Wolfsberger Stadtwerke: Die entlassenen Mitarbeiter sind sich keiner Schuld bewusstAusgabe 28 | Mittwoch, 10. Juli 2019

Der externe Prüfbericht zu den Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung von zwei Bauprojekten hat die in einer internen Prüfung der Stadtwerke festgestellten Verdachtsmomente bestätigt. Die Dienstverhältnisse mit den betroffenen Mitarbeitern wurden beendet.

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Wolfsberg. Im Juni wurden im Rahmen einer internen Prüfung bei der Stadtwerke GmbH Unregelmäßigkeiten bei zwei abgeschlossenen Bauprojekten entdeckt. Zwei ranghohe Mitarbeiter wurden dienstfreigestellt und ein externer Sachverständiger mit der Prüfung der Unterlagen beauftragt (wir berichteten). In der Vorwoche wurde der Bericht vorgelegt, eilig eine Beiratssitzung einberufen und die Dienstverhältnisse mit den beiden betroffenen Mitarbeitern beendet. Grund dafür: »Bei der Prüfung der Unterlagen wurde festgestellt, dass die Verdachtsmomente weitgehend bestätigt wurden und darüber hinaus noch weiteres Fehlverhalten festgestellt wurde«, hieß es in einer Erklärung der Stadtwerke am Freitag. Die Höhe von Schadenersatzansprüchen ist Inhalt von laufenden intensiven Erhebungen. Die beiden Mitarbeiter – für sie gilt die Unschuldsvermutung – wurden noch am Freitag gefeuert. »Die Stadtgemeinde Wolfsberg und die Wolfsberger Stadtwerke GmbH setzen alles daran, dass die Angelegenheit rasch und gründlich aufgeklärt wird und behalten sich ausdrücklich weitere rechtliche Schritte vor«, teilte die Pressestelle der Stadtgemeinde Wolfsberg am Freitag mit.

Einer der entlassenen Mitarbeiter meinte am Montag zu den Unterkärntner Nachrichten: »Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass wir nichts falsch gemacht haben.« Noch immer ist den beiden nicht klar, was ihnen vorgeworfen wird. Eigentümervertreter Bürgermeister Hans-Peter Schlagholz (SPÖ): »Zu den Vorwürfen kann ich nichts sagen, dass unterliegt der Vertraulichkeit.« Laut Schlagholz werden nun sämtliche Bauprojekte bis Mitte 2015 überprüft.

Der Bürgermeister meint weiter, dass das jetzt vorgelegte Gutachten lediglich eine Vorprüfung war. Ein gerichtlich beeideter Sachverständiger soll sich nun um die weitere Aufklärung der Vorgänge bemühen.

Kuriose Geschichte
Das Kuriose an der Geschichte ist, wie ein Insider ausplauderte: »Der erste Satz im Prüfbericht lautet: Für das Gutachten wählte man die Form des Konjunktivs, da nicht alle Unterlagen vorgelegt wurden.« Welche Unterlagen damit gemeint waren, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden, da sich die Beiratsmitglieder auf die Verschwiegenheitspflicht beriefen.

Lückenlose Aufklärung
Stadtwerke Beiratsmitglied Harald Trettenbrein (FPÖ) meint: »Im Sinne der Betroffenen, aber vor allem im Sinne der Wolfsberger Steuerzahler muss alles aufgedeckt werden. Die Verantwortung geht bis ganz nach oben, Verfehlungen müssen Konsequenzen haben, dürfen aber nicht nur am Rücken zweier Bediensteter abgeladen werden.« Weiters betont er, dass er sich an die Verschwiegenheitspflicht der Beiräte halten wolle, sich »aber niemals von der absoluten SPÖ-Mehrheit den Mund verbieten lässt«. Da beide Streitparteien Wiener Anwälte engagiert haben, ist am Mittwoch, dem 10. Juli, ein erstes Treffen der Beteiligten in Wien geplant.

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