Namhafter Wolfsberger bekennt sich zu »illegaler« Tafel am Kreisverkehr: »Denn dort passiert nichts«Ausgabe 22 | Mittwoch, 2. Juni 2021

Der Mann brachte am Kreisverkehr an der Autobahn-Anschlussstelle Wolfsberg Süd eine symbolische Darstellung der Stadt an. Er erklärt seine Beweggründe – und ärgert sich über die Entfernung. Die Straßenmeisterei sagt: »Sie kann bei uns abgeholt werden.«

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Wolfsberg. Das Geheimnis ist gelüftet – zumindest teilweise. Es war ein bekannter Bürger der Bezirkshauptstadt, der am Kreisverkehr an der Autobahn-Anschlussstelle Wolfsberg Süd eine selbst kreierte Tafel angebracht hat. Darauf zu sehen: Ein stilisierter Wolf, der von einem »S« und den Worten »Berg« und »Lavanttal« umgeben ist. Verbindet man die einzelnen Elemente, entsteht »Wolfsberg im Lavanttal«. Mittlerweile ist sie allerdings wieder verschwunden.

»Ja«, sagt der Mann zu den Unterkärntner Nachrichten, »ich habe diese Tafel aufgestellt. Die Idee dazu hatte ich nach einem Gespräch mit Bürgermeister Hannes Primus. Ich hatte ihn gefragt, warum der Kreisverkehr noch immer leer ist, worauf er antwortete, es liege nicht an ihm, sondern am Land Kärnten.«

»Ja, ich habe diese Tafel aufgestellt. Die Idee hatte ich nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister«
Ein bekannter Wolfsberger der nicht genannt werden will

Darauf entwarf der Wolfsberger, der ungenannt bleiben will, besagtes Motiv und ließ es auf eine Kunststofffolie drucken. Am Samstag, 22. Mai, kraxelten er und ein Helfer um 6 Uhr morgens auf den Hügel im Kreisverkehr und brachten die Tafel an. »Ich bin der Meinung, dort muss etwas geschehen, da gehört ein Namensschild der Stadt hin. Wenn das nicht passiert, ist es ein Trauerspiel. Unsere Stadt und das Lavanttal sind so schön, wir brauchen eine Visitenkarte für alle, die von der Autobahn zu uns kommen. Und seit Jahren geschieht dort nichts.« Er wollte mit der Tafel etwas für die Stadt und das Tal tun – und die Verantwortlichen in Klagenfurt aufrütteln. Wie viel Geld er dafür ausgab, bleibt sein Geheimnis: »Das geht keinen etwas an.« Auf sein Wolfsberg-Motiv, das nicht jedem gefiel, wie die Diskussion auf Facebook zeigte, ist er übrigens sehr stolz: »Ich habe es mir auch patentieren lassen.«

Doch am Mittwoch, 26. Mai, war die Tafel plötzlich wieder weg. »Ich war das nicht«, sagt der Aufsteller, der über die Demontage nicht erfreut ist. »Und ich mache jetzt auch nichts mehr.«

Tafel wurde abgeräumt

»Wir haben sie entfernt«, sagt Manfred Gaber, Chef der Straßenmeisterei Wolfsberg. »Es ging starker Wind und die Tafel stand bereits schief.« Zum Schutz vorbeikommender Fahrzeuge wurde sie abgeräumt. »Der Besitzer kann sie gerne bei uns abholen«, sagt Gaber.

Bürgermeister Primus meint zu der Aktion: »Es ist etwas Kreatives, und ich kann mir schon vorstellen, wer sie aufgestellt hat. Der Kreisverkehr gehört aber zur Landesstraße und fällt nicht in die Zuständigkeit der Stadt. Wäre sie in meinem Bereich gelegen und hätte sie niemanden gefährdet – ich hätte sie nicht entfernt, solange das geplante Objekt nicht am Kreisverkehr angebracht ist.«

Apropos: Ist mittlerweile Bewegung in die Gestaltung gekommen? »Nein«, sagt Primus, »ich habe nichts gehört. Und es liegt nicht an uns.«

Wie berichtet, sollen an besagter Stelle die beiden Buchstaben »WO« errichtet werden. Die Installation – Kosten: 25.000 Euro, erdacht vom Künstlerduo »1000plus«, bestehend aus Irmgard Siepmann und Martin Hahnl – sieht zwei überdimensionale Ausgaben des Buchstaben »V« vor, einmal aus Holz, einmal aus Metall. Aus einer bestimmten Richtung betrachtet, ergeben sie ein »W«, das mit dem aus rostfreiem Stahl gefertigten »O« daneben »WO« oder »Wolfsberg« bildet.

Wie der Kreisverkehr sollte auch das Objekt von Land, Stadt Wolfsberg und dem Autobahnerhalter Asfinag gemeinsam bezahlt werden. Zuletzt hieß es aber aus dem Büro des zuständigen Landesrats Martin Gruber (ÖVP), Wolfsberg hätte seine Finanzierungszusage zurückgezogen. Primus bestreitet das und betont, es sei bereits jetzt »alles bezahlt«. Trotzdem rührt sich nichts mehr ...

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