Ausbau des Klippitzdorfs: Bürgermeister sieht es grundsätzlich positiv – Anrainer sind verärgertAusgabe 14 | Mittwoch, 7. April 2021

Beim Klippitzdorf sollen neuen Chalets entstehen. Grund für den Bau von 77 Chalets soll umgewidmet werden. Bürgermeister Dieter Dohr spricht von einer Wertschöpfung von 2,2 Millionen für die Region, Anrainer befürchten, dass der Berg komplett zugebaut wird.

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Bad St. Leonhard. Nachdem im Oktober des Vorjahrs Baufahrzeuge auf dem Klippitztörl gesichtet wurden, fürchteten Anrainer, dass neue Häuser errichtet werden sollen (wir berichteten). Der damalige Bad St. Leonharder Bürgermeister Simon Maier meinte, dass er einer Erweiterung grundsätzlich positiv gegenüber stünde, wenn neue Chalets ins Landschaftsbild passen würden. 

Die steirische Almdorf Bauträger GmbH hat vor über zehn Jahren rund 30 Bauplätze auf dem Klippitztörl erworben. Mittlerweile zählt das Feriendorf bei der Schwarzkogelhütte fast 100 Objekte, die in verschiedenen Baustilen – von urig bis modern – errichtet wurden. In der Vergangenheit kamen jedes Jahr einige neue Häuser am Berg dazu, was immer wieder auch für Verstimmung bei Anrainern sorgte. 

Im Klippitzdorf selbst ist kaum mehr eine Parzelle frei. Deshalb soll der Bereich für weitere Häuser um acht Hektar erweitert werden, damit würden insgesamt 20 Hektar zur Verfügung stehen. Das ist Platz für ca. 180 Wohnsitze, die oft als Ferien- bzw. Zweitwohnsitze genutzt werden. Eine entsprechende Widmung liegt noch nicht vor, aber die meisten Anrainer am Berg gehen davon aus, dass das Anliegen positiv im Sinne des größten Grundbesitzers am Klippitztörl, die Forstbetriebe von Hans Tilly, erledigt wird. Für rund 80 Prozent der neu zu errichtenden Häuser gäbe es laut Auskunft des Bad St. Leonharder Bürgermeisters Dieter Dohr bereits Kaufinteressenten.

»Natur wird zerstört«

Kritisch stehen dem Anrainer und Landschaftsschützer gegenüber. »Da wird der komplette Berg zugebaut und die kostbare Natur zerstört«, ärgert sich ein Anrainer am Klippitztörl, der namentlich nicht genannt werden möchte. Er befürchtet durch die Verbauung schwerwiegende Eingriffe in die Natur.

Ein Chalet am Klippitztörl wäre für Investoren auf alle Fälle attraktiv. Auf immo.at findet man derzeit zehn solcher Immobilien, die zum Verkauf stehen. Die Preise sind beachtlich: Zwischen 5.500 und 8.000 Euro sind pro Quadratmeter hinzublättern. Ein äußerst lukratives Geschäft also. 

Dohr steht einer Erweiterung grundsätzlich positiv  gegenüber steht. Das Klippitzdorf mit den zusätzlichen Häuser würde laut Dohr eine Wertschöpfung für die Region von über zwei Millionen Euro bringen. Dohr: »Zunächst muss aber eine Sonderumweltprüfung durchgeführt werden. Danach muss es auch noch grünes Licht vom Land geben.« Dohr möchte das Klippitztörl touristisch beleben. Dafür will er von Tilly rund 1,5 Hektar Grund zu günstigen Konditionen erhalten, um dort einen Parkplatz und Kinderspielplätze errichten sowie Gewerbebetriebe ansiedeln zu können. »Mit den neuen Chalets hätten wir 172 Häuser. Es ist egal, ob sie touristisch genutzt werden oder als Zweitwohnsitz dienen. Die Wertschöpfung von 2,2 Millionen Euro für die Region muss erreicht werden«, so Dohr. Dazu möchte er für Chalets, die nicht touristischen Zwecken dienen, die Zweitwohnsitzabgabe erhöhen – bis zu 3.000 Euro pro Jahr stehen im Raum. »Mit dem neuem Raumordnungsgesetz kann ich eine höhere Zweiwohnsitzabgabe verlangen. Wir werden das genau prüfen und bis zum letzten Cent ausnutzen«, so der Bürgermeister.

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