Wolfsberger Parks sind gesperrt, keine Kontrolle parkender Autos, Bürgermeister appelliert an Bürger Ausgabe 12 | Mittwoch, 18. März 2020

Hans-Peter Schlagholz steht vor einer der größten Herausforderungen seiner Karriere. Im Interview mit den Unterkärntner Nachrichten erzählt er, wie er sich selbst vor dem Virus schützt, dass ihn der volle Parkplatz wunderte und was er von den Bürgern nun erwartet.

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Wolfsberg. Mit seinen 66 Jahren gehört er selbst zu jener Gruppe, deren Gesundheit durch das Coronavirus stark gefährdet ist: der Wolfsberger Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz (SPÖ). Trotzdem stellt ihn die derzeitige Lage wohl vor eine der größten Herausforderungen seiner langen politischen Karriere. Wie sprachen am Montag, 16. März, mit Schlagholz über die Corona-Krise.

Wie geht es Ihnen?
Zurzeit ist bei mir alles okay. Ich weiß, dass ich selbst gefährdet bin und aufpassen muss. Ich nehme die Lage sehr ernst, ich achte auf Hygiene, wasche mir oft die Hände und versuche, Abstand zu anderen zu wahren. Aber man darf sich selbst nicht zu wichtig nehmen. Ich bin heute seit 7 Uhr morgens im Büro, am Nachmittag haben wir eine gemeindeübergreifende Besprechung mit allen Lavanttaler Bürgermeistern.

Gibt es bereits Corona-Verdachtsfälle in Wolfsberg?
Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir keinen einzigen.

Heute morgen war der Parkplatz hinter dem Wolfsberger Rathaus fast bis auf den letzten Platz gefüllt – trotz der Ausgangsbeschränkungen. Was meinen Sie dazu?
Ich habe das auch gesehen und mich gewundert. Auch bei uns am Amt waren viele Leute. Aber jetzt ist es damit vorbei, das Rathaus ist gesperrt. Die vielen Leute am Morgen kann ich mir nur damit erklären, dass viele Menschen Dienst verrichten mussten oder sich noch rasch mit medizinischen oder Sanitätsartikeln eingedeckt haben. Die Vorgaben des Bunds haben gute Gründe, sie bewirken laut Meinung der Experten, dass wir die Krise in den Griff bekommen können. Voraussetzung ist aber umfassende Disziplin der Bevölkerung, die Maßnahmen einzuhalten ist unerlässlich.

Das Rathaus ist mittlerweile nicht mehr geöffnet?
Nein. Wir haben einige Mitarbeiter auf Sonderurlaub geschickt, vor allem junge Mütter. Aber alle Abteilungen sind besetzt, außerdem haben wir die Einlaufstelle personell verstärkt. Von dort werden Anliegen, die uns telefonisch oder per E-Mail erreichen, an die zuständigen Stellen weitergeleitet und dort bearbeitet. Das Wichtigste ist jetzt, dass die Verwaltung aufrecht bleibt und die Wünsche der Bevölkerung erfüllt werden können. Für unsere Mitarbeiter haben wir Desinfektionsmittel bereitgestellt.

In Klagenfurt darf nun kostenlos geparkt werden. Was ist in Wolfsberg geplant?
Wir heben die Parkordnung vorerst bis Sonntag auf. Ausgenommen ist der Hohe Platz, wo wir die freien Parkplätze für die dortige Apotheke brauchen.

Was passiert mit den Parks und Spielplätzen in Wolfsberg?
Sie wurden bereits alle gesperrt, Zettel mit den entsprechenden Hinweisen wurden angebracht.

Verfügt Wolfsberg über genügend Polizeibeamte und andere Überwachungsorgane, um die Einhaltung dieser und anderer Auflagen zu kontrollieren?
Ich kann nicht für die Polizei sprechen, aber ich weiß, dass dort alle verfügbaren Kräfte im Einsatz stehen. Die Stadt selbst verfügt über keine Kontrollorgane, ich appelliere aber an die Vernunft der Wolfsberger Bürger, die Bestimmungen einzuhalten.

Was ist Ihrer Meinung nach in dieser Situation das Wichtigste?
Dass die Menschen die von der Bundesregierung verhängten Maßnahmen beherzigen und sich nicht unnötig der Gefahr der Ansteckung aussetzen. Sie sollen daheim bleiben! Ich möchte nochmals an alle appellieren, die Bestimmungen ernst zu nehmen und sich daran zu halten. Nur so können wir die Krise bewältigen.

Amtsgebäude sind geschlossen, Bestattung bleibt weiter geöffnet

Zum Schutz der Bevölkerung und zur Verringerung des Verbreitungsrisikos des Coronavirus hat die Stadtgemeinde Wolfsberg per Verordnung eine Einschränkung des Parteienverkehrs und der Amtsstunden beschlossen. Parteienverkehr gibt es nur mehr nach telefonischer oder schriftlicher Vereinbarung, die  Amtsgebäude bleiben geschlossen. Rechtswirksame Schriftstücke können per Post, Fax oder e-mail eingereicht werden. Wesentliche Amtsabläufe bleiben im Interesse der Bevölkerung aber gewährleistet. »Wir bitten alle Wolfsberger um Verständnis für die kritische Situation und für die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie«, erklärte Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz in einer Aussendung.

Wer die Stadtgemeinde unbedingt erreichen muss, kann das unter der Telefonnummer 04352/537-0 (Fax: 04352-537-298) tun. Die Mail-Adresse lautet stadtno@spamwolfsberg.at, die Postadresse: Stadtgemeinde Wolfsberg, Rathausplatz 1, 9400 Wolfsberg.

Geschlossen sind bis auf weiteres das Museum im Lavanthaus und die Stadtbücherei Wolfsberg. Die Wiedereröffnung wird zeitgerecht bekanntgegeben.

Die Stadtwerke informieren

Auch die Wolfsberger Stadtwerke machen die Schotten dicht. Die Betriebsstandorte Lavanthaus, Wasserwerk, Recyclinghof und KUSS-Eventhalle sind gesperrt. Das Unternehmen versichert aber, dass die Versorgung gewährleistet ist. Aus den Stadtwerken heißt es: »Wir arbeiten rund um die Uhr für die Aufrechterhaltung der Infrastruktur und das Funktionieren des täglichen Lebens der Wolfsberger Bevölkerung.« Die Bestattung Wolfsberg ist geöffnet und unter der Nummer 0664/262 1255 ständig erreichbar, ebenso der Störungs- und Bereitschaftsdienst (0800 998820). 

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