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Ein Meilenstein für die Inklusion: Isabella Messner verdient sich jetzt im Supermarkt ihr eigenes GeldAusgabe 13 | Mittwoch, 26. März 2025

Die 29-Jährige wurde als Mitarbeiter mit Down-Syndrom in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis übernommen. Die Unterkärntnerin ist glücklich über ihren Job, in dem ihr alles Spaß macht. Die Lebenshilfe Kärnten hofft, dass weitere Unternehmen dem Beispiel folgen.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Oben: Isabella Messner bei ihrer Arbeit. Seit Anfang März ist sie in einem dauerhaften Arbeitsverhältnis bei Billa. Bild unten: Messner bei der Unterzeichnung ihres Arbeitsvertrags bei Billa in der Klagenfurter Straße in Völkermarkt mit Filialleiterin Roswitha Botthof (l.) und Claudia Kopp (r.) vom Projekt 27 der Lebenshilfe Kärnten. Fotos: Lebenshilfe Kärnten

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Völkermarkt. Der 3. März war ein besonderer Tag im Leben von Isabella Messner. Denn an diesem Tag wurde die 29-Jährige bei Billa in Völkermarkt als Mitarbeiterin mit Down-Syndrom übernommen – »ein Meilenstein für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen und ein starkes Zeichen für eine gerechtere Arbeitswelt«, so die Lebenshilfe Kärnten in einer Aussendung.

»Ich freue mich riesig über meinen Job. Ich mag meine Kolleginnen und Kollegen und finde es toll, dass ich mein eigenes Geld verdiene«, erzählt Isabella Messner stolz. In ihrer Anstellung sorgt sie dafür, dass die neuen Waren eingeräumt werden, überprüft das Haltbarkeitsdatum von Produkten und schaut darauf, dass die Verkaufsregale stets sauber, aufgefüllt und ansprechend sind.

»Am meisten Spaß macht es mir, meine Kollegen bei ihrer Arbeit zu unterstützen«
Isabella Messner über ihre Arbeit

»Mir macht alles Spaß an meiner Arbeit. Ich bin unter anderem für das Eierregal zuständig, ordne das Milchregal, räume das Kaffeeregal ein und sortiere Lebensmittel«, erzählt die 29-Jährige stolz, welche Tätigkeiten ihr am meisten gefallen. Sie fügt hinzu: »Am meisten Spaß macht es mir, meine Kollegen zu unterstützen und auch die Pausenzeit mit ihnen zu verbringen.« Ihre Freizeit verbringt Messner, die im Wohnverbund Griffen von »autArK« lebt, am liebsten am Fußballplatz und mit Musikhören, außerdem schwimmt sie gerne.

Das »Projekt 27«
Möglich gemacht wurde die Festanstellung für die Griffnerin durch das »Projekt 27« der Lebenshilfe in Kooperation mit den Europäischen Sozialfonds und dem Land Kärnten. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um Menschen mit Behinderungen, die einer Werkstätten-Beschäftigung nachgehen, eine echte Chance auf eine reguläre Anstellung mit fairem Gehalt und Sozialversicherung zu bieten. Während in Werkstätten bisher nur ein Taschengeld vorgesehen war, ermöglicht das Pilotprojekt nun eine nachhaltige Integration in den ersten Arbeitsmarkt und ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis. »Isabella Messner zeigt eindrucksvoll, dass berufliche Teilhabe für alle möglich ist«, so die Lebenshilfe in ihrer Aussendung weiter. Vor ihrer Anstellung bei Billa war die 29-Jährige in der Werkstätte der Lebenshilfe Wolfsberg beschäftigt und Teil des »Projekts 27«.

Mit der Unterstützung durch das »Projekt 27« konnte Isabella Messner bereits mehrere Monate Erfahrung in ihrem Arbeitsbereich im Supermarkt sammeln. Auf den ersten Arbeitsmarkt wurde sie durch gezielte Begleitung und Coaching vorbereitet. Anfang März wurde die Völkermarkterin schließlich offiziell in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis übernommen. »Ein großer Schritt für sie, für Billa als inklusiven Arbeitgeber und für die gesamte Gesellschaft«, wie die Lebenshilfe betont. Roswitha Botthof ist die Filialleiterin des Markts in Völkermarkt. Sie hebt die Bereicherung für das ganze Team hervor: »Isabella zeigt bei ihrer Arbeit immer eine große Freude und wie wohl sie sich in unserem Markt fühlt. Diese positive Einstellung überträgt sich auf uns alle. Obwohl Isabella manchmal mehr Unterstützung benötigt als andere Kollegen, haben alle gelernt, damit umzugehen und ihr die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie braucht.«

Die Lebenshilfe Kärnten hofft, dass weitere Unternehmen dem Erfolgsbeispiel von Messner und Billa folgen. Anna Eder-Tazreiter, Projektleiterin des »Projekts 27« sagt: »Wir sind immer auf der Suche nach Unternehmen, die im Rahmen dieses Projekts kooperieren möchten. Bei Interesse bitte einfach an uns wenden.« Alle weiteren Infos gibt es online unter www.lebenshilfe-kaernten.at.

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