Fleischerei Sajovitz schließt Völkermarkter Filiale: Die Ursache soll in fehlendem Personal liegenAusgabe 30 | Mittwoch, 28. Juli 2021

Geschäftsführer Karl Sajovitz will die Gründe, warum die Zweigstelle in Völkermarkt geschlossen wurde, nicht kommentieren. Zu hören ist, dass es nicht möglich gewesen sei, Mitarbeiter zu bekommen. Bei der Filiale in Wolfsberg ändert sich laut dem Chef nichts.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Inhaber Karl Sajovitz schweigt auf die Frage, warum die Völkermarkter Filiale zugesperrt wurde. Er sagt aber, bei der Zweigstelle in Wolfsberg (Bild oben) ändere sich nichts. Foto: UN/much

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Wolfsberg, Völkermarkt. Die Tore ihrer Völkermarkter Filiale geschlossen hat die Fleischerei Sajovitz. Kein vorübergehender Zustand, denn das Geschäft in der Griffner Straße wird nicht mehr aufsperren – zumindest nicht unter dem Namen Sajovitz. Bleibt die Frage, die sich viele Wolfsberger zuletzt stellten: Was wird mit der Zweigstelle in der St. Stefaner Straße 50 in der Bezirkshauptstadt?

»Es gibt keine Auswirkungen auf die Filiale in Wolfsberg«, sagte Karl Sajovitz, Geschäftsführer und Inhaber der Sajovitz GmbH. »Sie bleibt weiterhin geöffnet, hier verändert sich nichts.« Nicht kommentieren wollte Sajovitz die Gründe für die Schließung der Völkermarkter Dependance: »Dazu kann ich nichts sagen.«

Dem Vernehmen nach ist der Anlass unerwartet und durchaus bezeichnend: Es soll dem Unternehmen nicht möglich gewesen sein, für den Betrieb qualifiziertes Personal zu erhalten. Darauf angesprochen, gab es von Sajovitz ebenfalls keinen Kommentar.

Vergangenes Wutposting
Dass es jetzt auch im Fleischereigewerbe Probleme gibt, geeignete Mitarbeiter zu finden, ist neu. In der Gastronomie ist es mittlerweile ein vertrautes Bild. Noch gut in Erinnerung ist das Wutposting von Christian Bärnthaler, Chef des gleichnamigen Hotel-Restaurants  in Bad St. Leonhard. Der hatte im Oktober des Vorjahrs auf Facebook mit sarkastischen Worten die Unmöglichkeit beklagt, Hilfe für die Küche zu erhalten – »vielleicht jemand von den 400.000 Arbeitslosen«. Voraussetzung sei lediglich ein wenig Hausverstand. Ihm sei bewusst, schrieb Bärnthaler, dass das Arbeitsamt super zahle. Man solle sich aber auch fragen, wie lange das noch so weiter gehe ...

»Es gibt keine Auswirkungen auf die Filiale in Wolfsberg«
Karl Sajovitz, Geschäftsführer Sajovitz GmbH

Auch im Lavanttal angesiedelte Produktionsbetriebe berichten immer wieder über Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Dazu kommt, dass sich die Arbeitslosenzahlen im Bezirk Wolfsberg nach der Covid-Krise rasch wieder gesenkt haben. Wie berichtet, befand sich das Tal im Juni nur knapp über dem Niveau des Jahres 2019. Damals waren 1.158 Personen – 580 Frauen und 578 Männer – arbeitslos gemeldet. Hauptsächlich betroffen waren ältere Menschen: 532 der vorgemerkten Personen (46 Prozent) waren über 50 Jahre alt, davon zwei Drittel über 55.

Eine Krise wurde gemeistert
Mit den kolportierten Personalschwierigkeiten hat die Sajovitz GmbH – sie befasst sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Fleischprodukten, bietet aber auch Cateringservice, Gemeinschafts-verpflegung für Unternehmen, Schulen oder Heimen sowie Automatenservice an – die nächste Krise zu meistern. Erst im heurigen März war nach dem im Dezember 2020 eingeleiteten Sanierungsverfahren mit rund 120 Gläubigern ein Sanierungsplan angenommen worden. Er sieht eine Quote von 20 Prozent in vier Raten zu je fünf Prozent bis 31. Oktober 2022 vor. Insgesamt wurden Insolvenzforderungen in der Höhe von rund 1,35 Millionen Euro angemeldet und anerkannt. Sajovitz damals: »Natürlich sind wir erleichtert. Wir sehen das als einen wichtigen Schritt, um besser in die Zukunft zu gehen.« Der Betrieb wurde von der Coronakrise hart getroffen. Laut dem Geschäftsführer fiel aufgrund der Lockdowns mit dem Eventcatering von einem Tag auf den anderen ein großer Bereich weg – und der damit verbundene Umsatz. 

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