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St. Paul. Wenn der St. Pauler Kultursommer heuer seine 20 Veranstaltungen unter dem Motto »KlangSprachen | SprachenKlang« durchführt, steckt dahinter noch einmal die Handschrift eines Mannes, der dieses Festival über Jahrzehnte geprägt hat: Siegi Hoffmann. Doch gleichzeitig ist es die Saison, in der die Zukunft beginnt. Denn mit Herbst übergibt Hoffmann die künstlerische Leitung offiziell an Stjepan Molnar, Stiftskapellmeister und seit zwei Jahren im Lavanttal zuhause.
»Ich möchte mehr Menschen erreichen – auch jene, die keine klassische Musik hören«
Stjepan Molnar, designierter künstlerischer Leiter
»Ich habe immer gesagt, spätestens mit 70 ist Schluss«, sagt Hoffmann und lächelt: »Jetzt bin ich 70 und dankbar, dass wir jemanden gefunden haben, der dieses Amt übernehmen kann.« Die Übergabe sei bewusst stufenweise erfolgt. »Im Vorjahr hat Eva Rebernig die administrative Leitung übernommen, und Stjepan Molnar war dankbar, dass er sich hier erst einfinden konnte. Er ist frisch ins Lavanttal gekommen, da braucht man Zeit.« Molnar bestätigt: »Es wäre ein bisschen viel gewesen. Zwei Saisonen zu sehen, wie alles abläuft, war wichtig. Ich konnte eigene Projekte umsetzen, wie die ›St. Mark Passion‹, und Kontakte knüpfen. Jetzt kennen mich die Leute. Das ist für den Kultursommer entscheidend.«
Der heurige Kultursommer ist noch einmal ein Feuerwerk an Ideen, wie man es von Hoffmann kennt. In der Stiftskirche wartet ein Surround‑Erlebnis mit »Missa Salisburgensis« mit 140 Mitwirkenden. Dazu Händels »Messiah«, sowie ein Doppelkonzert mit singenden Cellistinnen im Konviktsaal – der dank neuer Bestuhlung »immer mehr zu einem echten Konzertsaal mutiert«, wie Hoffmann sagt.
»Ich bin dankbar, dass wir jemanden gefunden haben, der das Amt übernehmen kann«
Siegi Hoffmann, künstlerischer Leiter
Auch die Burgruine Rabenstein in St. Paul wird in diesem Jahr bespielt: historische Wanderung, Kulinarik, Konzert – heuer mit Ingeborg Bachmann im Mittelpunkt. Und wie schon im Vorjahr geht der Kultursommer auch auf Reisen: ein Konzert im Kulturstadl Maria Rojach, eines in der Pfarrkirche Lavamünd, dazu eine Tour nach Ptuj, der ältesten Stadt Sloweniens. »Wir haben heuer wieder rund 30 Mitarbeiter im Team. Das haben wir uns über die Jahre aufgebaut«, sagt Hoffmann stolz. Und das Publikum dankt es: Fast 5.000 Besucher waren es im Vorjahr, der Aboverkauf läuft hervorragend. Die Kosten von rund 110.000 Euro seien »immer gut abgefedert« worden, sagt der scheidende künstlerische Leiter. Neu ist heuer die Möglichkeit, Konzert und Zugticket gemeinsam zu buchen – ein Schritt, der die Region stärker vernetzen soll.
Während Hoffmann noch einmal durch seine Highlights führt, denkt Molnar bereits weiter: »Ich plane schon die Saison 2027.«
Für heuer trägt der Kultursommer noch Hoffmanns Handschrift, »aber organisatorisch bin ich schon mit dabei. Ich bin Mitarbeiter des Stifts, das macht einiges leichter. Ich bin der Verbindungspunkt zwischen Stift und Kultursommer«, so Molnar.
Abschied und Anfang
Molnar verrät auch schon ein wenig über seine Pläne: »Ich möchte mehr Menschen erreichen – auch jene, die keine klassische Musik hören.« Und er möchte auch mehr Einheimische erreichen – auch jene, die sich für Kultur nicht in hohem Maß interessieren – aber ohne die Hochkultur zu verlieren. Der Kultursommer soll Premium bleiben: hochwertige Musiker, Top‑Künstler. Gleichzeitig sollen sich die St. Pauler stärker damit identifizieren. Außerdem möchte Molnar selbst öfter auf der Bühne stehen: »Nächstes Jahr dirigiere ich nur die Eröffnung. Später möchte ich mit eigenen Projekten auftreten.«
Für Hoffmann bedeutet der Rückzug Verantwortung abgeben: »Natürlich fällt da etwas weg. Aber ich werde den Verein weiterhin unterstützen, wenn sie mich brauchen. Wichtig ist, dass sie ihren eigenen Weg gehen können. Die Basis dafür ist geschaffen und gut.« Zum Abschluss erfüllt sich Hoffman noch einen Herzenswunsch: ein großes Konzert mit sechs ausgezeichneten Schulchören vom Landesjugendsingen – darunter die MS St. Leonhard, die VS St. Marein und die VS St. Georgen – unter dem Titel »Junge Stimmen auf der Kultursommer‑Bühne« – das war Hoffmann immer eine großes Anliegen.

Von Michael Swersina
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