Die Suche hat ein Ende: Am »Tor« zum Hohen Platz entsteht derzeit ein wahres SchmuckstückAusgabe 12 | Mittwoch, 24. März 2021

Jahrelang wurde ein Käufer für das Kudrinka-Haus, Hoher Platz 21, gesucht. Iwan Lobikow hat das Gebäude kürzlich erworben und gleich mit den Arbeiten begonnen. Außen bleibt das Gebäude historisch, innen werden zehn moderne Wohnungen geschaffen.

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Wolfsberg. Vor zwei Jahren berichteten die Unterkärntner Nachrichten über das Haus am Hohen Platz 21, das auf der Internetplattform »willhaben.at« um einen Euro zum Verkauf angeboten worden war. Dass es sich beim veranschlagten Euro nicht um den wahren, sondern um einen symbolischen Preis handelte und in Wahrheit der Meistbietende den Zuschlag erhalten sollte, war klar. 

Lange Zeit hat sich bei der Immobilie nichts getan. Doch nun wurde ein Käufer gefunden. Iwan Lobikow, im Lavanttal bekannt als Betreiber des Ferienhauses Edelweiß auf der Koralpe, hat kürzlich zugeschlagen und das altehrwürdige Haus am Hohen Platz, Ecke Getreidemarkt erworben. Seit Anfang Februar laufen die Bauarbeiten auf Hochtouren. Über den Kaufpreis wird zwar nichts verraten, doch über die Pläne spricht Lobikow: »Es wird ein Gebäude werden, in dem man in modern ausgestatteten, qualitativ hochwertigen Wohnungen in einem historischen Gebäude wohnen kann. Es entstehen zehn Wohnung mit Größen von ca. 55 bis 130 Quadratmeter.« Die beiden Geschäfte, Juwelier Roth und Uhren-Schmuck Kudrinka im Erdgeschoß, bleiben. 

»Man wird in qualitativ hochwertigen Wohnungen in einem historischen
Gebäude wohnen«
Iwan Lobikow, Hausherr

Im Dachgeschoss werden vier Penthouse-Wohnungen errichtet, mit Blick auf Schloss Wolfsberg. »Das Dach zum Hohen Platz bzw. zum Getreidemarkt wird historisch belassen, zum Innenhof hin wird es aufgeklappt und mit Glas versehen. So entsteht eine Galerie für die Penthouse-Wohnungen«, sagt Lobikow.

Mit dem Denkmalschutz, unter dem das Gebäude steht, gibt es laut Lobikow keine Probleme: »Es ist eine Herausforderung, aber da ich Erfahrung in der Branche habe und dieses Haus für mich persönlich interessant ist, stehe ich mit Leib und Seele dahinter. Wir arbeiten mit dem Denkmalamt sehr gut zusammen, aber natürlich muss man auch Kompromisse eingehen. Ich habe damit aber überhaupt kein Problem.«

Fertigstellung noch heuer

Die Arbeiten sollen innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden. Lobikow: »Wir geben richtig Gas. Wenn die Genehmigungen schnell abgewickelt werden, steht einem Fertigstellungstermin noch in diesem Jahr nichts im Wege.« 

Für den Bau wurden heimische Firmen engagiert. Die Fenster und Türen werden von der Tischlerei Zarfl gefertigt, für die Installationen zeichnet das Unternehmen Kostwein verantwortlich, den Dachstuhl macht die Tischlerei Poms und für die Elektrik sorgt die Firma CS Elektrotechnik. Investiert wird in die Sanierung und Neugestaltung ein Millionenbetrag, die genaue Summe will der neue Besitzer nicht nennen.

Liebe auf den ersten Blick

Wie kam der Unternehmer auf das historische Haus am Hohen Platz? »Ich war 2019 erstmals im Lavanttal und es war Liebe auf den ersten Blick. Im April habe ich das Haus Edler auf der Koralpe gekauft und sofort mit der Sanierung begonnen. Das Haus wird nun unter dem Namen Haus Edelweiß geführt. Noch vor Weihnachten waren die Arbeiten abgeschlossen und ich konnte die ersten Gäste begrüßen«, erzählt Lobikow.  

Seither habe er mit dem Gedanken gespielt, nach Wolfsberg zu ziehen, und sich auf die Suche nach einer Immobilie gemacht. »Ich habe das Kudrinka-Haus schließlich im Internet gefunden und es hat mir sofort gefallen. Es ist ein interessantes historisches  Objekt. Da musste ich einfach zuschlagen.« Der Bauunternehmer wohnt derzeit im Lavanttal, nach der Fertigstellung des Hauses am Hohen Platz möchte die Familie Lobikow nach Wolfsberg ziehen. 

Das Haus Nummer 21

Das Haus ist ein dreigeschoßiger Bau aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die frühhistoristischen Platzfassaden stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. An der Hausecke befindet sich ein im Kern spätmittelalterlicher Erker im Bereich des zweiten Obergeschoßes. Darunter ist in einer Nische die Skulptur einer Verkündigungsmadonna aus dem 18. Jahrhundert aufgestellt. Der dazugehörige Verkündigungsengel befindet sich am Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Der Innenhof besitzt Säulenarkaden über zwei Geschoße, an der Südseite nur im ersten Obergeschoß.

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