Lavanttalerin war schon vor der Pandemie infiziertAusgabe 24 | Mittwoch, 10. Juni 2020

Die Frau litt an Symptomen, die an Covid-19 erinnern – zu einer Zeit, als das Virus in Österreich nach offizieller Lesart noch gar nicht existierte. Erst dachte sie an eine gewöhnliche Grippe. Aber nach einem Test zeigte sich: Sie besitzt Antikörper gegen die Krankheit.

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Wolfsberg. Kursiert das Coronavirus doch bereits wesentlich länger im Land, als bisher angenommen? Eine Frau aus dem Bezirk Wolfsberg sagt, sie könnte schon im heurigen Jänner, als es die Krankheit in Österreich offiziell noch gar nicht gab, infiziert gewesen sein. Gleiches meint auch Christian Prinz, Inhaber der Gärtnerei und Blumengroßhandlung »Rosen Prinz« in Wolfsberg.

Kaffee mit Folgen
Prinz berichtet: »Im Jänner trank ich mit ihr und weiteren Personen Kaffee. Kurz später waren wir alle, einschließlich meiner Familie und meiner Mitarbeiter, lädiert. Bei mir dauerte es zehn Tage, bei meiner Frau zwei Wochen. Wir dachten natürlich, wir hätten eine Grippe aufgeschnappt, da die Frau schon bei unserem Zusammensein entsprechende Symptome hatte.« 

Heute glaubt Prinz etwas anderes: »Da bei ihr später Corona-Antikörper nachgewiesen wurden, lautet meine jetzige Einschätzung, dass es schon damals Covid-19 und keine Grippe gewesen ist.« Der Unternehmer stellte den Kontakt zwischen der betroffenen Dame, die ungenannt bleiben will, und den Unterkärntner Nachrichten her. Und tatsächlich sagte die 43-jährige Lavanttalerin im Gespräch: »Es ist richtig, ich habe vor etwa einem Monat bei einem Arzt in Klagenfurt einen Test machen lassen. Er teilte mir mit, dass ich Antikörper gegen das Coronavirus besitze.«

Wie sie sich angesteckt haben könnte, weiß sie nicht. Sie schilderte den Fall so: »Mein Kind hatte im Jänner Bronchitis und hustete. Ende Jänner hat es auch bei mir angefangen. Weil es sich nicht besserte, habe ich am 17. Februar einen Lungenfacharzt aufgesucht.« Er stellte eine beginnende Lungenentzündung und Bronchitis fest.« Später habe sie sich, aus Neugier«, wie sie sagt, einem Test unterzogen – mit bekanntem Ausgang. Nun ist auch die 43-Jährige der Meinung: »Es war wohl schon damals das Coronavirus, keine Grippe.« Nur kam damals noch niemand auf die Idee, was in Wahrheit hinter dem Husten und den Grippesymptomen steckte.

Mittlerweile sei ihre Lunge wieder in Ordnung. Folgeschäden, wie sie bei Covid-19 oft zurückbleiben sollen, sind ihr nicht bekannt. Kann es sein, dass das Virus bereits im Jänner in Kärnten die Runde machte?

Die Chronologie des Virus
Die Chronologie sieht so aus: Im Dezember 2019 wurde in der chinesischen Stadt Wuhan eine Häufung schwerer Lungenentzündungen mit unbekannter Ursache festgestellt. Am 7. Januar wurde bekannt gegeben, dass es sich bei dem Krankheitserreger um ein bisher unbekanntes Coronavirus handle. Ab Februar verbreitete sich die Krankheit in Europa und wurde von der Weltgesundheitsorga-nisation (WHO) am 11. März 2020 als Pandemie eingestuft.

Der erste offizielle Fall in Österreich wurde am 27. Februar bestätigt: Es handelte sich um einen 74-jährigen Mann, der zuvor wegen Grippesymptomen in der Wiener Krankenanstalt Rudolf-stiftung behandelt worden war. Erst am 5. März erreichte das Vi-rus nach bisherigem Wissenstand Kärnten: Eine 28-jährige Völkermarkterin hatte sich in Wien bei einer Bekannten infiziert. Der Rest ist Geschichte ...

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