Daniel Weinberger: »Musikalische Ausbildung hat einen Mehrwert für die Kinder und Jugendlichen«Ausgabe 42 | Mittwoch, 16. Oktober 2019

Der Wolfsberger Musikschuldirektor Daniel Weinberger (40) im Gespräch mit den Unterkärntner Nachrichten über seine Arbeit und Funktionen als Kapellmeister, welche Instrumente »in« sind und warum die Musikschule überhaupt keine Nachwuchsprobleme hat.

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Sie kommen aus einer musikalischen Familie. Wann haben Sie Ihr erstes Instrument gelernt?
Bereits im Kindergartenalter. Mein Vater war praktizierender Musiker und da haben mich immer die Uniform und die glänzenden Instrumente fasziniert. In der Vorschule habe ich dann mit Unterricht am Flügelhorn begonnen. Adolf Meidl, der damalige Kapellmeister der Werkskapelle Mondi, hat mich damals unter seine Fittiche genommen.

Wie viele Instrumente spielen Sie mittlerweile?
(Lacht.) Das ist eine Frage, die immer wieder gestellt wird. Früher wurden Musiker danach bewertet, wie viele Instrumente sie spielen konnten. Musiklehrer wurden meist anhand der Anzahl der Instrumente, die sie beherrschten, eingestellt, um ein breites Spektrum abzudecken. Aber nun zu mir. Ich spiele Trompete – dieses Instrument habe ich auch studiert – und weiters noch Flügelhorn, Tenorhorn, Posaune usw. Außerdem spiele ich noch ein bisschen Klavier, das allerdings hauptsächlich für den Unterricht.

Haben Sie ein Lieblingsinstrument?
Das Flügelhorn. Das habe ich von Anfang an gelernt, und wann immer ich selbst für mich musiziere, benutze ich es.

»Ich war jahrelang blasmusikfanatisch. Mittlerweile höre ich von allem ein bisschen«
Daniel Weinberger, Direktor Musikschule

Haben Sie in einer Band gespielt?
Das hat sich nie ergeben. Interesse während der Schulzeit war natürlich da, aber ich wollte zuerst die Matura machen, und danach hat es sich nie mehr ergeben. Ein paar Jahre habe ich bei der »Big Band L« mitgespielt.

Sie sind seit 2017 Leiter der Musikschule Wolfsberg. Was hat sich seit Ihrer Übernahme geändert?
Wir sind medial präsenter geworden und treten heute professioneller auf. Wir sind einfach zeitgemäßer geworden. Mit Hilfe von Mottokonzerten sowie Kooperationsprojekten mit Schulen und Vereinen erreichen wir nunmehr eine viel größere Zahl an musikinteressierten jungen wie jung gebliebenen Menschen, was sich wiederum positiv auf die Schulentwicklung auswirkt. 

Vereine klagen oftmals über Nachwuchsprobleme. Wie schaut es bei den Schülerzahlen der Musikschule aus?
Da spüre ich keinen Rückgang. Die Musikschule ist sehr gefragt. Viele Eltern sehen in einer musikalischen Ausbildung einen Mehrwert für die Kinder. Um Kinder und Jugendliche weg von der Straße zu holen sind Musik und Sport wichtige Institutionen. Bei der Blasmusik brauchen wir uns keine Nachwuchssorgen machen. Aber natürlich gibt es Instrumente, die beliebter sind als andere.

Welche Instrumente sind zur Zeit angesagt?
Die Hitliste wird von Gitarre und Klavier angeführt. Weniger angenommen werden die Angebote für tiefe Blechblasinstrumente, sowie Doppelrohrblasinstrumente und diverse Saiteninstrumente wie Harfe, Hackbrett oder Zither.  

Gibt es auch ein Angebot für Sänger an der Musikschule?
Es werden klassischer Gesang und Jazzgesang angeboten. Da haben wir zwei ausgezeichnete Lehrerinnen an der Musikschule. Die Nachfrage danach ist sehr groß. Es freut mich, dass die Stadtgemeinde in der neu sanierten Musikschule auch Chöre untergebracht hat. Dadurch ergeben sich immer wieder gute Ideen für Kooperationen und tolle Projekte.

Was halten Sie eigentlich von Talentshows wie »Deutschland sucht den Superstar«?
Solche Talenteshows gibt es ja schon seit Ewigkeiten. Nun werden die Sendungen halt medial breitgetreten. Es werden dadurch schon immer wieder Talente ans Tageslicht gebracht, die eine Chance haben, von der Musik zu leben. Die Shows werden von den Medien zu sehr aufgeblasen, aber es bringt natürlich viel Werbung für Musik und Gesang.

Sind Sie selbst ein guter Sänger?
Ich bin ein Wirtshaussänger. Singen ist für mich zwar allgegenwärtig, aber ich habe meine Stimme nur wenig geschult.

Sie haben auch einiges komponiert. Welche Art von Musikstücken schreiben Sie?
Wenn ich zum Komponieren komme, dann schreibe ich hauptsächlich Stücke für Blasorchester. Mit Blasmusik habe ich ja seit Jahren engen Kontakt. 

Sie sind Musikschuldirektor, Bezirkskapellmeister, stellvertretender Landeskapellmeister und Kapellmeister der Werkskapelle Mondi. Wie bringen Sie alles unter einen Hut?
Alles außer dem Direktorenposten ist Freizeit. Bei der Werkskapelle bin ich seit 20 Jahren Kapellmeister, da bereiten wir drei bis vier Konzerte im Jahr vor. Bezirkskapellmeister ist mehr eine Informationsfunktion, und als Landeskapellmeister versuche ich die Aus- und Weiterbildung der Dirigenten zu fördern.

Welche Art von Musik gefällt Ihnen persönlich?
Jede Art von Musik, die authentisch ist, egal ob es sich um Klassik, Pop, Jazz usw. handelt. Und die Musik muss live sein. Ich war jahrelang blasmusikfanatisch. Mittlerweile höre ich von allem ein bisschen. 

Was tun Sie, um zu entspannen?
Ich bin sehr gerne in der Natur unterwegs, bin Jäger und betreibe Sport wie Biken und Berglauf. Außerdem verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie. Und natürlich ist Musik für mich allgegenwärtig.

Ist Ihr Sohn schon musikalisch?
Er bekommt viel mit. Meine Frau ist auch musikalisch. Aber wir werden ihn zu nichts zwingen, er soll seinen eigenen Weg gehen.

Kürzlich wurde die sanierte Musikschule eröffnet. Wie ist das Arbeiten im neuen Gebäude?
Ich bin sehr zufrieden, es wurde ausgezeichnete Arbeit geleistet. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den Verantwortlichen war sehr gut. Es ist wirklich gelungen und hat einen positiven Effekt auf Lehrer und Schüler.

Was steht in Zukunft an?
Am 19. Oktober gibt es im Haus der Musik das Blasmusik-Feuerwerk mit Beginn um 15 Uhr. Dabei spielen die Bundeswettbewerbteilnehmer unter anderem ihr Wettbewerbsprogramm. Es musizieren das Jugendblasorchester KlangWolke aus dem Lavanttal und die Junge Bläserphilharmonie Kärnten. Es wird ein Ohrenschmaus für alle Blasmusikinteressierten. 

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