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St. Andrä. In der Bischofsstadt soll auf einer Fläche des Energieunternehmens Verbund – vormals das ÖDK-Gelände – ein neues Photovoltaikprojekt entstehen. Und zwar auf einer ehemaligen Aschedeponie des früheren Wärmekraftwerks. Die Stadt setzt damit bewusst auf die Nutzung bereits vorbelasteter Flächen, um künftig regionalen und nachhaltigen Strom zu erzeugen. Ein entsprechender Beschluss wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung am 31. März gefasst.
Geplant ist eine Freiflächenanlage auf rund 1,4 Hektar. Die PV-Anlage soll eine Leistung von etwa 1,3 Megawattpeak erreichen und jährlich rund 1,5 Gigawattstunden Strom liefern. Das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von etwa 430 Haushalten. »Das ist eine sehr gute Gelegenheit, diese Fläche sinnvoll zu nutzen«, betonte Vizebürgermeister Maximilian Peter (ÖVP). Die Umwidmung des Areals von Bauland-Industriegebiet in Grünland-Photovoltaikanlage wurde einstimmig beschlossen. Bevor jedoch gebaut werden kann, sind noch behördliche Schritte notwendig. Sobald der rechtsgültige Widmungsbescheid vorliegt, folgen weitere Genehmigungsverfahren. »Mit einem Baustart ist frühestens ab 2027 zu rechnen. Die Investitionskosten werden derzeit mit rund einer Million Euro veranschlagt«, heißt es von Seiten des Verbunds.
»St. Andrä kann damit ein weiteres regionales Vorzeigeprojekt auf den Weg bringen«
Maria Knauder, Bürgermeisterin
Eine Erweiterung der Projektfläche ist zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen. Der Grund liegt in den Aschehügeln des ehemaligen Kraftwerks: Dort befindet sich die einzige bekannte Brutkolonie des streng geschützten Bienenfressers in der Region.
Der farbenprächtige Vogel nutzt die lockeren Böschungen als Nistplatz. Aus naturschutzfachlicher Sicht ist daher eine Ausweitung des Projekts nicht möglich.
Die Stadt St. Andrä sieht in diesem Projekt des Verbunds einen wichtigen Schritt in Richtung Energiewende. »Die Nutzung brachliegender Industrieflächen für erneuerbare Energie gilt als besonders nachhaltig – und St. Andrä kann damit ein weiteres regionales Vorzeigeprojekt auf den Weg bringen«, sagt Bürgermeisterin Maria Knauder (SPÖ).
Weitere Beschlüsse
Nach 15 Jahren soll ein neues Örtliches Entwicklungskonzept (ÖEK 2026) die bisherige Planung für die Stadtgemeinde St. Andrä ersetzen. Die jüngste Gemeinderatssitzung am Dienstag, 31. März, in St. Andrä zeigte, wie eng strategische Ziele, fachliche Vorgaben des Landes und lokale Interessen miteinander verwoben sind. »Das vorliegende neue örtliche Entwicklungskonzept, kurz ÖEK, der Stadtgemeinde St. Andrä ersetzt das letztgültige Entwicklungskonzept aus dem Jahr 2010«, berichtete Vizebürgermeister Maximilian Peter (ÖVP).
Im Rahmen der Gemeinderatssitzung wurde Stellungnahmen und Anregungen von Behörden und Bürgern behandelt. So gab es zum Beispiel Anregungen, konkrete Grundstücke, die außerhalb der Siedlungsgrenze liegen, in den Siedlungsbereich aufzunehmen. Das wurde aber einstimmig abgelehnt.
Abgeändert wurde ein Ansuchen, ein Grundstück in Eitweg aus dem Siedlungsbereich herauszunehmen, da es dort nach heftigen Regenfällen regelmäßig zu Überschwemmungen kommt. Bürgermeisterin Maria Knauder sagte: »Wir sind dabei, das Problem mit den Überschwemmungen zu lösen.« Man wolle nun beim Land nachfragen, ob man das ÖEK in ein paar Jahren adaptieren könne. Sollte das möglich sein, werde man das Grundstück vorerst aus dem Siedlungsbereich nehmen. Wenn die Probleme mit dem Oberflächenwasser gelöst sind, soll es dann wieder aufgenommen werden.
Ebenfalls beschlossen wurde die Kinder-Sommerbetreuung von 13. Juli bis 7. August. Der Preis beträgt 100 Euro pro Woche für fünf Tage, zusätzlich fällt ein Betrag von 6,30 Euro pro Essen an.

Von Michael Swersina
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