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Bad St. Leonhard. Mit den rund 190 Mitarbeitern hat im Vorjahr der ganze Bezirk um den Fortbestand der Hermes Schleifmittel Ges.m.b.H. in Bad St. Leonhard gebangt: Das Lavanttaler Unternehmen musste nach der Pleite der deutschen Muttergesellschaft am 7. August 2025 ebenfalls Insolvenz anmelden. Doch eine Kärntner Investorengruppe bewahrte den Betrieb letztlich vor dem Untergang. Wer hinter dieser Gruppe stand, blieb erst vage. Doch nun lassen sich Details auf der Internetseite firmenabc.at nachlesen.
Zum einen zählt Christopher Opetnik zu den Investoren. Er war schon vor der Insolvenz Geschäftsführer der Hermes Schleifmittel und ist jetzt Mitbesitzer des Unternehmens: Opetnik hält zehn Prozent an der in Völkermarkt angesiedelten »HOE 3:2 C Beteiligungs GmbH«, die nun bei Hermes Schleifmittel das Sagen hat.
30 Prozent der »HOE« gehören der »C:M:S Beteiligungs- und Unternehmensberatungs GmbH« des Versicherungsmaklers Engelbert Zeiner, der sich auch mit Immobilien befasst.
Weitere 30 Prozent befinden sich im Besitz der »TU2 Besitz- und Verwaltungs-GmbH«, geführt von den beiden Geschäftsführern Armin Uster und Gottfried Tazol, letzterer ist auch Rechtsanwalt in Völkermarkt. »TU2« befasst sich mit der Vermietung und Verwaltung von Immobilien.
Die verbleibenden 30 Prozent besitzt die »Convisio Projektentwicklungs GmbH«, deren Tätigkeit laut firmenabc.at mit »Vermietung von Immobilien und betriebswirtschaftliche und rechtliche Entwicklung von Immobilien- und Gewerbeprojekten« beschrieben wird. Sie wird geführt von den Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern Franz Slamanig und Jochen Neubert mit ihrer »Convisio«, die Niederlassungen in ganz Kärnten betreiben. Die Zentrale befindet sich in Völkermarkt, ihre Adresse in der Klagenfurter Straße 10 ist auch die der »HOE 3:2 C Beteiligungs GmbH«. So schließt sich der Kreis.
Geschichte einer Rettung
Wie berichtet geriet die deutsche Muttergesellschaft des Bad St. Leonharder Unternehmens, die Hermes Schleifmittel GmbH, im vergangenen Sommer in wirtschaftliche Schieflage. Am 3. Juli 2025 wurde beim Amtsgericht in Hamburg die Einleitung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Die Probleme griffen aufgrund von Zahlungsausfällen aus Deutschland auf die Lavanttaler Tochter über: Sie blieb den Mitarbeitern in Bad St. Leonhard mehrere Löhne und Gehälter schuldig.
Am 7. August wurde am Landesgericht Klagenfurt ein Sanierungsverfahren über die Hermes Schleifmittel mit Sitz in Bad St. Leonhard eröffnet. Laut KSV1870 und Alpenländischem Kreditorenverband (AKV) betrugen die Verbindlichkeiten 40 Millionen Euro, rund 31,5 Millionen Euro wurden als Aktiva verbucht. Betroffen waren etwa 240 Gläubiger und 188 Dienstnehmer sowie 20 Leiharbeiter, die von der Leasingfirma aber schon abgezogen worden waren.
Am 28. Oktober fand am Landesgericht die Sanierungsplantagsatzung statt, die den Befreiungsschlag brachte. Die Investorengruppe brachte frische Liquidität ein, die Gläubiger stimmten mehrheitlich dem Vorschlag der Hermes zur Bezahlung einer Quote von 20 Prozent zu. Damit war der Fortbestand gesichert. Geschäftsführer Opetnik sagte damals über die Investorengruppe aus Unterkärnten: »Sie setzt auf Stabilität und langfristiges Wachstum. Es ist eine gute Mischung, jeder Einzelne ist überzeugter und leidenschaftlicher Unternehmer.« Über die Summe, die die Gruppe für die Übernahme aufbrachte, wurde laut dem Geschäftsführer Stillschweigen vereinbart.

Von Horst Kakl
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