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Ruine am Schlossberg wird abgerissen: Nun soll ein neues Veranstaltungszentrum entstehenAusgabe 07 | Mittwoch, 15. Februar 2023

Vor über 700 Jahren errichtet, muss die einstige Burg Gomarn auf dem Bad St. Leonharder Schlossberg nun weichen. Ein modernes Veranstaltungszentrum soll um rund 120 Millionen Euro errichtet werden. Bürgermeister Dohr zeigt sich im Vorfeld euphorisch.

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Unterkärntner Nachrichten Redaktion Von Unterkärntner Nachrichten Redaktion officeno@spamunterkaerntner.at
Bagger und Abrissbirne stehen vor der Burgruine Gomarn in Bad St. Leonhard schon bereit. Der Abriss soll in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Der projektierte Neubau, ein hochmodernes Veranstaltungszentrum, soll bis Ende 2035, spätestens aber 2040, fertig sein. Foto: UN
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Bad St. Leonhard. In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Bad St. Leonhard wurden Pläne für den Schlossberg beschlossen. Bürgermeister Dieter Dohr (Liste Dohr) in der Sitzung: »Ja, es stimmt, was schon seit einiger Zeit bei den Gemeindebürgern die Runde macht. Wir werden die Burgruine Gomarn abreißen. In der Stadtratssitzung haben wir uns schnell darauf geeinigt. Deshalb bitte ich den Gemeinderat um seine Zustimmung zu diesem Tagesordnungspunkt.« Sichtlich verdutzt sahen sich die Gemeinderäte gegenseitig an. Offenbar wurde kein Blick auf die Tagesordnung geworfen. Dementsprechend wussten sie bis zur Sitzung noch nichts von den Plänen der Stadtregierung. Murmeln machte sich breit, bis es schließlich zur Diskussion kam und einer der Gemeinderäte die Frage stellte, die nahezu jedem im Raum im Kopf herumschwirrte: »Warum sollten wir das bitte machen?«

»Solche Projekte lassen sich nur umsetzen, wenn man seinen Haushalt in Ordnung hat«
Dieter Dohr, Bürgermeister

Bürgermeister Dohr erläuterte: »Wir wollen, nein, wir müssen ein Veranstaltungszentrum errichten. Die Lage am Schlossberg ist ideal dafür, auch wenn es kaum Parkplätze gibt, der Abriss der Burgruine rechtlich nicht einfach wird und einen großen Kostenfaktor darstellt.«

Land unterstützt Vorhaben
Eine genaue Finanzierungsaufstellung für das Projekt, das rund 120 Millionen Euro kosten soll, bliebt Dohr in der Sitzung schuldig, aber: »Wir haben in den vergangenen Jahren sehr auf unsere Ausgaben geachtet, haben in vielen Bereichen einen harten Sparkurs durchgezogen. Solche Projekte lassen sich nur umsetzen, wenn man seinen Haushalt in Ordnung hat.« Unterstützt wird dieses »Jahrhundertprojekt«, wie es Dohr nennt, auch vom Land Kärnten. Dohr: »Landeshauptmann Gerhard Dö..., ich meine, Landeshauptmann Peter Kaiser hat uns eine großzügige finanzielle Unterstützung zugesichert. Mit der Errichtung eines hochmodernen Veranstaltungszentrums kann auch das Kulturheim endlich abgerissen werden. Hier werden Wohnblöcke entstehen.«

Als Vorbild für den Neubau nannte der Bürgermeister die »Artbox« in Frantschach-St. Gertraud, die im Herbst des Vorjahrs eröffnete. Nach der Fertigstellung der »RuinenBox«, wie der originelle Name des Baus in Bad St. Leonhard lauten soll, wird auch der Turnsaal der Mittelschule, in dem Veranstaltungen übergangsweise stattfinden, wieder ausschließlich der Jugend zur Verfügung stehen. »Bei diesem Projekt gibt es nur Gewinner«, zeigt sich Dohr euphorisch. Fertiggestellt sein soll der Neubau bis Ende 2035. »Werden zusätzliche finanzielle Mittel vom Land benötigt, könnte sich die Fertigstellung bis 2040 verzögern«, erklärte Dohr.

Der Beschluss im Gemeinderat erfolgte schließlich einstimmig. Gespannt sein darf man, wie die Bevölkerung von Bad St. Leonhard die Pläne rund um den Neubau annehmen wird.

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