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Die St. Paulerin Pia Lorenz wollte ihrer Tochter Helena beistehen: Daraus wurde ein Kinderbuch Ausgabe 39 | Mittwoch, 27. September 2023

Das Mädchen litt 2021 an der Weißfleckenkrankheit. Um sie zu trösten, verfasste die heute 33-Jährige einen Text, den sie zu einem »Kamishibai« umwandelte. Nach mehreren »Umwegen« meldete sich ein Verlag bei ihr. Lorenz hat schon Pläne für weitere Projekte.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Links: »Helena und die weißen Pünktchen« gibt es auch in slowenischer Sprache unter dem Titel »Pikica« (»Tüpfelchen«). Rechts die 33-jährige Autorin Pia Lorenz. Hok

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St. Paul. Ihre Tochter Helena, heute fünf Jahre alt, litt 2021 unter Vitiligo, auch als Weißfleckenkrankheit bezeichnet. Also hatte Pia Lorenz die Idee, sie mit einem Kinderbuch zu trösten. Den entstandenen Text wandelte sie zur Hausaufgabe am Kolleg für Elementarpädagogik Augustinum in Graz um, das die jetzt 33-jährige St. Paulerin damals besuchte: Versehen mit selbst gezeichneten Bildern, wurde daraus ein »Kamishibai«, also ein japanisches Erzähltheater. »Diese bildliche Darstellung von Geschichten verwendeten früher japanische Süßigkeitenhändler, um Kinder zu unterhalten – und ihnen danach etwas zu verkaufen«, sagt Lorenz. Aus all dem ist mittlerweile das Kinderbuch »Helena und die weißen Pünktchen« entstanden, das auch in slowenischer Sprache unter dem Titel »Pikica« (»Tüpfelchen«) zu haben ist.

Der Zufall griff ein
Bis es jetzt im Hermagoras-Verlag erschienen ist, musste der Zufall allerdings noch mehrmals eingreifen. Lorenz: »Der damalige St. Pauler Vizebürgermeister Karl Schwabe organisierte 2021 eine Veranstaltung in unserer Gemeinde. Er setzte meinen Namen auf das Plakat und ich habe den Besuchern mein ›Kamishibai‹ gezeigt. Meine Freundin Claudia Mitterberger filmte mit, die Autorin Ilse Scherr schickte das Video an den Verlag.« Kurz darauf kam ein Anruf von Hermagoras-Mitarbeiter Hanzi Filipič, der Lorenz eröffnet, man wolle ein Kinderbuch daraus machen. »Damit hatte ich nicht gerechnet«, sagt die 33-Jährige, »ich war natürlich mit der Veröffentlichung sofort einverstanden.«

Bis zur Umsetzung dauerte es allerdings noch ein wenig, erzählt Lorenz, Tochter des bekannten früheren St. Pauler Zahnarztes Karl Schreitter: »Ich bin keine herausragende Zeichnerin, daher sollten die Bilder von der bekannten slowenischen Kristina Krhin Illustratorin kommen.« Da Krhin »ausgebucht« war, musste man sich ein Jahr lang in Geduld üben.

Doch jetzt ist das Buch erschienen. Es erzählt die Geschichte von Helena, die weiße Punkte auf der Haut hat. Sie gefallen ihr – bis andere Kinder mit dem Finger auf sie zeigen. Sie will sie abwaschen, vergebens. Darauf erklärt ihr ihre Familie, dass Helena »wie ein Kunstwerk ist«, wie ein »Leopardenhai«, dass sie trotzdem »perfekt« ist.

Thema: Body Positivity
Lorenz: »Es ist ein aktuelles Thema, es geht um Body Positivity, darum, dass jeder schön ist, so wie er ist. Niemand soll ausgegrenzt werden, weil er anders ist.«

Die dreifache Mutter – neben Helena gibt es auch die Söhne Paul (10) und Jakob (12) – ist stolz auf ihr Erstlingswerk, das am 30. September im privaten Kreis vorgestellt wird. Ab diesem Tag ist »Helena und die weißen Pünktchen« sowie »Pikica« auch in der Trafik St. Paul, nach Vorbestellung in sämtlichen Kärntner Buchhandlungen sowie in der Hermagoras Buchhandlung in Klagenfurt um 22,90 Euro erhältlich. Online liegt es das Werk  bei thalia.at oder amazon.de auf. 

»Jeder ist schön, so wie er ist. Niemand soll ausgegrenzt werden, weil er anders ist«
Pia Lorenz, Kinderbuchautorin

Lorenz, die als Elementarpädagogin im Kindergarten Granitztal beschäftigt ist, hat bereits Pläne für weitere Buchprojekte. Details werden aber nicht verraten. 

Übrigens: Der kleinen Helena geht es wieder gut, die Krankheit ist mittlerweile so gut wie verschwunden. 

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