Noch immer kein Kunstobjekt beim Kreisverkehr: Jetzt soll die Schuld plötzlich in Wolfsberg liegen Ausgabe 13 | Mittwoch, 31. März 2021

Laut Auskunft des Landes habe die Bezirkshauptstadt ihre Finanzierungszusage für die Installation bei der Autobahn-Anschlussstelle im Süden zurückgezogen. Bürgermeister Hannes Primus bestreitet das: »Alles bezahlt!« Immerhin gibt es jetzt ein Fundament.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Noch immer »nackt« präsentiert sich der Kreisverkehr im Süden Wolfsbergs. Eigentlich sollte hier seit 2019 eine Kunstinstallation stehen. Foto: Hok

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Wolfsberg. Da soll sich noch einer auskennen. Die eine Seite sagt, die Zusage zur Zahlungsbeteiligung sei zurückgezogen worden, die andere Seite bestreitet das. Und eine Skulptur für den Kreisverkehr an der Autobahn-Anschlussstelle Wolfsberg Süd gibt es noch immer nicht. 

Wie ausführlich berichtet, sollen an besagter Stelle die beiden Buchstaben »WO« angebracht werden. Ursprünglich war geplant, das Kunstobjekt 2019 einzuweihen. Jetzt zwei Jahre später, gibt es zwar immerhin ein Fundament, von den Buchstaben ist aber weiter nichts zu sehen.

»Wolfsberg hat seine Zusage zur Finanzierung zurückgezogen«
Aus dem Büro von LR Gruber gab es diese Auskunft

Finanziert wurde der Kreisverkehr von Land, Stadt Wolfsberg und dem Autobahnerhalter Asfinag gemeinsam. Beim Land ist die für Straßen und Brücken verantwortliche Abteilung 9, die zu den Referaten von Landesrat Martin Gruber (ÖVP) zählt, für die Causa zuständig. Auf Nachfrage in dessen Büro, wie es um die Zukunft der Gestaltung des Wolfsberger Kreisverkehr stehe, heißt es: »Ausgemacht war, dass wie die Errichtung auch die Gestaltung des Kreisverkehrs zu gleichen Teilen von Asfinag, Stadt und Land finanziert wird.«

Wolfsberg habe aber seine Finanzierungszusage zurückgezogen, »daher wird das Projekt von uns nicht weiter verfolgt. Wenn die Stadt bereit ist, mitzuzahlen, sind auch wir gerne bereit, unseren Teil beizutragen«, ist aus Grubers Büro zu hören.

Na, da schau her, denkt man sich noch, ehe man die Nummer des Wolfsberger Bürgermeisters Hannes Primus (SPÖ) wählt. Allerdings: Der weist die Schuld am noch immer »nackten« Kreisverkehr von sich. »Wir haben keinen Rückzieher bei den Kosten gemacht«, sagt Primus, »im Gegenteil. Uns liegt ein Schreiben vom Dezember des Vorjahrs vor, dass wir alles bereits bezahlt haben. Wir beteiligten uns auch an der Beleuchtung, das bestehende Fundament haben wir übernommen.« Wie es jetzt mit der Skulptur weitergeht, weiß auch der Bürgermeister nicht.

»Das stimmt nicht, wir machen keinen Rückzieher, wir haben bereits alles bezahlt«
Hannes Primus, Wolfsberger Bürgermeister

Die Geschichte des Kreisverkehr ist bereits eine lange. Im Dezember 2017 wurde er auf der Packer Straße eröffnet und entschärft seither einen Verkehrsknoten, an dem es zuvor oft zu brenzligen Situation gekommen war. Bei der Eröffnung dabei waren der damalige Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz (SPÖ) und der mittlerweile ebenfalls nicht mehr amtierende Straßenbau-Landesrat Gerhard Köfer (Team Kärnten). Weil alle mit dem 1,378 Millionen Euro teuren Kreisverkehr ihre helle Freude hatten, sollte er mit einem Kunstwerk gekrönt werden. Ein Wettbewerb für die künstlerische Gestaltung wurde ins Leben gerufen, den das Künstlerduo »1000plus«, bestehend aus Irmgard Siepmann und Martin Hahnl, gewann. 

Deren Installation – Kosten: 25.000 Euro – sah zwei überdimensionale Ausgaben des Buchstaben »V« vor, einmal aus Holz, einmal aus Metall. Aus einer bestimmten Richtung betrachtet, ergeben sie ein »W«, das mit dem aus rostfreiem Stahl gefertigten »O« daneben »WO« oder »Wolfsberg« ergeben sollte. Abgemacht war, die Kosten – wie schon beim Kreisverkehr praktiziert – zwischen Asfinag, Land Kärnten und Stadt Wolfsberg zu teilen. 

Ursprünglich sollte das Objekt 2019 aufgebaut sein, später war vom Frühjahr 2020 die Rede. Als sich auch dann nichts rührte, fragten die Unterkärntner Nachrichten im Mai des Vorjahres bei der Asfinag nach. Dort meinte man, es sei Sache des Landes, die nächsten Schritte einzuleiten. Vom Land gab es die Auskunft, man habe alles erledigt, das Künstlerduo »1000plus« müsse die Buchstaben aufzustellen. 

Hahnl wieder sagte, es liege am Fundament, das erst gebaut werden müsse. Sei es soweit, würden die ÖBB die Installation, die sie auch anfertigen, aufstellen. Außerdem hätten sich erst der Winter, dann Corona, schließlich ein finanzieller Stopp der öffentlichen Hand als Hemmschuhe erwiesen. »Ich hoffe, dass die Installation im Herbst steht«, so Hahnl, der jetzt nicht erreichbar war, damals. Mittlerweile existiert das Fundament, die »Koordinationsprobleme«, wenn man es so nennen will, bestehen aber weiter. Steht zu hoffen, dass die Stadt nicht »w. o.« gibt ...

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