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Bahnhof St. Paul: ÖBB lösen das »Rätsel« der gelben Linie, den Parkplatz wollen sie aber nicht vergrößern Ausgabe 28 | Mittwoch, 8. Juli 2026

Der mit einer gelben Linie gekennzeichnete Bereich rechts vom Eingang darf nicht als Aussteigeplatz benutzt werden. Der ist laut ÖBB woanders. Und: Das Unternehmen prüft angesichts des vollen Parkplatzes die Lage, eine Erweiterung ist derzeit aber nicht vorgesehen.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Links: So nicht. Hier dürfen Autofahrer ihre Angehörigen nicht aussteigen lassen. Der mit der gelben Linie gekennzeichnete Bereich »gehört« dem Servicepersonal der ÖBB, etwa für den Zugang zu den Technikräumen. Rechts: Hier darf kurz gehalten werden, um Reisende abzuholen oder ihnen mit dem Gepäck zum Bahnsteig zu helfen. Fünf Plätze sind reserviert. UN (2)

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St. Paul. Verwirrt steht mancher Autofahrer am neuen Bahnhof St. Paul und fragt sich: Wohin? Denn wer sein Fahrzeug parken will, um mit dem Zug zu verreisen, findet einen meist vollen Parkplatz vor. Andererseits wissen Ankommende oft auch nicht, wo sie ihre Autos kurzzeitig abstellen können, um Angehörige abzuholen oder sie zum Bahnsteig zu begleiten.

Ein Betroffener zu den Unterkärntner Nachrichten: »Ich wollte einen Verwandten abholen und musste etwas warten. Rechts vom Haupteingang gibt es einen Bereich, der mit einer gelben Linie versehen ist. Was bedeutet diese Linie? Darf ich dort mit dem Auto kurz halten?« Keine gute Idee. Laut Rosanna Zernatto-Peschel, Pressesprecherin der ÖBB, kennzeichnet »die gelbe Linie rechts neben dem Busdach einen Haltebereich für das Servicepersonal, insbesondere für den Zugang zu den Technikräumen«. 

»Mit der Analyse prüfen wir, ob alle Parkenden tatsächlich die Bahn nutzen«
Rosanna Zernatto-Peschel, Sprecherin der ÖBB

Es gibt aber eine andere Möglichkeit, so Zernatto-Peschel: »Für das kurze Halten zum Bringen oder Abholen von Reisenden steht ein eigener Bereich zur Verfügung: Er befindet sich bei den Schrägparkplätzen auf derselben (Anm.: der rechten) Seite. Dort ist das Parken zeitlich eingeschränkt erlaubt – insgesamt auf fünf Stellplätzen.«

Der volle Parkplatz

Bleibt das Problem des überfüllten Parkplatzes. Wie berichtet fassten zuletzt etliche Autofahrer Strafzettel der Polizei aus, weil sie keinen Stellplatz fanden und ihre Fahrzeuge auf Grünflächen oder dem Gehweg parkten. Im Mai sagte der St. Pauler Bürgermeister Stefan Salzmann (SPÖ), ihm sei bewusst, dass die derzeitige Parksituation auf Dauer nicht haltbar ist. Daher wurde ein Antrag für die  Erweiterung des Parkplatzes an die ÖBB geschickt. 

Auch der St. Andräer Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung am 30. Juni einstimmig ein »Ansuchen um Prüfung einer Erweiterung der Park&Ride-Flächen beim Bahnhof St. Paul und St. Andrä« (siehe Seite 8).  

Doch das steht nicht auf der Agenda der ÖBB. Zernatto-Peschel: »Seit der Gesamtinbetriebnahme der Koralmbahn beobachten wir regelmäßig die Parkplatzsituation an den neuen Bahnhöfen. Die Auslastungserhebungen für die Park&Ride-Anlage am Bahnhof St. Paul im ersten Quartal 2026 zeigen einen durchschnittlichen Auslastungsgrad von rund 80 Prozent. Die derzeitige Park&Ride-Richtlinie sieht eine Erweiterung der Anlage aktuell nicht vor.« Denn zunächst soll »die Förderung aktiver Mobilität und die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs im Zubringerbereich umgesetzt werden, bevor eine Anlagenerweiterung geprüft wird«. Fahrgäste sollen also künftig mit Bussen statt mit den eigenen Autos zum Bahnhof kommen.

Analyse wird durchgeführt

Aber auch die Bahn weiß, dass der Ist-Zustand in St. Paul nicht dem Ideal entspricht. Zernatto-Peschel weiter: »Angesichts des sprunghaften Anstiegs der Park&Ride-Nutzer haben wir bereits eine ergänzende Analyse der aktuellen Situation am Bahnhof St. Paul gestartet. Dabei prüfen wir, ob alle Parkenden tatsächlich die Bahn nutzen. Unsere Mitarbeiter:innen arbeiten daran, verschiedene Möglichkeiten zur Verbesserung zu evaluieren und die optimale Lösung für die angespannte Parksituation zu finden.«

Danach wird abermals betont, dass die Anreise im eigenen Fahrzeug nicht die Wunschvariante des Unternehmens ist. Denn die ÖBB merken an, dass beim Ausbau der Park&Ride-Anlagen eine mehrgleisige Strategie verfolgt werde. Sie ziele darauf ab, »den Umstieg vom Auto auf den öffentlichen Verkehr zu erleichtern und die Mobilitätskette für Pendler:innen attraktiver und komfortabler zu gestalten, die Anbindung mit Bussen zu forcieren und optimieren«. Mit Partnern werde daran gearbeitet, die Anreise zum Bahnhof ohne Auto »möglichst einfach zu gestalten«, worüber die Gemeinde St. Paul informiert sei. »Sobald die Analyse abgeschlossen und konkrete Maßnahmen identifiziert worden sind, treten wir mit der Gemeinde in den Dialog«, schreibt Zernatto-Peschel.

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