Bezirkshauptmannschaft geht auf Nummer sicher: Bauverhandlung zu Schweinestall wurde abgesagtAusgabe 18 | Mittwoch, 5. Mai 2021

Beinahe in letzter Sekunde platzte der Termin: Kürzlich sollte über den umstrittenen Stall in Oberaigen verhandelt werden. Gegner äußerte im Vorfeld seine Skepsis, schließlich kam die Absage. Erinnerungen werden wach, der Bezirkshauptmann dementiert aber.

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Wolfsberg, St. Andrä. Wieder hat es nicht sollen sein. Die zuletzt anberaumte Bauverhandlung für den geplanten Schweinestall, den der  Wolfsberger Landwirt Ewald Halbrainer auf seinem Grund in Oberaigen im Gemeindegebiet von St. Andrä errichtet will (wir berichteten), ist abermals geplatzt.

Otmar Kontsch, Anrainer und entschiedener Gegner des Projekts, hatte davor in einem Schreiben auf die Gefahren hingewiesen, die eine solche Veranstaltung – geplant war sie für Mittwoch, 21. April – angesichts der Corona-Pandemie mit sich bringen würde. Allein auf die Liste der geladenen Personen schienen 63 Menschen aus vier Bundesländern auf. Der Wolfsberger Bezirkshauptmann Georg Fejan sagte die Bauverhandlung, die vor Ort sowie im Wolfsberger Veranstaltungszentrum KUSS hätte stattfinden sollen, am Freitag, 16. April, ab.

»Ich habe mein Erstaunen darüber ausgedrückt, dass man trotz der Pandemie verhandeln wolle«
Otmar Kontsch, Gegner des Schweinestalls

Damit werden Erinnerungen an die mündliche Verhandlung zur Erteilung der Genehmigung der Umweltverträglichkeitsprüfung für den Windpark Bärofen wach, die am 20. Oktober 2020 im Festsaal von Frantschach-St. Gertraud über die Bühne ging.

Robert Gritsch, Sprecher der »Bürgerinitiative für ein windradfreies Lavanttal«, hatte sich im Vorfeld dagegen ausgesprochen und vor Ansteckungen gewarnt. Tatsächlich erkrankte Gritsch danach an Corona. Er sandte deswegen auch eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Klagenfurt, die die Vorgänge prüfte und die Anzeige letztlich zurücklegte. Fejan sagt dazu: »Diese Sache spielte bei der Absage der jetzigen Verhandlung keine Rolle.«

Hochrisikogruppe

Anrainer Kontsch sagt: »Ich habe nach der Benachrichtigung über die Bauverhandlung ein Schreiben an Landeshauptmann Peter Kaiser, seine beiden Stellvertreterinnen Beate Prettner und Gaby Schaunig sowie die St. Andräer Bürgermeisterin Maria Knauder und Bezirkshauptmann Fejan gerichtet. Ich drückte darin meine Überraschung darüber aus, dass man trotz der Pandemie verhandeln wolle, wo doch viele Teilnehmer aufgrund ihres Alters zur Hochrisikogruppe gehören und teils aus Wien angereist wären.« Er merkte weiters an, dass die Veranstaltung den angeordneten Verhaltensweisen widersprechen würde und bat um eine entsprechende Überprüfung. Schließlich beantragte er die Verschiebung, »um das gesundheitlich Risiko in Grenzen zu halten«.

»Die Ereignisse bei der UVP in Frantschach-St. Gertraud spielten bei der jetzigen Absage keine Rolle«
Georg Fejan, Bezirkshauptmann

Bezirkshauptmann Fejan: »Bereits als die Bauverhandlung vor einigen Wochen ausgeschrieben wurde, haben wir festgelegt, dass wir kurz vorher beurteilen werden, ob wir sie abhalten oder nicht. Es gab darauf mehrere Eingaben von Beteiligten, die darauf verzichten wollten. Rechtlich wäre die Durchführung möglich gewesen, dennoch haben wir uns letztlich zur Verschiebung entschlossen.«

Diese Entscheidung sei nicht leicht gewesen, denn die Infiziertenzahlen im Bezirk seien im Sinken begriffen. »Trotzdem wählten wir die Sicherheitsvariante, denn die Verhandlung hätte den ganzen Tag gedauert«, so Fejan.

Mit den (schlechten) Erfahrungen rund um die UVP in Frantschach und die folgende Aufregung habe die Entscheidung laut dem Bezirkshauptmann nichts zu tun: »Die damaligen Ereignisse haben eher die Wahl des Verhandlungsorts beeinflusst: Die Bauverhandlung hätte ja im KUSS stattfinden sollen. Einen Zusammenhang mit der Absage gab es nicht.« Sie soll jetzt nicht auf die lange Bank geschoben, sondern in absehbarer Zeit, abhängig von der weiteren Corona-Entwicklung, abgehalten werden.

Landwirt Halbrainer, der seit 2010 (!) für einen Schweinestall kämpft, sagt: »Ich und die von meiner Seite Beteiligten hätten sich vor und nach der Bauverhandlung natürlich testen lassen. Jetzt werde ich weiter warten. Ich hoffe, dass bald verhandelt werden kann.«

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