Caritas Kärnten zog Bilanz über das Vorjahr und eröffnet im Herbst neues Wohnhaus in EberndorfAusgabe | Freitag, 21. Juni 2019

Caritasdirektor Josef Marketz und Geschäftsführerin Marion Fercher präsentierten in der vergangenen Woche den Wirkungsbericht 2018. Sorgen bereiten Suchtkrankheiten, wegen derer vor allem junge Menschen auf der Straße landen und obdachlos werden.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteurin Simone Jäger Von Simone Jäger jaegerno@spamunterkaerntner.at
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Caritasdirektor Josef Marketz und die kaufmännische Geschäftsführerin Marion Fercher bei der Präsentation des Wirkungsberichts 2018 in Klagenfurt. Foto: Caritas

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Kärnten, Eberndorf. Allein im Vorjahr konnte die Caritas Kärnten 7.051 Frauen und Männern, davon 2.842 Kindern, helfen. Dies geht aus dem Wirkungsbericht 2018 hervor, den Caritasdirektor Josef Marketz und Geschäftsführerin Marion Fercher in der vergangenen Woche in Klagenfurt präsentierten. Für viele Menschen war also der Gang in eine der vier Caritas-Sozialberatungsstellen in Kärnten der letzte Ausweg im Vorjahr. Fast 202.000 Euro wurden in 865 Fällen nur für den Bereich Wohnen ausgeschüttet und fast 14.000 Euro an Bildungsausgaben getätigt. 13.290 warme Mahlzeiten und Jausenpakete gab es für die 61 Besucher in der Wohnungslosenhilfe. Mit Sorge registriert hier Marketz, dass »vor allem junge Menschen, bedingt durch Suchtkrankheiten, verstärkt auf der Straße landen.« Überhaupt nimmt die Caritas, die mit der Unterstützung von rund 700 Freiwilligen in Kärnten agiert, das Problem der Obdach- bzw. Wohnungslosigkeit in Klagenfurt wahr und stellt in Zusammenarbeit mit Stadt und Land Überlegungen zur Hilfe an.

Hilfe im Katastrophenfall

Ihre Rolle in der Katastrophenhilfe hat die Caritas nach den Naturkatastrophen im Vorjahr gefunden. Betroffene Familien im Gail-, Lesach- und Mölltal, sowie in Bad Eisenkappel wurden mit 110.000 Euro unterstützt. »Wir sind keine Blaulichtorganisation der ersten Stunde, sondern eine Einrichtung, die rasch und unbürokratisch den Menschen zur Seite stehen und helfen kann«, sagt Marketz. 

Seelische Not

Oft geht die finanzielle Not mit der seelischen Hand in Hand. 5.265 Menschen nutzten im Vorjahr die Einrichtungen der Caritas, um sich in 21.493 Gesprächen beraten zu lassen oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Davon kontaktierten 236 Klienten die Suchtberatungsstellen und 570 Männer und Burschen die Männerberatung.

Die Caritas ist auch ein Dienstleistungsunternehmen in den Bereichen Pflege, Menschen mit Behinderungen, Schulen und Kinderbetreuung. »Sie hat 2018 in allen Bereichen mehr als 44,6 Millionen Euro eingesetzt. Die Kosten für Administration und Infrastruktur betragen schlanke 4,5 Prozent. Die Verwendung der Mittel wird extern mehrfach geprüft«, sagt Marion Fercher als kaufmännische Geschäftsführerin der Caritas Kärnten. 

2,8 Millionen Euro Spendengelder

Im Vorjahr gingen 2,8 Millionen Euro in Form von Geld- und Sachspenden bei der Caritas ein. Davon wurden mehr als 1,5 Millionen Euro für Menschen in finanziellen und sozialen Notlagen im Inland ausgegeben. 630.000 Euro waren von den Spendern zweckgewidmet für Ernährungs- und Bildungsprojekte im Ausland. Marketz und Fercher danken für die Unterstützung: »Viele Projekte sind nur dank ihnen möglich, da die Förderungen der öffentlichen Hand bei Weitem nicht ausreichen.«

Wohnhaus in Eberndorf

Am Rande der Präsentation gab es auch einen Ausblick auf die heurigen Tätigkeiten, die diesmal vor allem den Bezirk Völkermarkt betreffen. So wird im Herbst 2019 in Eberndorf ein neues Wohnhaus für Menschen mit Behinderungen eröffnet. » Es ermöglicht Wohnen für acht Menschen mit Behinderung und ist in den Campus Adfontes integriert. Die acht Bewohner werden unsere Werkstätte Florian in Globasnitz/Globasnica besuchen«, teilt Ingrid Worofka von der Caritas-Pressestelle auf Nachfrage der Unterkärntner Nachrichten mit.

Weiters veranstaltet die Hilfsorganisation nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr in Spittal an der Drau, heuer im Oktober eine Begegnungswoche im Bezirk Völkermarkt. »Wir wollen damit Räume schaffen, um mit Pfarren, Zivilgesellschaft und Politik ins Gespräch zu kommen. Ziel ist die verstärkte Vernetzung untereinander und die gemeinsame Hilfe für Menschen in verschiedensten Notlagen vor Ort«, so Marketz. Er kann sich bei der Arbeit für die Menschen auf über 900 hauptamtliche Mitarbeiter verlassen und freut sich über gute Partnerschaften mit Unternehmen, sowie enge Beziehungen zu 336 Pfarren: »Wir gestalten täglich gemeinsam Zukunft für alle Menschen.«

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