Über drei Poller am Hohen Platz wurde vor einem Jahr heiß diskutiert: Sie sind noch nicht vom TischAusgabe 9 | Mittwoch, 3. März 2021

Auch wenn man lange nichts mehr gehört hat: Die vollautomatische Absperrung des Wolfsberger Platzes ist nicht ad acta gelegt. Laut Bürgermeister Primus wird im Zuge der Sanierung des Schoßbachs entschieden, ob sie umgesetzt werden können – oder nicht.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Ein Blick auf den Hohen Platz vor einem Jahr. Bei Veranstaltungen wurde der Platz mit einem Scherengitter gesperrt. An dieser Stelle sollen die drei Poller eingebaut werden. UN/much

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Wolfsberg. Vor einem Jahr gingen wegen dieses Themas wochenlang die Emotionen hoch – und plötzlich war es wieder aus der Öffentlichkeit verschwunden. Gemeint ist die Ankündigung des damaligen SPÖ-Bürgermeisters Hans-Peter Schlagholz, drei ferngesteuerte Poller auf dem Wolfsberger Hohen Platz zu errichten und damit den Verkehr bei Bedarf draußen zu halten. Es folgte ein Aufschrei der ansässigen Unternehmerschaft, die sich großteils strikt dagegen verwehrte. Zugleich meldeten sich aber auch Bürger zu Wort, die meinten, es sei »höchste Zeit« für eine solche Maßnahme. Dann trat wieder  Stille ein.

»Man wird schauen, ob die Poller vernünftig integriert werden können«
Hannes Primus, Bürgermeister

Und heute? Hat die Stadtregierung die Poller ad acta gelegt? Durchaus nicht. Vergangene Woche meinte Bürgermeister Hannes Primus (SPÖ) auf die Frage, ob die Poller noch aktuell seien: »Es wurde schon damals gesagt, dass ihre Errichtung nur gemeinsam mit der Sanierung des Schoßbachs möglich wäre. Dabei muss der Getreidemarkt aufgerissen werden und man wird schauen, ob die Poller vernünftig integriert werden können.« Das heißt, bisher ist das letzte Wort nicht gesprochen.

Durchzugsverkehr rollt weiter

Klar ist aber auch, dass sich die Begegnungszone am Hohen Platz, der im September 2019 nach dem Umbau offiziell eröffnet wurde, bisher nicht bei allen durchgesetzt hat. Das weiß auch der Bürgermeister. Primus meinte zuletzt bei den »Wahlgesprächen« mit den Unterkärntner Nachrichten: »Leider gibt es am Hohen Platz noch immer starken Durchzugsverkehr, da muss noch etwas gemacht werden.«  Was das sein könnte, sagte er nicht. Auch die seit Einführung der Begegnungszone geltende Tempobeschränkung von 20 km/h wird von vielen Autofahrern nicht beherzigt, gerade im abschüssigen Teil in Richtung Rathaus. Die Gleichberechtigung von Fußgehern und Fahrzeugen ist in diesem Bereich nie gelebte Realität geworden.

Wie berichtet ging Schlagholz im Februar des Vorjahrs mit dem Poller-Plan in die Öffentlichkeit. Sein Vorhaben beinhaltete die Idee, beim Bardel-Eck, also an der Einfahrt zum Hohen Platz, drei vollautomatische Poller zu installieren. Damit sollte er während Veranstaltungen wie dem KuKuMa für Autos unzugänglich gemacht werden. Die Kosten der Errichtung wurden damals mit rund 35.000 Euro angegeben. Zur Finanzierung meinte Schlagholz, bei der Neugestaltung des Platzes seien »einige Tausend Euro« übrig geblieben, die nun in Poller investiert werden sollten. Außerdem dachte er laut darüber nach, den Platz nicht nur während Veranstaltungen für den Verkehr zu sperren, sondern auch ein Nachtfahrverbot zu erlassen, um die Lebensqualität der Anrainer zu erhöhen, wie es hieß.

Schlagholz vor einem Jahr: »Die Poller müssen vollautomatisch sein. Geschäftsleute und Bewohner erhalten eine Fernbedienung, damit sie den Hohen Platz jederzeit barrierefrei befahren können.«

Der frühere Bürgermeister trat mit seinem Vorstoß – wohl ungewollt – eine ausufernde Diskussion los. Während das geplante Nachtfahrverbot von den Anrainern begrüßt wurde, fanden Unternehmer wütende Worte zur Absperrmaßnahme. Ein Geschäftsmann meinte zu den Unterkärntner Nachrichten: »Ein Poller ist völlig überflüssig, Geldverschwendung. Wenn die Straße abgesperrt ist, geht auch die Kundenfrequenz zurück. Auch während des KuKuMa ist es nicht notwendig, den Hohen Platz zu sperren.« Angemerkt wurde auch, dass am Hohen Platz nur noch rund 20 Menschen leben, aber an die 200 Mitarbeiter in den Geschäften beschäftigt seien. 

Man darf gespannt sein, ob die Diskussion tatsächlich nochmals geführt wird, wenn der Umbau des Getreidemarkts ansteht.

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