»Verbotene Früchte im Paradies Kärntens«Ausgabe | Mittwoch, 29. August 2018

So lautet der Titel der vierten Publikation, die die St. Pauler Autorin Hemma Schliefnig über zweisprachige Biografien (Deutsch – Slowenisch) in Kärnten veröffentlicht hat.Wenn die Granitztalerin über Verbotenes schreibt, ist damit das Slowenische in Kärnten gemeint.

E-Mail

21980 Kommentare

Meist gelesen

Artikel

St. Paul. Wenn die Granitztalerin über Verbotenes schreibt, ist damit das Slowenische in Kärnten gemeint. »Im Zuge meiner Doktorratsforschung, die ich über die Rolle des Slowenischen im Unteren Lavanttal durchführe, machte ich Interviews mit Menschen aus dieser Region. Das Erzählte war so berührend, dass ich den Drang verspürte, daraus einen Roman zu machen«, berichtet Hemma Schliefnig über die Entstehungsgeschichte des Buches.
»Wenn ein Familienmitglied eigentlich slowenische Wurzeln hatte, konnte dies innerhalb der Familie meist kaum besprochen werden. Problematisch daran ist, dass die dadurch entstehenden Leerstellen zu Unsicherheit führen«, so die Autorin. Schliefnig möchte mit ihren literarischen Angeboten diese Leerstellen mit Wissen füllen und tut dies seit 2010 auf unterschiedliche Art und Weise. Von der eigenen Radiosendung »Sprachwurzelgeschichten« (nachzuhören unter cba.fro.at/series/sprachwurzelgeschichten) bis hin zu Vorträgen und Lesungen. Es gab also Anlässe genug, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen und das neu Verstandene in ihren Büchern zu verarbeiten. »Unsere Vorfahren zu verstehen gibt uns die Möglichkeit uns selbst zu verstehen«, ist die Autorin überzeugt.
Hinsichtlich des Inhalts für »Verbotene Früchte« ließ sich Schliefnig von den Interviews inspirieren, mischte diese dann aber mit fiktiven Szenen und eigenen Interpretationen des Gesagten. »Die Buchvorstellung vom 22. August fand nicht grundlos am Gelände des Stiftes statt«, erzählt Schliefnig weiter. Im Roman trifft nämlich im Stiftscafè Belvedere ein betagter Mönch auf eine junge Granitztalerin, die – so stellt »Pater Gregor« überrascht fest – Slowenischlehrerin ist. Gemeinsam organisieren sie einen Slowenischkurs beim Poppmeier. Woche für Woche erweitern nun sechs Interessierte nicht nur ihre Sprachkenntnisse, sondern kramen aus ihrem Gedächtnisspeicher auch Begebenheiten hervor, die mit dem Slowenischen in ihren Familien und ihrem Leben zu tun haben.
Eine weitere Vorstellung zum Inhalt der Bücher von Hemma Schliefnig findet am 16. Oktober um 18.30 Uhr an der Universitätsbibliothek Klagenfurt statt und eine Lesung im Museum im Lavanthaus ist auch in Planung. Der Roman ist in allen Buchhandlungen zum Preis von 15 Euro erhältlich.

0 Kommentare Kommentieren

Keine Kommentare gefunden!

Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Kommentarbereich prüfen wir alle Beiträge, bevor sie veröffentlicht werden. Ihr Kommentar erscheint, sobald er gesichtet wurde.

Bitte melden Sie sich an, um die Beiträge zu lesen oder zu kommentieren.AnmeldenHier Registrieren