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LAVANTTAL. Das hat es in der Region noch nie gegeben. Heuer starben bereits drei Menschen im Lavanttal an einer Überdosis Drogen, ein weiteres Opfer wurde in Griffen entdeckt. Vier Tote – eine Zahl, die nie zuvor in einem Jahr erreicht worden war. Und wir befinden uns erst im August.

Schauplatz Bad St. Leonhard

Die jüngste Tragödie ereignete sich in Bad St. Leonhard. Dort hatten sich Freunde eines 23-Jährigen Sorgen gemacht, da sie einige Zeit nichts von dem jungen Mann gehört hatten. Am Sonntag suchten sie seine Wohnung auf – und fanden ihn leblos vor. Sie verständigten gegen 21 Uhr die Rettung, doch es gab keine Hilfe mehr: Todesursache war eine Überdosis Drogenersatzmittel. Es handelt sich um den 13. Drogentoten in Kärnten.  Im Lavanttal begann die tödliche Serie bereits Anfang des Jahres. In Wolfsberg starb am 21. Jänner ein 24-jähriger Mann in einer Wohnung. Der nächste Fall ereignete sich am 23. April. Wieder war es ein Wolfsberger, 42, der in der Wohnung eines Bekannten einer Überdosis Drogen zum Opfer fiel. Am 24. Juni machten Spaziergänger in Griffen eine schreckliche Entdeckung. Am Steuer eines Autos fanden sie einen 22-Jährigen. Auch er war an einer Überdosis gestorben.

»Schwerwiegendstes Problem«

Gerhard Köfer, Landtagsabgeordneter des »Team Kärnten«, sprach vom »aktuell schwerwiegendsten landespolitischen Problem, das es zu lösen gelte«. Die Landesregierung solle sich angesichts dessen »nicht länger hinter sinnentleertem Präventions-Blabla verstecken«. Der Konter von Gesundheitsreferentin Beate Prettner: »Definitiv unangebracht ist es, in diesem sensiblen Bereich Panik zu schüren und mit erschütterndem Populismus zu reagieren.« Laut der Landesrätin werde die Prävention verstärkt und die ambulante Betreuung ausgebaut. Für die Regierungssitzung am 11. September kündigt Prettner zudem eine Resolution an die Bundesregierung an. Die werde aufgefordert, die Strafen für Drogendealer zu verschärfen.

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