»Die Westspange macht nur Sinn, wenn zeitgleich die Umfahrung Lavamünd Mitte gebaut wird« Ausgabe 30 | Mittwoch, 24. Juli 2019

Der Lavamünder Gemeinderat tagte am vergangenen Donnerstag. Die Tagesordnung beherrschte das Thema Umfahrung. Einstimmig wurden ein offener Brief an Landesrat Martin Gruber und Informationen an alle Regierungsmitglieder beschlossen.

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Lavamünd. Es ist ein wichtiges, aber aufgrund der mittlerweile über Jahr(zehnte) andauernden Diskussionen auch kompliziertes und vielschichtiges Thema: die Umfahrung von Lavamünd. Sie war das Hauptthema der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag. 

Ausführlich berichtete Gemeindevorstand Emmerich Riegler über die bisher geführten Gespräche und Entwicklungen in dieser Causa seit dem Jahr 2017. Von Seiten des Landes wurde im Oktober 2018 der Gemeinde eine Machbarkeitsstudie präsentiert. »Der Trassenverlauf wurde nicht veröffentlicht, daher ist es uns nicht erlaubt, näher darauf einzugehen«, so Riegler. Derzeit prüft das Land in Abstimmung mit der Gemeinde den Bau einer Westspange zwischen B 80 und der St. Pauler Landesstraße. Diese allein – so der einhellige Tenor im Gemeinderat – hätte jedoch keinen Sinn, da der Großteil des Lkw-Verkehrs im Osten von Slowenien herauf kommt bzw. nach Slowenien fährt. »Sie macht nur Sinn, wenn gleichzeitig auch die Umfahrung Lavamünd Mitte gebaut wird«, so Bürgermeister Josef Ruthardt. Dadurch könnte außerdem die Erde, die bei den Grabungsarbeiten zur Westspange anfällt, und die für den Bau von Lavamünd Mitte dringend benötigt wird, sofort und kostengünstig verwendet werden. 

Variante der Gemeinde

Die Gemeindevariante der Umfahrung, die sich in die Baulose Lavamünd West, Mitte und Ost unterteilt, sähe außerdem nur eine Steigung von maximal 4,7 Prozent vor, während die Landesvariante laut Riegler Steigungen von bis zu 8,5 Prozent hat.

Die Gemeindevariante wurde im März 2019 fertiggestellt und am 4. Juli dem Leiter der Abteilung 9, Volker Bidmon, präsentiert. »Die eingeladenen Landesräte Schaar, Gruber und Schuschnig sind nicht gekommen«, so Riegler.

Einstimmig verabschiedet wurde ein offener Brief an Landesrat Martin Gruber. »Das Land hat nicht erst 2016 von der Umfahrung gehört. Der erste Vorschlag für eine Studie stammt schon aus dem Jahr 2003«, so Ruthardt.

Informationen für alle

Des Weiteren erhalten alle Mitglieder der Landesregierung Informationen über die Ausgangssituation und die Gemeindevariante. »Das Land muss sich vor Baubeginn der Westspange zu einer Gesamtlösung entschließen«, fasste Ruthardt zusammen. Wobei die Gemeindevariante nicht der Weisheit letzter Schluss sein soll – sie ist ein Vorschlag, über den diskutiert werden soll.

Für die Gemeinderäte ist es keine Option, auf die Entscheidung Sloweniens zu warten, ob die bis zur Grenze geplante Schnellstraße, die derzeit bis Slovenj Gradec führt, weiter nach Lavamünd oder nach Bleiburg gebaut wird. Diese Entscheidung möchte das Land nämlich abwarten, ehe über eine Umfahrung für Lavamünd entschieden wird. Der Verkehr wird jedoch so oder so nicht weniger. »Es ist ein Fehler, immer auf Reaktionen aus Slowenien zu warten«, betonte der Bürgermeister.

Lob des Gemeinderats erhielt die heuer neu gegründete Bürgerinitiative Lavamünd, von dessen Kernteam etwa Gerald Hartmann unter den Zuhörern saß. An der ersten Kundgebung am 28. Juni nahmen rund 400 Personen teil. Die B 80 war am Hauptplatz für zwei Stunden gesperrt. Dadurch wurde der Stein in Sachen Umfahrung wieder richtig ins Rollen gebracht.

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