Insolvenzen: Weniger Unternehmen, dafür mehr Private sind betroffenAusgabe 40 | Mittwoch, 2. Oktober 2019

Kürzlich wurde die Insolvenzstatistik für die ersten drei Quartale des Jahres 2019 veröffentlicht. Der Anstieg von Privatkonkursen ist für Barbara Wiesler-Hofer, Leiterin des KSV 1870 Klagenfurt, keine Überraschung.

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Lavanttal. Die kürzlich veröffentlichte Insolvenzstatistik des Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) für die ersten drei Quartale des Jahres 2019 (Stand 24. September 2019) zeigt einen deutlichen Rückgang bei den Unternehmensinsolvenzen auf. Drei eröffnete und fünf nicht eröffnete Verfahren werden vom KSV1870 Klagenfurt für die ersten neun Monate des Jahres gemeldet.

In den ersten drei Quartalen 2018 waren es noch 25 gemeldete Fälle – davon 13 eröffnete und zwölf nicht eröffnete Insolvenzverfahren. »Das sind um 17 Fälle oder 68 Prozent weniger Unternehmensinsolvenzen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres«, berichtet Barbara Wiesler-Hofer, Leiterin des KSV1870-Standorts Klagenfurt.

Weniger Verbindlichkeiten
Gegenüber 2018 sind auch die Insolvenzverbindlichkeiten mit 260.000 Euro für den Vergleichszeitraum markant gesunken. Im Vorjahr waren es noch 10,3 Millionen Euro. Die drei eröffneten Insolvenzfälle im heurigen Jahr sind die Konkursverfahren Sattler Michael Günther, Transportbegleitung aus Reichenfels mit Verbindlichkeiten von 114.000 Euro (ein 20-prozentiger Sanierungsplan wurde abgeschlossen), die Bäckerei Albin Grani GmbH aus St. Andrä mit Verbindlichkeiten von 110.000 Euro (Betrieb ist geschlossen, Verwertungsverfahren) und Lukas Franz Baumann-Köstenberger, Landwirt aus Bad St. Leonhard mit Verbindlichkeiten von 36.000 Euro (Aufhebung des Insolvenzverfahrens mit Zustimmung aller Gläubiger, die Forderungen wurden zur Gänze bezahlt). »Eine Steigerung der Unternehmensinsolvenzen im Bezirk Wolfsberg ist zu erwarten«, lautet der Ausblick von Wiesler-Hofer für das vierte Quartal.

Anstieg von Privatkonkursen
Im Bezirk wurden 42 Insolvenzverfahren über Privatpersonen eröffnet – ein Plus von 68 Prozent gegenüber 2018. »Was wir hier sehen, ist nach wie vor ein Nachholbedarf aus dem Vorjahr und für niemanden überraschend«, berichtet Wiesler-Hofer.

Fast alle Verfahren wurden von den Schuldnern selbst beantragt und dienen der Regulierung der Schulden, die in den ersten neun Monaten bei insgesamt acht Millionen Euro lagen. Somit sind diese im Vergleich zum Vorjahr markant gestiegen (3,2 Millionen Euro). Gleichzeitig ist auch die durchschnittliche Einzelverschuldung pro Fall gestiegen (2018: 128.000 Euro; 2019: 190.500). »Hier erkennt man deutlich, dass viele ehemalige Selbstständige mit hohen Schulden die Schuldenregulierung beantragten«, berichtet Wiesler-Hofer. Ein Rückgang aus dem Vorjahr ist bislang nicht zu beobachten. »Es ist allerdings mit einem Abflachen der Zahlen zu rechnen«, lautet die Einschätzung von Wiesler-Hofer.

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