitung ihres Mentors, des Pianisten Eduard Kutowatz – Titova ist Artist in Residence im Liszt-Zentrum Raiding im Burgenland – bereicherte das Konzert noch zusätzlich. Eine Sternstunde der Klaviermusik!

Von Unbekannt
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