Schloss Wiesenau steht zum Verkauf: Eigentümer will ausloten, wie viel für das Gebäude geboten wirdAusgabe 24 | Mittwoch, 16. Juni 2021

Es bestehe kein Zugzwang zur Veräußerung, sagt Besitzer Horst Stark, er wolle aber wissen, wie viel lukriert werden könnte. Fest steht, das geschichtsträchtige Gebäude in Bad St. Leonhard wird um 750.000 Euro angeboten. Dafür gibt es 600 Quadratmeter Wohnfläche.

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Bad St. Leonhard. Es sei ein Versuch, um zu sehen, welche Summe erzielt werden könnte. Das sagt Horst Stark, Unternehmer aus Feldkirchen und Eigentümer des Schlosses Wiesenau in Bad St. Leonhard, das derzeit auf  diversen Immobilienplattformen zum Verkauf angeboten wird. Den ausgewiesenen Preis von 750.000 Euro, der bei der derzeitigen Marktlage sehr günstig anmutet, bezeichnet Stark als »Ausrufungspreis«. Und: »Wenn nicht der Richtige kommt, wird das Schloss nicht verkauft, sondern saniert.«

Allerdings: Wie zu hören ist, soll es bereits mehrere Interessenten geben, ein Besitzerwechsel werde für die kommenden Tage erwartet ...

»Wenn jemand kommt, der mit dem Gebäude für die Region etwas machen will, würde ich verkaufen«
Horst Stark, Schlossbesitzer

Fakt ist, der um 1600 errichtete Renaissancebau zählt zu den architektonischen und geschichtlichen Perlen des Lavanttals. Angepriesen wird er auf der Plattform willhaben.at – ohne Namensnennung – so: »Wunderschönes Schloss mit Parkanlage in ruhiger, sonniger Lage in gutem Zustand.« Die Wohnfläche beträgt 600 Quadratmeter und inkludiert neun Schlafzimmer, dazu gibt es Kabel- und Satelliten-TV-Anschlüsse, einen Gewölbekeller, eine Zentralheizung und eine eigene Quelle. Um das Schloss können 28 Autos im Freien parken, es steht aber auch ein Garagengebäude – ein früherer Stall – zur Verfügung. Die Zufahrt zum Gebäude ist selbstredend asphaltiert. Der 20.100 Quadratmeter umfassende Grund schließt den Schlosspark ein, möglich ist auch der Zukauf von vier Hektar Wald samt Fischteich und Obstgarten. In der Rubrik »verfügbar ab« ist vermerkt: »Absprache«.

Nach den der Anzeige angefügten Bildern zu schließen, sind die Räume frisch ausgemalt und tatsächlich in gutem Zustand, auch die Böden wirken sehr gepflegt.

»Es besteht auf meiner Seite kein Zugzwang für einen Verkauf«, sagt Besitzer Stark. »Aber weil die Immobilienpreise derzeit so hoch sind, möchte ich ausloten, wie viel die Leute bereit sind, dafür zu bezahlen.« 

Keine Summen genannt

Die Kaufsumme, die er sich vorstellt, nennt der Feldkirchner ebenso wenig wie den Preis, den er 2017 für das Anwesen bezahlt hat. Was er aber sagt, ist, dass es ihm jetzt nicht um Spekulation gehe. Stark: »Wenn jemand kommt, der eine Vision hat und mit dem Gebäude für die Region etwas machen will, würde ich verkaufen. Denn das Schloss muss erhalten werden.« Sollte sich der ideale Kandidat nicht finden, werde er mit der Renovierung beginnen: »Dann kommen Wohnungen  hinein.«

Das Schloss wurde 1579 vom Gewerken Siegmund Pain erbaut, dessen Geschlecht 1652 ausstarb. 1814 ersteigerte es Johann Soellner, Direktor der Wolfsberger Bleiweißfabrik, und richtete darin einen Versammlungsort für den »Wiesenauer Kreis« ein, der mit Immanuel Kant, Friedrich Schiller und weiteren Intellektuellen über Themen der Zeit diskutierte. 1847 ging Wiesenau an die Grafen Henckel von Donnersmarck, 1923 an die Hespa-Domäne. 2007 wurde es von der Firma RZ Holzindustrie GmbH erworben, zehn Jahre später wechselte es in Starks Besitz. 

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