Michael Polesnig: »Wichtig ist es, stets Augen und Ohren offen zu halten«Ausgabe 7 | Mittwoch, 17. Februar 2021

Michael Polesnig (35) spricht über sein Unternehmen, wie ein Lavanttaler Betrieb weltweit Geschäfte abwickelt und Herausforderungen der Corona-Pandemie.

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Können Sie sich unseren Lesern kurz vorstellen?
Ich heiße Michael Polesnig, bin 35 Jahre alt und wohne gemeinsam mit meiner Freundin Caroline und meiner Stieftochter Elina in Wolfsberg. Aufgewachsen bin ich in St. Marein, wo ich auch die Volks- und Hauptschule besucht habe. Anschließend absolvierte ich die HTL für Betriebswirtschaft in Wolfsberg. Nach dem Bundesheer arbeitete ich drei Jahre lang in der Qualitätssicherung bei der Firma Mahle und startete mit 22 in die Selbstständigkeit. Vor ungefähr zwei Jahren konnte ich erfolgreich mein berufsbegleitendes Studium zum Diplomwirtschaftsingenieur abschließen. 

Wie bzw. wann hat Ihr Interesse für Computer und Software begonnen?
Ich war immer sehr daran interessiert, Neues auszuprobieren. Ich startete damals mit Window 3.1, mit ganz alten Computersystemen. Aber natürlich auch mit den alten Spielkonsolen wie dem Gameboy. Und ich bin danach in der digitalen Welt geblieben. 

Wann haben Sie sich selbstständig gemacht?
Ich bin mit 22 Jahren selbstständig geworden. Im Jahr 2019 habe ich mit Patrick Mosinz, der sehr viel Know-how und Erfahrung mitgebracht hat, die consys GmbH gegründet. Das ist eine Weiterentwicklung meiner bisherigen Unternehmen. Wir haben in dem Unternehmen zwei große Aufgabengebiete. Einerseits sind wir ein Full-Service-Anbieter im Werbesegment der digitalen Außenwerbung, sprich Digital Signage. Dabei unterstützen wir seit mehr als zehn Jahren sowohl nationale als auch internationale Unternehmen, ihre Werbebotschaften in digitaler Form auf den Verkaufspunkten zu präsentieren. 

Seit etwa einem Jahr bieten wir unseren Kunden nun auch individuelle Softwarelösungen an, um deren Prozesse digital abzubilden. Und dabei können die Prozesszeiten unserer Kunden teilweise stark reduziert und Fehlerquellen minimiert werden.

Welche Software entwickelt Ihr Unternehmen im Detail?
Wir haben eine eigene Digital Signage Software, die unseren Kunden in Form einer Onlineplattform zur Verfügung gestellt wird. Grundsätzlich können die Kunden damit all ihre vernetzten Werbemonitore nahezu in Echtzeit verwalten und steuern, egal an welchem Standort sich die Monitore befinden. 

In der Softwareentwicklung hingegen haben wir ein breiteres Aufgabenspektrum. Hier geht es von voll automatisierten Webshops, komplexen Wartungssystemen in der Pharmaindustrie bis hin zu Kundenverwaltungstools im Versicherungs- und Finanzierungsbereich. Für uns ist es hier besonders wichtig, unseren Kunden einen enormen Mehrwert und auch Freude an der Lösung zu bieten.

Im Frühjahr des Vorjahrs haben Sie ein digitales Zutrittssystem für Geschäfte entwickelt. Wie wurde das System von Unternehmen angenommen?
Das System wurde grundsätzlich als optimale Lösung im Zeitalter von Corona befunden. Es fungiert als Besucherzähler, erkennt Mund-Nasenschutzmasken, weist Personen sowohl optisch als auch auditiv auf die aktuelle Situation im Geschäftslokal hin und bietet noch zahlreiche weitere Funktionen. Wir haben mit großen Unternehmen sowohl in Deutschland, Schweiz und Österreich gesprochen, jedoch kam es nur zu Testinstallationen. Der Grund dafür ist recht einfach: Die aktuelle Wirtschaftskrise stellt sehr viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Ein Kunde meinte: Wenn wir sämtliche Maßnahmen treffen und es trotzdem passieren kann, von heute auf morgen schließen zu müssen, ist die große Frage, ob man tausende von Euros investiert und dann nichts verkaufen darf.

Wird das Projekt fortgeführt oder wurde es auf Eis gelegt?
Das Projekt wird fortgeführt. Es ist ja nicht nur für Corona konzipiert, sondern auch so, dass man es im Nachhinein gut einsetzen kann. Zudem haben wir in den vergangenen Monaten eine kostengünstigere Variante konzipiert.

Kommt man als Unternehmen mit Firmensitz in Wolfsberg an internationale Kunden heran?
Es ist nicht leicht, aber wir haben ein sehr gutes Netzwerk, und dadurch kommt man sehr wohl auch zu tollen Projekten. Derzeit sind wir gerade an der Planung für einen weiteren Standort in Graz. 

Wo waren Sie und Ihr Partner in der Vergangenheit tätig? Nur in Österreich oder weltweit?
Man kann schon sagen weltweit, es geht bis Asien. Aber überwiegend haben wir in Deutschland, Österreich und der Schweiz Projekte umgesetzt. Wir haben aber schon eine große Reichweite.

Gerade im Technologie- und Softwarebereich gibt es eine rasante Entwicklung. Wie bleibt man up-to-date?
Wichtig ist, stets die Augen und Ohren offen zu halten und gut vernetzt zu sein. Natürlich ist es erforderlich, sich fortlaufend in Fachzeitschriften, Onlinemagazinen usw. zu informieren. Was mir persönlich immer viel gebracht hat, waren Reisen, bei denen ich mir Neues ansehen konnte. Ein großer Vorteil liegt auch im Know-how meines Geschäftspartners Patrick, der bei Microsoft tätig war und von dort noch zahlreiche Freunde hat.

Wie gut hat es consys durch das Coronajahr 2020 geschafft?
Ehrlich gesagt, war das erste Halbjahr 2020 doch recht turbulent, da unsere Hauptkunden ihre Verkaufspunkte in Müller-, Douglas- oder auch Marionnaud-Filialen haben. Über Nacht wurden die Geschäfte geschlossen, das hat uns auch sehr hart getroffen. Wir haben diese Zeit genutzt, um unsere eigenen Prozesse noch weiter zu automatisieren. So konnten wir die Erwartungen dank einer starken zweiten Jahreshälfte sogar um einiges übertreffen.

Das gesamte Interview und Fragen aus dem privaten Bereich sehen Sie im Video

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