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Wolfsberg. Als Karin Brunner (53) noch ein Mädchen war, saß sie bereits in den Reihen, wenn in Wolfsberg Vorträge über ferne Länder gezeigt wurden. Besonders ein Abend über Asien blieb hängen – ein Funke, der erst viele Jahre später zu einem Feuer werden sollte. Zunächst bestimmte jedoch der Beruf ihren Alltag: Studium der Rechtswissenschaften, Arbeit in einer Anwaltskanzlei, Engagement im Gewaltschutzzentrum.
2004, mit 31 Jahren, erfüllte sie sich endlich den langen Traum und reiste mit einer Freundin nach Asien. Damals ahnte sie noch nicht, dass sie eines Tages zwischen zwei Kontinenten leben und arbeiten würde.
Die erste Südamerika-Reise
2007 folgte die erste Reise nach Südamerika, genauer gesagt nach Uruguay. Ein Jahr später zog es sie erneut dorthin – diesmal mit ihrer Tochter Diana, die heute 17 Jahre alt ist. 2011 entschied sich Brunner schließlich endgültig, ihren Lebensmittelpunkt nach Uruguay zu verlegen. Der Wunsch nach einem anderen Leben spielte eine Rolle, doch bald rückte ein anderes Thema in den Mittelpunkt: die Gesundheit ihrer Tochter.
»Dieses Land hat meiner Tochter zweimal das Leben gerettet«
Karin Brunner, über Uruguay
Der Wendepunkt kam 2014 mit der Diagnose ihrer Tochter: Leukämie. Ein Wort, das die Familie in Sekunden aus der Bahn warf. Für Brunner und Diana begann eine Zeit, in der Hoffnung, Angst und Entschlossenheit dicht nebeneinander lagen.
2014 erfolgte in Österreich eine Chemotherapiebehandlung, doch 2017 kam der Rückfall. Erneut erfolgte eine Chemotherapie, diesmal in Uruguay. 2025 – der nächste Rückfall. »Damit hatten wir überhaupt nicht mehr gerechnet. Ich war natürlich permanent auf der Suche nach Neuem und nach begleitenden Therapien«, erzählt Brunner.
Als sich herausstellte, dass eine spezielle Zelltherapie in Uruguay die besten Chancen bot, zögerte sie nicht und Diana erhielt eine lebensrettende Therapie, mittels genetischer Modifizierung ihrer eigenen Lymphozyten.
»Dieses Land hat meiner Tochter zweimal das Leben gerettet«, sagt sie heute. Die Rückfälle 2017 und im Vorjahr machten deutlich, wie fragil alles ist – und wie stark man werden kann, wenn es keine Alternative gibt.
Neuer Zugang zur Heilung
In Südamerika fand Brunner nicht nur medizinische Unterstützung, sondern auch einen neuen Zugang zu Heilung. Sie begann zu forschen, studierte Angewandte Ethik und setzte sich intensiv mit der Frage auseinander, wie unterschiedliche medizinische Systeme zusammenwirken können. Für sie ist Gesundheit kein rein körperlicher Zustand, sondern ein Zusammenspiel aus Kultur, Emotion, Spiritualität und Wissenschaft. Diese Sichtweise prägt ihre Arbeit bis heute.
Mit der Zeit traten Pferde in ihr Leben – zunächst als Idee, seit rund zwei Jahren als Partner. »Die Tiere reagierten auf Menschen mit einer Klarheit, die mich faszinierte. Sie spiegelten innere Spannungen, öffneten emotionale Räume und halfen, unausgesprochene Themen sichtbar zu machen«, erzählt Brunner. Und so wurden Pferde zu einem zentralen Bestandteil ihrer therapeutischen Arbeit. In Uruguay begleitet sie heute Menschen, die Orientierung suchen, die nach schweren Diagnosen Halt brauchen oder die sich aus alten Mustern lösen möchten.
Trotz ihres Lebens im Küstenort Araminda bleibt die Verbindung zur Heimat bestehen. Regelmäßig reist sie zurück in die alten Heimat. »So schön es in Uruguay ist, ich vermisse die alten Freunde, die Kärntner Berge, das Essen, die spontanen Gespräche im Café«, sagt Brunner. Gleichzeitig schätzt sie in ihrer neuen Heimat die Leichtigkeit, die Offenheit und die Freiheit, mit der man Problemen begegnet. Ob sie eines Tages wieder für immer nach Österreich zurückkehren wird, lässt sie offen. Ihre Tochter steht kurz vor dem Studienbeginn, und vielleicht wird das Leben beide Orte miteinander verbinden.
Workshops im Lavanttal
Im Sommer 2026 kehrt Brunner für einige Wochen ins Tal zurück. In St. Oswald auf der Saualpe bietet sie von 10. bis 12. Juli unter dem Titel »Im heilenden Feld der Pferde« einen dreitägigen Workshop an – nicht als großes Event, sondern als Einladung, in einer kleinen Gruppe in Kontakt mit sich selbst zu kommen. Die Pferde spielen dabei eine Rolle als stille, klare Begleiter. Der Fokus liegt auf innerer Ausrichtung, Wahrnehmung und dem Mut, eigene Wege zu gehen. Und auch auf der Forstalm am Noriker-Zuchtbetrieb Felfer gibt es von 3. bis 5. Juli Tagesworkshops und Einzelsitzungen.
Weitere Informationen bzw. Anmeldungen unter www.karinbrunner-coaching.com und per WhatsApp: 0664 9900 7242.

Von Michael Swersina
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