Internetbetrug: Ein Unterkärntner wurde auf einer Investment-Plattform so richtig abgezocktAusgabe 25 | Mittwoch, 17. Juni 2020

Ein Unterkärntner hat auf einer Investment-Plattform Kryptowährung gekauft. Als er nach der Zahlung von mehreren zehntausend Euro die Gewinnausschüttung forderte, wurde er eine Zeit lang vertröstet, bis schlussendlich auf Nachfragen nicht mehr reagiert wurde.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Der IT-Experte Christian Baumgartner (Bild links) warnt schon seit längerer Zeit vor der Abzocke mittels »Investment-Plattformen«. Bild rechts: Mit Fake-Mails und Fake-Postings in den sozialen Netzwerken werden die Opfer auf die Webseiten dubioser und betrügerischer Anbieter gelockt. Leider funktioniert es noch immer. Fotos: UN/much (1), kk (1)

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Wolfsberg. Bereits Anfang Mai stieß ein 47-jähriger Unterkärntner auf einer Onlineplattform auf eine Werbeeinschaltung, in der eine bis dato noch unbekannte Investment-Plattform beworben wurde. Auf dieser wurde eine bekannte Kryptowährung angeboten.

Daraufhin erstellte der Mann ein Konto auf deren Website. Es folgte eine Vielzahl von Anrufen und Angeboten verschiedener Finanzdienstleister. Mit einem davon stellte der Unterkärntner Kontakt telefonisch und per WhatsApp her. Dabei wurde er von einem unbekannten Täter, der sich als »Mark Still« ausgab aufgefordert, eine Online-Tradingsoftware herunterzuladen und zu installieren.

Zunächst überwies der Unterkärntner einen Erstbetrag von 250 Euro auf ein extra vom Finanzdienstleister eingerichtetes »Kraken«-Konto (Kryptowährungsbörse).

Nachdem durch die Tradingsoftware schnell beachtliche Gewinne erzielt wurden und der Finanzdienstleister dem Opfer weitere, noch weit höhere Gewinne versprach, ließ sich der Unterkärntner dazu hinreißen, insgesamt mehrere tausend Euro in mehreren Tranchen zu überweisen.

Mit der Zeit wurde der Unterkärntner misstrauisch, aber durch die Überredungskünste und Druck des Täters, ließ er sich noch weitere Male zu Überweisungen »überreden«. Und die Gewinne auf dem Tradingkonto schossen weiter in die Höhe. Nachdem das Handelskonto des Unterkärntners schließlich einen Betrag von mehreren zehntausend Euro aufwies, wollte der Unterkärntner eine Gewinnauszahlung.

Doch da spielte der Finanzdienstleister dann plötzlich nicht mit. Der Unterkärntner wurde vom Finanzdienstleister immer wieder vertröstet, dass es mit der Auszahlung noch ein wenig dauern werde. Nach mehrmaligen Anfragen des Unterkärntners, wann er nun mit der Auszahlung rechnen könne, wurde es dem »Finanzdienstleister« zu dumm und es wurde auf die Anfragen einfach nicht mehr reagiert.

Daraufhin erstattete er Anzeige wegen Betrugs bei der Polizei.

»Die Betrugsmasche mit Trading-Geschäften hat in den vergangen Monaten stark zugenommen und ist mittlerweile sehr  populär. Durch die raschen Gewinne, die man auf seinem Konto sieht, glaubt man an ein seriöses Geschäft. Danach werden die Opfer aber immer wieder zu weiteren Investitionen gedrängt und dann reißt der Kontakt zur Tradingplattform ab«, erzählt der Wolfsberg IT-Ermittler der Polizei Christian Baumgartner.

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