So soll das Steuergeld im Lavanttal verteilt werdenAusgabe 32 | Mittwoch, 11. August 2021

Seit über einem Jahrzehnt wird im Lavanttal über einen interkommunalen Gewerbepark diskutiert, weiter ging nichts. Nun nimmt der interkommunale Technologiepark in St. Paul langsam Formen an. Der Aufteilungsschlüssel für die Kosten und Erträge steht.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
In St. Paul soll auf rund 16 Hektar ein interkommunaler Technologiepark entstehen. Der Park soll entsprechend des Green Deals der EU umgesetzt werden. UN-Archiv

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Lavanttal. Seit mehr als zehn Jahren gibt es laut der Regionalmanagement Lavanttal GmbH (RML) ein fertiges Konzept für einen interkommunalen Gewerbepark im Lavanttal. Umgesetzt wurde er bis heute nicht, denn in den Lavanttaler Gemeinden wurden nie die entsprechenden Beschlüsse gefasst. Mit der Errichtung der Koralmbahn sollte schließlich ein neuer Gewerbepark in der Nähe des zu errichtenden Koralmbahn-Bahnhofs in St. Paul entstehen.  Jahre sind seit den ersten Gesprächen verstrichen. 

»Es ist klar, dass die größten Gemeinden auch am meisten beitragen müssen«
Hannes Primus, Bürgermeister Wolfsberg

Im Vorjahr wurde die Idee geboren, statt eines Gewerbeparks einen interkommunalen Technologiepark zu errichten. Die Sache nahm Fahrt auf, alle Lavanttaler Gemeinden beschlossen eine Absichtserklärung und wollen dabei sein. Auch mit den Grundeigentümern, dem Stift St. Paul, konnte endlich eine Einigung gefunden werden.

Nun geht das Projekt einen Schritt weiter. Das größte Hindernis bei den bisherigen Versuchen, einen interkommunalen Gewerbepark zu etablieren, war die Kosten- und Ertragsaufteilung zwischen den Gemeinden. Diesmal hat aber die Gemeindeabteilung des Landes Kärnten einen Aufteilungsschlüssel ausgearbeitet, der schließlich im Vorstand des RML von den neun Lavanttaler Bürgermeistern beraten wurde und nun den Gemeinderäten der neun Lavanttaler Kommunen zur Beschlussfassung vorgelegt wird. 

Der Aufteilungsschlüssel sieht vor, dass sich die Standortgemeinde, also St. Paul, mit 20 Prozent an den Kosten beteiligen wird, dafür aber auch 20 Prozent der Einnahmen, etwa der Kommunalsteuer, erhält. Die restlichen 80 Prozent werden auf die weiteren acht Lavanttaler Gemeinden nach Bevölkerungsstärke und Finanzkraft aufgeteilt (siehe Tabelle rechts). Weiters ist eine Sperrfrist von zehn Jahren vorgesehen, während der es keinen Austritt bzw. keine Änderung des Aufteilungsschlüssels geben kann. 

Der Wolfsberger Bürgermeister Hannes Primus (SPÖ) meint dazu: »Es ist klar, dass die Gemeinden, die am größten sind, auch am meisten beitragen müssen. Der Vorschlag wurde vom Land ausgearbeitet und wird nun im Gemeinderat diskutiert werden. Meines Erachtens geht der Vorschlag aber in Ordnung.«

In St. Georgen wurde der Schlüssel in der Vorwoche einstimmig im Gemeinderat angenommen. Bürgermeister Karl Markut (Team St. Georgen): »Es ist ein sehr ambitioniertes Projekt, nun muss die Gemeinde St. Paul die entsprechenden Aufschließungs- und Widmungsarbeiten vornehmen. Für St. Georgen sehe ich eine große Chance: Nämlich wohnen in St. Georgen und arbeiten in einem dem Green Deal entsprechenden modernen Technologiepark.«

Nun gilt es, für diesen Schlüssel auch in den anderen Gemeinden entsprechende Beschlüsse zu fassen. Bis Jahresende soll das über die Bühne gehen, denn bereits im kommenden Jahren ist mit Kosten zu rechnen: Dann ist der integrierte Flächenwidmungs- und Bebauungsplan zu erstellen.

Wie der Technologiepark letztendlich aussehen wird, ist noch nicht geklärt. »Es gibt viele Ansätze, da müssen noch viele Gespräche geführt werden«, so Primus. Bleibt zu hoffen, dass diesmal kein Rückzieher gemacht wird ...

// INFO

Aufteilungsschlüssel
Wolfsberg: 42,58 %
St. Paul: 20 %
St. Andrä: 15,72 %
Bad St. Leonhard: 6,99 %
Frantschach: 4,34 %
Lavamünd: 3,93 %
St. Georgen: 2,65 %
Reichenfels: 2,45 %
Preitenegg: 1,35 %

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