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Teurer als 100.000 Euro: Der Abriss des Festsaals muss von der Gemeinde ausgeschrieben werdenAusgabe 2 | Mittwoch, 7. Januar 2026

Der frühere Mondi-Festsaal in Frantschach-St. Gertraud soll Platz machen für ein Wohnbauprojekt. Weil der Abbruch teurer wird als gedacht, muss die Gemeinde eine Ausschreibung durchführen. Daher konnte der Gemeinderat zuletzt nicht darüber abstimmen.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Der Festsaal Frantschach am Rande der Gemeinde. Er soll abgerissen werden, doch die hohen Kosten verhinderten zuletzt einen Beschluss im Gemeinderat. Der Saal ist »historischer Boden«, darin fand vor einigen Jahren die UVP-Verhandlung zum Windpark Bärofen statt. UN

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Frantschach-St. Gertraud. Bis zur Eröffnung des neuen Veranstaltungszentrums »Artbox« im Oktober 2022 leistete der frühere Mondi-Festsaal der Gemeinde Frantschach-St. Gertraud gute Dienste. Doch jetzt neigt sich seine Geschichte dem Ende zu – wenn auch mit einer Verzögerung. Denn da der Abriss teurer wird als ursprünglich vorgesehen, müssen die Arbeiten nun ausgeschrieben werden.

Wie berichtet stand der Abriss auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am 17. Dezember 2025, der Punkt wurde aber abgesetzt. Bürgermeister Günther Vallant (SPÖ) sagt dazu: »Wir gingen davon aus, dass die Kosten des Abbruchs des Festsaals unter 100.000 Euro liegen würden. Jetzt haben wir ein Angebot, das höher ist als diese Summe. Daher können wir die Arbeiten nicht mehr direkt vergeben, sondern müssen eine Ausschreibung durchführen.«

Aus diesem Grund konnte der Gemeinderat das Thema auch nicht behandeln.

»Wir gingen davon aus, dass die Kosten des Abbruchs unter 100.000 Euro liegen würden«
Günther Vallant, Bürgermeister

Laut Vallant soll der Abriss »so schnell wie möglich« durchgeführt werden. »Noch lieber wäre es uns, wenn wir uns die Kosten sparen könnten«, sagt der Bürgermeister. Denn auf dem Areal des Festsaals, den die Gemeinde um einen symbolischen Euro von Mondi Frantschach erwarb, sollen von einer Genossenschaft Wohnungen errichtet werden. Und wenn sich eine Möglichkeit auftäte, dass der Abbruch von einer Wohnbaugesellschaft durchgeführt wird, wäre das Vallant am liebsten.

So weit ist es aber noch nicht,  denn eine interessierte Genossenschaft wurde noch nicht gefunden. Die Gemeinde wird sich aber darum bemühen, denn es gibt keine Alternative: »Leistbare Mieten sind nur möglich, wenn eine Genossenschaft baut«, sagt Vallant. Er möchte, dass »so viele Wohnungen wie möglich« am Areal der Festhalle gebaut werden, »wir brauchen dringend barrierefreie Unterkünfte und Wohnungen für junge Familien«.

Aus den 1960er Jahren

Der Festsaal, der am Rande der Gemeinde liegt, stammt aus den 1960er Jahren und ist mittlerweile sanierungsbedürftig. Im Inneren wurde im Oktober 2020 die UVP-Verhandlung für den Windpark Bärofen durchgeführt, bis Oktober 2022 fanden hier die Sitzungen des Gemeinderats und weitere Aktivitäten statt. Seit der Eröffnung der rund 3,4 Millionen Euro teuren »Artbox« ist er verwaist, denn auch die Werkskapelle Frantschach verfügt jetzt im  Erdgeschoß des neuen Veranstaltungszentrums über einen Proberaum. 

Der Saal passt nur mehr schlecht ins Ortsbild, seit im Vorjahr in seiner unmittelbaren Nachbarschaft der neue Kindergarten eröffnet wurde. Diskutiert wird über sein »Schicksal« seit Jahren. Bereits 2016, als er noch Mondi Frantschach gehörte, gab es Beschwerden über sein unattraktives Äußeres. Und schon damals wollte ihn Bürgermeister Vallant durch ein Wohnbauprojekt ersetzen.

Der heutige Gemeindevorstand Ernst Vallant und seine Fraktion – früher »Liste Hirzbauer«, heute FSGA – wehrten sich lange gegen den Bau der »Artbox« und setzte sich für die Sanierung des Festsaals ein. Ohne Erfolg.

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