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Stadtwerke Wolfsberg präsentierten in Villach ihr VorzeigeprojektAusgabe 49 | Mittwoch, 3. Dezember 2025

Beim Infotag »Trinkwasser« ging es um Arsen im Wasser. Wolfsbergs Antwortist das Projekt »Klippitz«, bei dem Arsenverbindungen entfernt werden.

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Wolfsberg, Villach. Beim Infotag »Trinkwasser« der österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) im Congress Center Villach standen kürzlich aktuelle Herausforderungen der Wasserversorgung im Mittelpunkt. Die Wolfsberger Stadtwerke waren mit Geschäftsführer Christian Schimik und Abteilungsleiter Infrastruktur Michael Verdnik vertreten.

Unter dem Titel »Arsen im Trinkwasser – was kann man tun?« stellten sie das Wolfsberger Projekt »Klippitz« als Antwort auf künftige Anforderungen an die Trinkwasserqualität vor, wie in einer Aussendung des Unternehmens mitgeteilt wurde. Schimik im Vortrag: »Unser Anspruch ist klar: Die Menschen in Wolfsberg sollen sich auch in Zukunft auf Trinkwasser in höchster Qualität verlassen können – trotz Klimawandel und steigenden Anforderungen.« Mit dem Projekt »Klippitz« werde »vorausschauend in die Infrastruktur von morgen« investiert. 

Die Wolfsberger Stadtwerke versorgen rund 85 Prozent der Bevölkerung im Versorgungsgebiet mit Trinkwasser. Die Kennzahlen zeigen die Dimension der Aufgabe: Das Leitungsnetz hat eine Länge von mehr als 400 Kilometern, rund 7.000 Haushalte sind angeschlossen. Gespeist wird es aus 81 Quellen und vier Tiefbrunnen, pro Jahr werden etwa 2,5 Milliarden Liter Trinkwasser geliefert.

Mehr Verbrauch, weniger Angebot

Gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen. Prognosen gehen bis 2050 von einem moderaten Anstieg des Wasserbedarfs um rund 3,5 Prozent aus. Dem gegenüber steht – bedingt durch klimatische Veränderungen – ein potenzieller Rückgang des verfügbaren Wasserdargebots um bis zu 25 Prozent. Zusätzlich ist in einigen Quellgebieten eine natürliche Belastung mit Arsenverbindungen geologisch bedingt.

Um die Versorgungssicherheit und Qualität langfristig abzusichern, nutzen die Wolfsberger Stadtwerke unbelastete Quellgebiete, zugleich bildet das Projekt »Klippitz« das technische Herzstück der Vorsorge. Wie berichtet wird im Bereich Leiwald eine Filter- und Überwachungsanlage errichtet, die eine gezielte Entfernung von Arsenverbindungen aus dem Trinkwasser ermöglicht. Die Anlage sorgt für die kontinuierliche Überwachung von pH-Wert, Leitfähigkeit und Temperatur. Außerdem gewährleisten automatische Rückspülprozesse einen sicheren, effizienten Betrieb. Die Steuerung wird an den tatsächlichen Wasserbedarf angepasst, die gesetzlichen Grenzwerte werden eingehalten. Ein neuer Brunnen wurde erschlossen, um die Versorgungssicherheit zu stärken.

Schimik präsentierte das Projekt »Klippitz« als exemplarisch für eine vorausschauende, nachhaltige Wasserwirtschaft in der Region. Neben der neuen Filteranlage setzen die Stadtwerke weiters auf ein Umwelt- und Entsorgungsmanagement nach dem Stand der Technik sowie den Ausbau der Digitalisierung im Netzmonitoring. 

»Wir nehmen unsere Verantwortung sehr ernst« sagte Verdnik beim Infotag in Villach, »mit ›Klippitz‹ schaffen wir die Basis, um auch unter schwieriger werdenden klimatischen Bedingungen dauerhaft sicheres Trinkwasser für Wolfsberg bereitzustellen.«

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