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Reichenfels. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats am Donnerstag der Vorwoche, stimmten die Mandatare mehrheitlich gegen eine Erhöhung des sogenannten »Tierheimbeitrags«. Der Beitrag, den bislang alle Gemeinden des Bezirks bezahlten, belief sich auf einen Euro pro Einwohner und Jahr. Für die Marktgemeinde Reichenfels waren das rund 1.700 Euro jährlich.
Nun wurde eine Erhöhung des Beitrags auf zwei Euro angestrebt mit der Bitte an die Gemeinden, dieser Forderung nachzukommen. Bürgermeister Manfred Führer (ÖVP) sagte: »Zwei Euro sind nicht viel, aber es ist das Doppelte. Die Problematik ist, dass wir nicht mitbekommen, wenn es Kostensteigerungen gibt, sondern es wird gesagt: Wir brauchen mehr Geld. Aber ich kann nicht die Gemeinden hernehmen um etwas zu finanzieren, nur weil sich etwas nicht ausgeht.«
Frage nach Zusammenhalt
Vizebürgermeister Peter Pletz (SPÖ) appellierte an den Zusammenhalt: »Es ist eine Erhöhung um 100 Prozent, aber wir reden immer vom Zusammenhalten, und wenn das dann etwas kostet, sind wir weg. Ich bin der Meinung, wenn alle anderen Gemeinden diesen Obolus leisten, sollte wir uns anschließen und die Fördervereinbarung unterzeichnen.«
ÖVP-Gemeinderat Johannes Steinkellner sprach sich, wie Bürgermeister Führer, gegen die Erhöhung aus: »Im nächsten Jahr sind es drei Euro und ein Jahr später vier. Man hätte sich im Vorfeld zusammensetzen und darüber reden können, aber einfach mehr zu verlangen, ist am einfachsten.«
Dem widersprach SPÖ-Gemeinderätin Renate Mitterbacher: »Wir können uns der Verantwortung nicht entziehen. Es kommen genauso Tiere von uns runter. Futter, Unterbringung, Personal – alles kostet etwas.«
Der Antrag wurde mehrheitlich mit den Stimmen der ÖVP (6) und der FPÖ (2) gegen die Stimmen der SPÖ (7) abgelehnt. Der »Ausstieg« aus dieser Fördervereinbarung war mit dem Gemeinderatsbeschluss gültig. Ein neuer Vertrag für den Tierheimbeitrag kann theoretisch aber jederzeit geschlossen werden. Kommt nun ein Hund aus Reichenfels in das Tierheim, muss die Gemeinde Reichenfels für die Kosten aufkommen – statt wie bisher ausschließlich das Tierheim.
Sinkende Kinderzahlen
Für die eine oder andere Sorgenfalte bei den Mandataren sorgten die sinkenden Kinderzahlen. Der Bildungscampus wird um rund 3,3 Millionen Euro umgebaut und adaptiert. Dafür wurde in der Sitzung auch ein Regionalfondsdarlehen in der Höhe von 800.000 Euro beschlossen. Der Spatenstich geht im Juni über die Bühne. Doch die verlesenen Kinderzahlen sind alles andere als positiv: So sind für das kommende Jahr in der Kindertagesstätte nur neun Kinder gemeldet. Zehn benötigt die Gemeinde, um die volle Fördersumme zu erhalten. Im Kindergarten sind ab Herbst 37 Kinder, die vier Klassen der Volksschule besuchen 21 (1. Klasse), 17 (2. Klasse), 13 (3. Klasse) und zwölf Kinder (4. Klasse). Allerdings: Im Jahrgang 2024/25 gab es in der Gemeinde Reichenfels nur sechs Kinder, im Jahrgang 2025/26 noch kein einziges. Zuletzt gab es in Reichenfels Ende Juli 2025 Nachwuchs. Basierend auf diesen Zahlen wurde Besorgnis bezüglich der Bildungscampus-Errichtung laut. Bürgermeister Führer: »Wenn wir nichts mehr bauen, weil weniger Kinder da sind, können wir in zehn Jahren zusperren. Ich will ein Top-Angebot für Kinder und Familien.«
Einstimmig beschlossen wurde auch in Reichenfels der Jahresabschluss für das Jahr 2025, der einen Überschuss in der Höhe von 167.672,98 Euro ausweist. Dieser Überschuss kam allerdings nur zustande, weil Rahmen-Bedarfszuweisungen in der Höhe von rund 435.000 inkludiert wurden.

Von Philipp Tripolt
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