Geld für niedergelassenen GesundheitsbereichAusgabe | Mittwoch, 7. März 2018

LHStv. Beate Prettner ist erfreut über das Zustandekommen des Landärztepaktes.

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Klagenfurt. „Eine vorausschauende, hochwertige Gesundheitspolitik hängt wesentlich von der Kooperation und dem Konsens der Akteure ab: Je besser und enger das Zusammenwirken der Partner ist, desto ‚gesünder‘ ist das Fundament, auf dem das Gesundheitswesen steht“, erklärte in der Vorwoche Gesundheitsreferentin Beate Prettner bei der Präsentation des Kärntner Landärztepaketes. Sie sprach den Verhandlungspartnern, der Kärntner Gebietskrankenkasse und der Kärntner Ärztekammer, ihren Dank aus: „GKK und Ärztekammer haben in den vergangenen Monaten intensiv verhandelt und ein mehr als herzeigbares Paket geschnürt. Es garantiert auch in Zukunft eine optimale Gesundheitsversorgung im niedergelassenen Bereich“, so Prettner. Auch wenn in Kärnten aktuell nur eine Kassenstelle vakant sei, gelte es doch, rechtzeitig Vorsorge zu tragen. „Vor allem, weil eine Pensionierungswelle ansteht.“

Land- und Fachärztepaket Georg Steiner, Obmann der Kärntner Gebietskrankenkasse, und GKK-Direktor Johann Lintner legten die Eckpunkte des Landärztepakets dar: Zum einen wird es für Landärzte eine Sonderunterstützung von bis zu 2.000 Euro pro Quartal geben. Zusätzlich werden Beratungsgespräche besser abgegolten. Fixiert wurde auch eine Aufstockung der Kassenstellen für Allgemeinmediziner und Fachärzte. Gemeint sind dabei Fachbereiche wie die Augenheilkunde, die Dermatologie, die Innere Medizin, die Kinderheilkunde, die Urologie, die Neurologie und die Psychiatrie. „Mit dem Schulterschluss zwischen Ärztekammer und Kärntner Gebietskrankenkasse ist es uns gelungen, ein noch besser auf die Bedürfnisse der Versicherten abgestimmtes Angebot zur Verfügung zu stellen“, resümierte Lintner.

Gesundheitszentren Vorgesehen ist außerdem die Umsetzung von Gesundheitszentren: „Dieses Team rund um den Hausarzt ist ein wichtiger Schritt für die Gesundheitsversorgung in Kärnten. Der regionale Bedarf wird nun in Kooperation von Ärztekammer und Kärntner Gebietskrankenkasse erhoben, damit wir schnellstmöglich die Umsetzung in Angriff nehmen können“, so Steiner. Die Kärntner Ärztekammerpräsidentin Petra Preiss bezeichnete die Einigung als „echte Befreiung“. Das Paket würde auch für die Ärzte, „die ja die Schlüsselstelle im System sind, einen Fortschritt bedeuten.“ Sie betonte, dass „nur zufriedene Ärzte zufriedene Patienten schaffen können.“ Ebenso zufrieden zeigte sich der Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Wilhelm Kerber – und er blickte zuversichtlich in die Zukunft. „Wir sind uns darin einig, dass wir bis Herbst dieses Jahres zu einem neuen Honorierungssystem kommen wollen. Dieses nun ausverhandelte Paket ist jedenfalls ein erster, bedeutender Schritt.“

7 Mio. Euro pro Jahr Wie GKK-Direktor Lintner ausführte, kostet das Paket rund 7 Millionen Euro pro Jahr: Etwas über zwei Millionen fließen in die Attraktivierungsmaßnahmen für Landärzte, rund 4,5 Millionen Euro machen die zusätzlichen Kassenplanstellen aus. Auch in einer anderen Frage zeigten sich alle Beteiligten einig: Das Gesundheitssystem benötige mehr Nachwuchs. LHStv. Prettner ist überzeugt, dass man das Problem nur an der Wurzel lösen könne, sprich durch eine Änderung der Zugangsbeschränkungen. Prettner: „Der letzte Vorbereitungskurs für die Aufnahme zum Medizin-Studium in Klagenfurt letzten Freitag verzeichnete mit 320 Anmeldungen einen nie dagewesenen Teilnehmerrekord. Umso schmerzlicher ist es, wenn hoch motivierte, engagierte junge Menschen dann vom Studium abgewiesen werden.“

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