Franz Grünwald: »Es ist die beste Variante zum Wohl des Unternehmens«Ausgabe 8 | Mittwoch, 24. Februar 2021

Franz Grünwald von PMS und Philipp Schupfer von Invest AG im Gespräch mit den Unterkärntner Nachrichten über die Partnerschaft der beiden Unternehmen.

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Warum ist Alfred Krobath bei der PMS ausgestiegen?

Franz Grünwald: Alfred und ich haben uns Anfang 2020 dazu entschlossen, in Investorengespräche einzusteigen, um in Zeiten des raschen Wandels breiter aufgestellt zu sein und mehr Sicherheit für das Unternehmen und die Mitarbeiter bieten zu können. Während der Gespräche sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass aufgrund unterschiedlicher Auffassungen hinsichtlich der zukünftigen Unternehmensausrichtung eine Weiterführung mit einem Mehrheitseigentümer die beste Variante für das Wohl des Unternehmens ist. Wir sind übereingekommen, dass ich die Anteile von Alfred Krobath übernehme und das Unternehmen mit strategischer Minderheitsbeteiligung eines Finanzpartners weiterführe. 

Wie ist es zum Einstieg der Invest AG gekommen?
Grünwald:
Im Zuge der Investorengespräche war die Invest AG von Anfang an dabei. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Invest AG für uns der vernünftigste und verlässlichste Partner für eine strategische Zukunft ist, und somit haben wir uns am Ende des Tages für die Invest AG entschieden.

Herr Schupfer, was hat Sie dazu bewegt, bei der PMS einzusteigen?

Philipp Schupfer: Wir sehen in der PMS ein sehr solides, starkes, innovatives und zukunftsorientiertes Unternehmen, das auch sehr viel für die Region tut. Das hat uns von Anfang an begeistert und überzeugt. Man sieht das an vielen Beispielen, wie dem starken Lehrlingsausbildungszentrum, zum anderen die Lehrgänge, die man gemeinsam mit der FH Kärnten aufsetzt. Geplant sind auch Gründergaragen. Es sind in Summe wirklich starke Initiativen, die auch für die Entwicklung der Region entscheidend sind. 
Und für mich persönlich der wichtigste Punkt: Die persönlich sehr gute Chemie, die Franz und ich von Anfang an hatten.
Grünwald: Ganz genau.

Wie sind die Verhandlungen verlaufen? Ging alles recht einfach und unkompliziert über die Bühne oder waren einige Hürden zu überwinden

Grünwald: Von meiner Seite kann ich nur sagen, dass eine unbürokratische und rasche Abwicklung durch das Team der Invest AG der wesentliche Erfolgsfaktor für die reibungslose Anteilsübernahme war. Vor allem bin ich sehr erfreut, dass wir es geschafft haben, mit einem starken österreichischen Investor die nächsten Qualitätsschritte mit unserem Unternehmen gehen zu können.
Schupfer: Der Einstieg eines Investors ist natürlich immer etwas Belastendes. Aber wir versuchen immer so pragmatisch und minimal invasiv wie möglich vorzugehen. Wir haben Anfang Dezember 2020 mit den Gesprächen begonnen und nun Mitte Februar alles finalisiert. 

Wie wirkt sich der Einstieg der Invest AG auf die PMS aus?

Grünwald: Große und wesentliche Änderungen wird es jetzt am Start nicht geben. Durch die Beteiligung werden wir aber natürlich versuchen, Synergien zu nutzen, um uns noch effizienter am Markt zu positionieren und neue Wachstumsfelder zu erschließen. 
Die Invest AG soll aber auf jeden Fall längerfristig als strategischer Partner beteiligt sein, und ein Rückkauf der Anteile ist eine gemeinsame Zielsetzung.
Das heißt: Wir werden uns gemeinsam entwickeln, und am Ende des Tages sollte ich die Anteile wieder zurückkaufen. 
Schupfer: Genau so ist es.

Werden alle Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze behalten?

Grünwald: Aus jetziger Sicht sowieso. Ich muss sagen, dass unsere Situation trotz Covid-19 sehr positiv ist. Wir haben einen sehr guten Auftragseingang und eine sehr zufriedenstellende Auslastung  unserer neuen Fertigung.
Auch was die Vorhersage für das laufende Jahr sagt, sieht es sehr gut aus. Bei uns gibt es ständig eine Suche nach Spezialisten im Bereich Automatisierung, Robotik, aber auch Personal für Fertigung und Montage. Bei uns braucht niemand Angst haben, dass Arbeitsplätze  gestrichen werden. 
Schupfer: Das möchte ich auch noch einmal unterstreichen, dass unser gemeinsamer zukünftiger Weg unter dem Stern des Wachstums steht. 

Gibt es für die kommenden Jahre bereits konkrete Pläne?

Grünwald: Konkrete Pläne ja. Wir sehen die Krise als Chance. Wir befinden uns in Branchen, wo es derzeit einen großen Umbruch gibt, wie Industrie 4.0, Robotik usw. Wir wollen versuchen, durch Bündelung von Kompetenzen, Ergänzung in unseren Bereichen, Kundenausrichtungen neu zu gestalten, um speziell in diesen Märkten ein neues Wachstumsfeld zu erobern. 

Wie hat sich die Corona-Krise auf PMS ausgewirkt?

Grünwald: Es war Gott sei Dank so, dass wir als systemrelevantes Unternehmen eingestuft wurden. Somit hatten wir auch in der Corona-Krise eine doch sehr gute Auslastung. Wir haben die Krise bis jetzt sehr gut bewältigt. Ich hoffe, dass es so weiter geht. Man kann zwar durch die Corona-Maßnahmen nicht immer so effizient arbeiten. Aber wir kommen sehr gut über die Runden.

Wird die Kooperation mit der FH Kärnten fortgeführt?

Grünwald: Das Technikum wird auf jeden Fall fortgeführt. Das Projekt FH im Lavanttal war von Anfang an für Alfred und mich eine Herzensangelegenheit. Es ist ein Leuchtturmprojekt für die gesamte Region. Wir sind sehr froh, dass alle Gemeinden des Tals und das Land Kärnten dieses Projekt unterstützen. Damit können wir eine Top-Ausbildung für das Lavanttal und ganz Unterkärnten bereitstellen. 

Letzte Frage: Was bedeutet die Abkürzung PMS eigentlich?

Grünwald: PMS steht für Planung, Montage, Service.

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