Geschichte auf RädernAusgabe | Mittwoch, 25. Juli 2018

Franz Dorner sammelt in Kamp auf 1.310 Meter Seehöhe historische Fahrzeuge. Neben einem VW Käfer besitzt er einen Puch-Roller, einen »antiken« Traktor - und jetzt auch einen VW Transporter.

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FRANTSCHACH-ST. GERTRAUD. »Man kann nicht nur arbeiten. Manchmal muss man sich auch etwas gönnen.« Das sagt Franz Dorner, Masthühnerproduzent, Lavanttaler Energiepionier, Betreiber der größten Photovoltaikanlage Südösterreichs - und Sammler von Oldtimern. Auf seinem Hof in Kamp  auf 1.310 Meter Seehöhe beherbergt er neben 90.000 Hühnern und 2.000 Photovoltaik-Modulen auch ein ausgewähltes Sortiment an Fahrzeugen: ein 60 Jahre altes VW Käfer Cabrio, eine 48 Jahre alte Puch DS 50, einen 54 Jahre alten Traktor »Steyr 190« - und seit neuestem auch einen VW Transporter mit dem Baujahr 1976.

Sein Liebling

Der 60-jährige »Sonnenkönig«, wie er im Lavanttal genannt wird, liebt alle seine Fahrzeuge. Besonders ins Herz geschlossen hat er aber seinen »Oben ohne«-Käfer. »Ich habe ihn 1987 in Deutschland in der Nähe von Mainz gekauft«, sagt er mit leuchtenden Augen. Ein Tourist hatte ihm zuvor von dem Wagen erzählt, worauf sich Dorner sofort auf den Weg ins Nachbarland machte. Dann fehlte ihm freilich fast 20 Jahre lang die Zeit, sich mit dem Käfer zu befassen. »Er stand im Stadl«, so Dorner, »erst 2005 begann ich ihn mit Freunden zu restaurieren.« 22.000 Euro steckte er in den Volkswagen, bis er 2007 endlich fertig war. Vergangenes Jahr bot ein Grazer Geschäftsmann 50.000 Euro für das Cabrio, doch Dorner winkte ab: »Klar hätte ich das Geld brauchen können - aber so einen Wagen bekomme ich nie mehr.« Und da auch Ehefrau Maria ein Fan des offenen VW ist, blieb er in der Garage. 2017 kaufte Dorner von einem Welser Wegmacher seinen blauen DS-50-Roller. »Der Mann hat die Puch als Dienstfahrzeug verwendet«, sagt Dorner und lacht. Da der Zustand gut, aber nicht einwandfrei war, wurde das Moped von »Zweirad Scharf« in Wolfsberg »aufgepäppelt«. »Wenn man saniert, muss man gut sanieren«, so Dorner. Riesenspaß macht ihm auch sein Traktor der Marke »Steyr 190«, der sich schon lange in Familienbesitz befindet, ersichtlich an der schwarzen Nummerntafel. Der Besitzer: »Er hat 36 PS und war einer der stärksten, als er 1964 gebaut wurde.« Der Trekker läuft 30 km/h, für seinen Unterhalt muss er etwas leisten: Dorner verwendet ihn zum Mähen. Seine neueste Errungenschaft: ein 42 Jahre alter VW Bully mit 60 PS. Erstbesitzer war ein Wolfsberger Unternehmer, seit 2017 gehört er Dorner: »Ich werde damit zu Oldtimer-Treffen fahren, das Auto aber auch als Transporter nutzen.« Freilich moderat, denn dem Schmuckstück soll kein Leid geschehen. Stolz ist er aber nicht nur auf seine Autos. »Ich habe 2005 die ARGE für Bildung und Kultur sowie eine Privatschule gegründet. Die Kamper Volksschule existierte auf meine Initiative elf Jahre länger. Außerdem initiierte ich einen Privatkindergarten, die Kamper Käferlein, der heute noch besteht.« Um ihn zu erhalten, hat er in zehn Jahren 200.000 Euro gesammelt - ein umtriebiger Mann also.

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