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Wie Wolfgang Glanznig Wolfsbergs Gastronomie über Jahrzehnte geprägt und immer neu belebt hatAusgabe 34 | Mittwoch, 19. August 2026

Von seinen Anfängen als Koch-Kellner in Bad Kleinkirchheim zum prägenden Gastronomen im Lavanttal: Wolfgang Glanznig eröffnete zwei Kultlokale in der Bezirkshauptstadt, reiste nach Asien und Neseeland und fand schließlich bei der Lebenshilfe eine neue Aufgabe.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Michael Swersina Von Michael Swersina m.swersinano@spamunterkaerntner.at
Links: Heute schmeißt Glanznig nicht nur das Brauhaus in Wolfsberg, auch für die weiteren Gastro-Betriebe der Lebenshilfe ist er zuständig. Rechts: Im Embassy gab es immer wieder Themenpartys. Auch eine »Coyote Ugly«-Party wurde von Glanznig in dem Lokal veranstaltet. UN (1), privat (1)

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Wolfsberg. Aufgewachsen ist Wolfgang Glanznig (56) in Fresach, wo er auch die Volks- und Hauptschule besuchte – in einem ländlichen Umfeld, das ihn prägte. Früh zog es ihn in die Gastronomie. »In Bad Kleinkirchheim lernte ich Koch und Kellner, danach folgten Stationen in einigen der renommiertesten Häuser des Landes – im Hotel Hochschober, im Hotel Bauer in Saalbach, im Warmbaderhof in Villach und weiteren Betrieben quer durch Österreich«, erzählt Glanznig. Es war eine Zeit des Lernens, des Reisens und des Sammelns von Erfahrungen.

1996 kam der Schritt, der sein Leben veränderte: Glanznig zog ins Lavanttal und eröffnete am 14. Juni das »Maxx’s« in der Johann-Offner-Straße. »Ich wollte schon immer mein eigenes Lokal führen. Ich habe dann nach etwas Passendem in Klagenfurt, Villach und Wolfsberg gesucht. In Wolfsberg hat es mir einfach gefallen«, sagt er. Bis Ende 2003 führte er das »Maxx’s«, parallel dazu ab dem Jahr 2000 das »Monte Lupo«. Zwei Lokale, ein junger Unternehmer, der sich seinen Platz erarbeitete.

Die Auszeit

Dann brauchte er Abstand. 2004 nahm er sich ein Jahr Auszeit, er reiste nach Asien und Neuseeland – eine Abenteuerreise, die ihm den Kopf frei machte. 2005 zurück in Österreich, ergab sich die Möglichkeit, im Lavanthaus in Wolfsberg ein neues Projekt zu starten. Geduld war nötig, denn die Pläne verzögerten sich, Glanznig half in verschiedenen Lokalen aus.

»Es ist eine Bereicherung, Dinge weiterzugeben, die man in 40 Jahren gelernt hat«
Wolfgang Glanznig, Gastrochef der Lebenshilfe

Am 30.  April 2008 war es dann so weit: Das »Embassy« im Lavanthaus öffnete seine Pforten – und wurde ein Erfolg. Ein Lokal, das Wolfsberg prägte – mit Events, Konzerten, Modeschauen, Ibiza-Partys. Künstler wie Wilfried, Hans Söllner und Waterloo standen auf der Bühne. 2014 kam die Lounge im ersten Stock dazu, ein Ort für Feiern, Hochzeiten, Firmenfeste. »Doch irgendwann wollte ich nicht mehr bis vier Uhr früh hinter der Theke stehen. Das Embassy war täglich von 8 Uhr bis 3 Uhr geöffnet, am Wochenende open end. Das war schon eine sehr herausfordernde und intensive Zeit«, erzählt Glanznig. 2017 übergab er schließlich das Lokal.

Es folgten fünf Jahre im »Anfora« am Mettersdorfer See, bevor er dort landete, wo er heute ist: bei der Lebenshilfe. »Die Lebenshilfe suchte jemanden für die gastronomische Leitung in Kärnten. In Wolfsberg gab es das Café Lebensgfühl in der Johann-Offner-Straße, das Brauhaus wurde bereits geplant. Im September 2023 begann ich bei der Lebenshilfe, mitten in der Planungsphase«, blickt Glanznig zurück.

Das Brauhaus

Das Brauhaus, das im Dezember 2025 eröffnet wurde, läuft »gut bis sehr gut«, sagt er und meint weiter: »Es war eine neue Herausforderung, vor allem die Zusammenarbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen. Aber es ist eine Bereicherung, Dinge weiterzugeben, die man in 40 Jahren gelernt hat.« Das Brauhaus füllt für Glanznig auch eine Lücke im gastronomischen Angebot der Bezirkshauptstadt: ein Gasthaus im Zentrum, bodenständige Küche, fünf Mittagsmenüs ab 11 Uhr, Platz für bis zu 250 Gäste, sieben Tage die Woche geöffnet. Dazu Catering und regelmäßige Veranstaltungen – vom Neujahrsbrunch bis zum Promikochen (siehe unten), vom Frühschoppen bis zum Kolomonimarkt.

Parallel wächst das Café Lebensgfühl in der Johann-Offner-Straße: eine Backwerkstatt, täglich frische Kuchen, Gebäck, Frühstück à la carte, einen Tagesteller und schnelle Gerichte für kurze Pausen. Bestellungen für Torten, Kuchen oder 100 Schaumrollen sind möglich und kein Problem. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 7.30 bis 18.30 Uhr. 

Neben den Lokalen der Lebenshilfe in Wolfsberg ist er auch für die anderen Gastronomie-Betriebe der Organisation in Kärnten zuständig: »Das Bistro« in Spittal, »Das Bistro« in Villach und als neuestes Projekt »Das Bistro« im Lakeside Park in Klagenfurt, das im Herbst eröffnen soll.

Vespa und Musik

Viel Freizeit bleibt Glanznig also nicht. Wenn er dann doch einmal etwas Zeit für sich hat, dreht er gerne eine Runde mit seinen Freunden auf der Vespa. Und Musik hören gehört für ihn ebenfalls dazu: »Ich liebe Musik und höre alles quer durch die Bank. Jede Musikrichtung hat ihre Berechtigung, und was einem nicht gefällt, muss man ja nicht hören«, sagt Glanznig.

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