Lavanttaler in Tokio: Othmar Haag ist als Betreuer des Ruderteams bei den Olympischen Spielen dabeiAusgabe 30 | Mittwoch, 28. Juli 2021

Sporttherapeut Othmar Haag (56) aus Bad St. Leonhard ist aktuell in Tokio und betreut dort das Ruderteam. Es sind bereits die fünften Olympischen Spiele, bei denen der Bad St. Leonharder Teil des Betreuerteams ist. Doch heuer ist vieles anders, als bei den Spielen davor.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Bild oben: Haag (l.) mit dem Ruderteam bei den Olympischen Ringen. Mit dabei ist natürlich auch Medaillenhoffnung Magdalena Lobnig (vorne, hockend). Othmar Haag konnte heuer erstmals an der Eröffnungszeremonie der Spiele teilnehmen (Bild unten). Fotos: KK

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Bad St. Leonhard, Tokio (JPN). Athen 2004, Peking 2008, London 2012, Rio 2016 – und jetzt Tokio 2021. Othmar Haag (56) befindet sich derzeit bei den Olympischen Spielen in Tokio. Es sind die fünften Spiele, die er als Sporttherapeut aus nächster Nähe erlebt. Noch bis zum kommenden Samstag, 31. Juli, wird er für die Fitness der Ruderinnen Magdalena Lobnig, Valentina Cavallar und Louisa Altenhuber zuständig sein.

Und auch wenn es bereits die fünften Spiele sind, bei denen er als Therapeut dabei sein darf, ist coronabedingt nichts so, wie bei den vorigen Spielen. »Die Anreise selbst war stressfrei. Im Flieger mussten wir eine Maske tragen«, erklärt der Bad St. Leonharder. Vor dem Abflug musste jeder, der die Reise nach Tokio antrat, zwei negative PCR-Tests innerhalb von 96 Stunden vorweisen. In Tokio angekommen, galt es, sich durch ein Meer von Formularen und Apps zu arbeiten: »Wir mussten drei Apps auf unsere Smartphones laden. Eines, das einem Gesundheitsbogen gleicht. Wir müssen jeden Tag einen Coronatest ablegen und unsere Körpertemperatur wird erfasst. Die zweite, eine japanische App, dient dem Contact-Tracing und erfasst alle Personen, mit denen man länger als 15 Minuten Kontakt hatte. Die dritte App ist eine Anwendung des ÖOC (Österreichisches Olympisches Comité). Dann galt es, am Flughafen alle möglichen Formulare auszufüllen und einen weiteren PCR-Test zu erfüllen. Erst dann konnten wir unser Gepäck holen, zum Zoll und anschließend zum Bus. Bis wir ins Olympische Dorf reisen konnten, hat es am Flughafen vier bis fünf Stunden gedauert«, wie Haag erklärt.

Abgeschottet in der Großstadt
Im Olympischen Dorf selbst gibt es klare Regeln, an die sich alle Sportler und Betreuer halten müssen. Haag: »Das Dorf befindet sich direkt in Tokio. Rundherum ist ein Zaun, man kommt nicht hinaus. Man möchte nicht, dass sich Teilnehmer und Betreuer mit dem japanischen Volk mischen.« Das »Dorf« besteht aus Wolkenkratzern und ist viel mehr ein Stadtteil, der den Gästen aus 205 Ländern alles bieten soll. Für Haag, der schon zig Male in Japan gewesen und ein Fan des Landes ist, liegt aber im ausgefallenen Sightseeing nicht das größte Problem an der Tatsache, dass er das Dorf nicht verlassen darf: »Ich habe lange das Judo-Team betreut und war dabei, als Ludwig Paischer 2008 in Peking Silber geholt hat. Mittlerweile verbindet uns eine enge Freundschaft. Paischer arbeitet für Red Bull in Tokio, aber wir können uns nicht treffen, weil er nicht in das Dorf kann und ich nicht hinaus. Das tut mir sehr leid.«

Auch in diesem Jahr ist Othmar Haag kurzfristig beim Judo-Team als Therapeut eingesprungen und betreut die Athleten zusätzlich zu den Ruderern. Haag: »Die zuständige Therapeutin ist als Kontaktperson in Quarantäne, daraufhin wurde ich gefragt, ob ich die Aufgabe übernehmen würde.« Haag stimmte zu.

»Ich gehe davon aus, dass Magdalena Lobnig eine Medaille mit nach Hause nehmen wird«
Othmar Haag, Sporttherapeut von Lobnig

Erstmals war der 56-Jährige in diesem Jahr bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele dabei. »Normal waren am ersten Tag immer schon Wettkämpfe, deshalb konnte ich nicht teilnehmen. In diesem Jahr konnte Covid-bedingt nur ein Teil dabei sein. Wir haben unter uns 20 Betreuern ausgelost, wer dabei sein darf und ich war einer der vier Glücklichen. Die Zeremonie war wirklich sehr interessant, weil man verschiedene Nationen in ihren Trachten sieht und schnell ins Gespräch kommt. Für die Sportler ist die Feier allerdings suboptimal. Bis zum Einmarsch haben wir rund drei Stunden warten müssen«, erklärt der Therapeut.

Medaillenhoffnung Lobnig
Als große österreichische Medaillenhoffnung gilt die Kärntnerin Magdalena Lobnig, die, sofern sie das Halbfinale übersteht, in der Nacht auf Freitag um eine Medaille rudert. Haag bereitet sie mit einer speziellen Wettkampf-Behandlung auf die Jagd nach Edelmetall vor. »Sie ist aktuell total gut drauf. Die Strecke kann aufgrund des Seitenwinds unfair werden, wenn man einen schlechten Startplatz hat. Aber ich gehe davon aus, dass sie eine Medaille mit nach Hause bringen wird«, ist Othmar Haag überzeugt.

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