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Kriminalität im Wandel: Das Lavanttal bleibt sicher – doch neue Bedrohungen wachsen rasantAusgabe 16 | Mittwoch, 15. April 2026

Trotz hoher Aufklärungsquote steht die Wolfsberger Polizei vor neuen Herausforderungen: digitale Täter aus dem Ausland, steigende Suchtmittelfälle und komplexe Gewaltkonstellationen. Der Bezirk bleibt sicher – doch die Arbeit der Ermittler wird anspruchsvoller.

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Lavanttal. Der Bezirk Wolfsberg zählt weiterhin zu den sichersten Regionen Kärntens. 1.941 strafrechtliche Delikte wurden 2025 angezeigt, ein leichtes Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie aus der offiziellen Statistik hervorgeht: 2024 gab es 1.911 Anzeigen. Mit einer Aufklärungsquote von 65,3 Prozent liegt Wolfsberg deutlich über dem Landesschnitt von 53,6 Prozent. Ein Wert, der die engagierte Arbeit der 112 Polizisten im Tal widerspiegelt. 

Die umfangreichsten und schwierigsten Fälle entstehen längst im digitalen Raum. Cybercrime und Internetbetrug wachsen weiter, die Anzeigen steigen. »Die Cybercrime-Delikte im engeren Sinn – Angriffe auf Daten oder Computersysteme – sind von 71 Anzeigen im Jahr 2024 auf 76 Anzeigen im Vorjahr gestiegen. Dazu kommen 126 Internetbetrugsfälle, ein Plus von 9,6 Prozent. Die Verfolgung der Täter ist sehr schwierig, denn sie sitzen oft im Ausland«, erzählt die Lavanttaler Kriminalreferentin Oberstleutnant Daniela Puffing und meint weiter: »Die Angebote im Internet wirken verlockend, professionell, seriös – und genau darauf setzen die Täter.« 

»Leider gab es im vergangenen Jahr zwei Suchtmitteltote im Bezirk Wolfsberg«
Daniela Puffing, Kriminalreferentin

Zu den Methoden im Web zählen unter anderen Love Scamming, Sextortion, Ransomware, Massenerpressungsmail – die Palette der Straftaten wird breiter, die Methoden raffinierter.

Besorgniserregend ist die Entwicklung im Suchtmittelbereich. Wurden im Jahr 2024 205 Anzeigen nach den Bestimmungen des Suchtmittelgesetzes erstattet, waren es im Vorjahr 221, eine Steigerung von 7,8 Prozent. In Kärnten hingegen gab es einen Rückgang von 12,7 Prozent. 

Puffing: »Leider gab es im vergangenen Jahr zwei Suchtmitteltote im Bezirk Wolfsberg.« Die Polizei beobachtet, dass die gesamte Bandbreite an Substanzen – von Cannabis bis zu hochpotenten synthetischen Drogen – im Lavanttal gehandelt werden, Heroin und Kokain weisen teils extrem hohe Reinheitsgrade auf. »Für Konsumenten bedeutet das: völlige Unkalkulierbarkeit der Wirkung«, so Puffing.

Gewalt: Neue Täterbilder

Die Delikte gegen Leib und Leben gingen um 1,6 Prozent zurück. Doch hinter den Zahlen stehen Entwicklungen, die die Polizei zunehmend beschäftigen. Gewalt gegen Frauen stieg leicht an – entgegen dem Kärntner Landestrend. Gleichzeitig treten immer häufiger Frauen als Gefährderinnen in Wegweisungsverfahren auf.

Dazu kommen Fälle, in denen Kinder gegenüber Eltern oder Personen gegenüber pflegenden Angehörigen gewalttätig werden. Die Polizei spricht von einer wachsenden Herausforderung: Wohin mit Personen, die nicht schuldfähig sind, aber eine Gefahr darstellen? Krankenanstalten geraten an Grenzen, Pflegepersonen ebenso. Auch im Lavanttal gab es bereits mehrere solcher Fälle.

Internationale Banden

Die Einbrüche – sowohl bei Privaten als auch Unternehmen – gingen im Lavanttal deutlich zurück – um 9,6 Prozent. Besonders erfreulich: Vier international agierende Täter konnten im Vorjahr im Tal festgenommen werden. »Sie waren in Kärnten, der Steiermark und darüber hinaus aktiv. Die Festnahmen ermöglichten die Klärung zahlreicher weiterer Delikte«, so Puffing. Fahrraddiebstähle sanken von 46 auf 31 Fälle, die Aufklärungsquote stieg um über neun Prozent. Die Polizei empfiehlt weiterhin den Fahrradpass – viele Opfer haben weder Rahmennummer noch aussagekräftige Fotos. Autodiebstähle gab es im Lavanttal im Vorjahr keine. 

Mut zur Anzeige steigt

Vergewaltigungen gingen im Bezirk um 42,9 Prozent zurück, vier Fälle wurden angezeigt, drei davon geklärt. Sexuelle Belästigung hingegen stieg um 27,3 Prozent – ein Zeichen dafür, dass Betroffene häufiger den Mut finden, Vorfälle zu melden. Die Aufklärungsquote liegt bei 100 Prozent.

Auch fünf tätliche Angriffe auf Polizeibedienstete wurden 2025 registriert. »Die Kommunikation mit Bürgern wird herausfordernder«, so die Kriminalreferentin, »vieles wird gefilmt, oft nur ausschnittweise. Die Polizei setzt deshalb verstärkt auf Bodycams – allein die Ankündigung, die Kamera einzuschalten, entschärft oftmals die Situationen.« 

Vier Verkehrstote

194 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, vier Tote, 224 Verletzte – so die Verkehrsbilanz im Jahr 2025. 2024 waren zwei Todesopfer zu beklagen. Anzeigen wegen Fahrens unter Einfluss von Alkohol gab im Vorjahr 200. 14 Lenker wurden angezeigt, weil sie unter dem Einfluss von Suchtmittel standen.

Team im Wandel

Seit dem Pensionsantritt von Herbert Schweiger im April leitet die stellvertretende Bezirkspolizeikommandantin Oberstleutnant Daniela Puffing das Kriminalreferat. Sie stammt ursprünglich aus der Steiermark und war die erste Bezirkspolizeikommandantin in Kärnten. Sie leitete das Bezirkspolizeikommando St. Veit seit 1. Jänner 2017. Seit 1. Oktober 2025 ist sie stellvertretende Bezirkspolizeikommandantin des Lavanttals.  

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