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Reichenfels. Am Samstag, 24. Oktober, fand im Veranstaltungszentrum (VAZ) Reichenfels ein Vortrag von Martin Pirker über eine Alpenüberquerung (wir berichteten) statt. Die Obfrau der Österreichischen Frauenbewegung (ÖFB) Reichenfels, Christa Taferner, begrüßte den Vortragenden und die vielen Besucher herzlich, stellte Martin Pirker kurz vor und bat ihn um seinen Vortrag.
Pirker gab einen kurzen Einblick darüber, wie er auf die Idee gekommen ist und welche Vorbereitungen nötig waren, um ein so großes Projekt sicher durchführen zu können. Er versuchte als Training den Lavanttaler Höhenwanderweg zu absolvieren, den er vorzeitig abbrechen musste und dabei feststellte, dass er viel zu viel Gepäck dabei und nicht die geeigneten Schuhe verwendet hatte. Mit dieser Erfahrung und vielen einzelnen Kletter- und Wandertagen hat er sich gut für diese neue Herausforderung vorbereitet.
Im Juli 2024 begann er vom Marienplatz in München aus die Alpenüberquerung, für die er vier Wochen eingeplant hatte. Die Route führte ihn entlang der Isar bis nach Geretsried und weiter auf die Tutzinger Hütte, weiter zur Kaiserhütte, zum Karwendelhaus, zur Halleranger Alm und nach Innsbruck. In diesen sechs Tagen bekam er die ganze Wetterpalette von blauem Himmel, Nebel, strömendem Regen, rutschigem Gelände, Gewitter usw. im Gebirge mit. Der Aufstieg war teilweise keine Wanderung, sondern durchwegs alpin mit Sicherung und Stahlseilen.
Von Innsbruck ging es im Hochgebirge über 2.000 Metern weiter zur Glungezer Hütte, Lizumer Hütte, Tuxerjoch, Olperer Hütte, Hochfeiler Hütte, Brixner Hütte bis nach Pfunders und weiter nach Rodeneck. Nach einem Ruhetag, der für die Planung der nächsten Etappen und Hüttenreservierungen genutzt wurde, ging die Wanderung weiter zum Gasthaus Halslhütte, auf die ersten Dolomiten-Gipfel und zur Medalges-Alm. Als er in Belluno ankam, wurde erstmals das Meer sichtbar.
Eine Herausforderung waren die letzten 100 Kilometer von Belluno über Treviso nach Venedig. Es wurde nochmals ein gewaltiger Marsch, der Pirker körperlich und mental an seine Grenzen brachte. Nach ca. 23 Stunden Gehzeit hatte er sein Ziel Venedig erreicht.
Die Zuhörer des Vortrags waren begeistert und bekundeten das mit einem kräftigen, langen Applaus. Die freiwilligen Spenden werden der »Österreichischen Multiple Sklerose Gesellschaft« übergeben.

Von Unterkärntner Nachrichten Redaktion
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