Wolf oder Goldschakal: Wer tötet Wolfsberger Hühner?Ausgabe 23 | Mittwoch, 9. Juni 2021

Bereits im März wurde die Hühnerpopulation eines Hobby-Hühner-Bauern in St. Thomas fast zur Gänze ausgerottet. Seither kommt es in diesem Bereich immer wieder zu Angriffen auf Hühner. Wer bzw. was genau der Übeltäter ist, kann nicht gesagt werden.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Bild Mitte: Ein Schnappschuss des »Übeltäters« mit der Wildkamera, der wohl die Hühner Hermann Nebels (links) getötet hat. Leider lässt die Qualität der Aufnahme der Wildkamera keine eindeutige Identifizierung des Tiers zu. Rechts ein Goldschakal. Diese Jäger werden auch in Kärnten immer öfter gesichtet, das Bejagen ist aber verboten. Fotos: KK

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St. Thomas. Seit Monaten terrorisiert ein Raubtier Hobby-Hühnerzüchter in St. Thomas. Immer wieder werden deren Hühner getötet oder verschleppt. »Beim ersten Angriff im März wurden alle meine sieben Hühner gerissen und ihre toten Körper über die ganze Wiese verteilt«, berichtet Hermann Nebel. Weitere Angriffe auf Hühner in St. Thomas folgten.

Mit einer Wildkamera gelang Hermann Nebel ein Schnappschuss des »Hühnermörders«. Nun wird gerätselt, um welches Tier es sich dabei handeln könnte. Die Meinungen gehen auseinander. Mit Nebel befreundete Jäger meinten hinter vorgehaltener Hand, dass es sich um einen Wolf handeln könnte.

»Vielleicht war es ein Wolf, und niemand traut sich, es laut auszusprechen«
Hermann Nebel, Hühnerbesitzer

Der Lavanttaler Bezirksjägermeister Johann Waich sieht das anders: »Ein Wolf ist mehr als unwahrscheinlich. Es handelt sich wohl um einen Fuchs, es wäre aber durchaus auch möglich, dass es ein Goldschakal ist.«

Wolfsberg. Hermann Nebel hat sich vor einiger Zeit sieben Hühner zur Eigenversorgung angeschafft. So auch sein Bruder, der gleich neben Hermann in St. Thomas lebt. Nun macht den beiden ein Raubtier zu schaffen. Hermann Nebel erzählt: »Am 6. März, als ich am Morgen Eier holen wollte, traf mich fast der Schlag. Meine Hühner lagen über die gesamte Wiese verstreut, alle waren durch Bisse getötet worden. Es war ein Bild des Grauens.« Wer oder was der »Übeltäter« war, konnte vom geschockten Freizeit-Bauern nicht festgestellt werden.

Nach dem nächtlichen Angriff auf seine Hühner traf Nebel Sicherheitsvorkehrungen und schloss seine neu angeschafften Hühner – zumindest in der Nacht – in einen Stall ein. Außerdem montierte er eine Wildkamera, um dem Hühnerjäger auf die Spur zu kommen. 

»Wahrscheinlich handelt es sich um einen Fuchs. Möglich wäre auch ein Goldschakal«
Johann Waich, Bezirksjägermeister

Mitte Mai machte dann die Kamera den ersten Schnappschuss des Raubtiers. Man sah darauf aber nur den Kopf des Tiers – und sofort wurde gerätselt, um was es sich handeln könnte. Hermann Nebels Hühnern konnte der Räuber damals nichts mehr anhaben, sie waren im Stall in Sicherheit. Also zog das Tier ein Haus weiter zu Nebels Bruder – und tötete dort alle Hühner.

War es ein Fuchs oder gar ein Wolf?, fragte sich Nebel und zeigte das Bild herum. Ein Tierarzt meinte, dass es sich um einen Goldschakal handeln könnte, genau sagen könne er es aber nicht. Auch befreundete Jäger konnten keine genaue Auskunft geben. Zu unscharf waren die Nachtaufnahmen der Wildkamera.

»Niemand konnte eindeutig bestätigen, dass es sich dabei um einen Fuchs handelt. Von der Größe her könnte es auch ein Wolf gewesen sein. Vielleicht traut sich nur niemand, es laut auszusprechen, um eine Panik zu vermeiden«, meint Nebel.

Die Unterkärntner Nachrichten zeigten die Aufnahme Bezirksjägermeister Johann Waich und fragten ihn um seine Expertenmeinung. Waich teilte mit: »Es ist mehr  als unwahrscheinlich, dass es sich beim Übeltäter um einen Wolf handelt. Möglich wäre ein Goldschakal, zumal sein Beutespektrum dem des Fuchses gleicht. Wahrscheinlich handelt es sich aber um einen Fuchs. Das Foto lässt aber aufgrund der schlechten Qualität keine sichere Aussage zu.«

Beim Goldschakal handelt es sich um eine eng mit dem Wolf verwandte Art der Hunde. Er ist der einzige Schakal, der in Europa lebt. Sein Hauptverbreitungsgebiet liegt am  Balkan.

In den vergangenen Jahren hat er sich aber weiter in den Norden ausgebreitet. 2017 kam es erstmals zu Sichtungen in Kärnten, die sich mittlerweile immer mehr vermehrt haben. Bejagt werden darf der Goldschakal nicht.

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