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Rauchfangkehrerin Silvia Novak (33) über das Glück: »Wenn die Menschen mich sehen, spielen sie Lotto«Ausgabe 02 | Mittwoch, 7. Januar 2026

Zum Jahreswechsel sind den Rauchfangkehrern die Blicke der Lavanttaler sicher. Sie gelten als Glückssymbol. Diese Erfahrung hat auch Silvia Novak (33) aus Bad St. Leonhard gemacht. Die zweifache Mutter wird demnächst den Betrieb ihres Vaters übernehmen.

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Philipp Tripolt Von Philipp Tripolt tripoltno@spamunterkaerntner.at
Silvia Novak hat nach der Matura ein Studium in Graz begonnen. Um etwas Geld neben dem Studium zu verdienen, begann sie im Betrieb ihres Vaters mitzuarbeiten. Sie machte Lehre und Meisterprüfung und ist nun als Rauchfangkehrermeisterin tätig. Fotos: KK (1), Ramona Steiner (1)

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Bad St. Leonhard. Seit mehr als zehn Jahren ist Silvia Novak (33) aus Bad St. Leonhard als Rauchfangkehrerin unterwegs. Die 33-Jährige lebt mit ihrem Partner Lukas (30) und den gemeinsamen Kindern Michael (3) und Larissa (1) zusammen und wird in naher Zukunft den Familienbetrieb von ihrem Vater Karl Novak übernehmen – und dann in vierter Generation führen.

Ihr Weg zur Rauchfangkehrermeisterin war zwar naheliegend, da sie ihren Vater bereits im Kindesalter bei der Arbeit begleitet hat, doch zuerst schlug sie einen anderen Weg ein. »Ich habe nach der Matura am Borg Wolfsberg ein Studium in Graz begonnen. Weil ich Geld verdienen wollte, habe ich angefangen im heimischen Betrieb mitzuarbeiten«, erzählt die zweifache Mutter. Sie legte schließlich die Lehre und die Meisterprüfung ab und ist nun seit 2014 als Rauchfangkehrermeisterin an der Seite ihres Vaters unterwegs. Der Kontakt zu den Menschen, das praktische Arbeiten und auch das »Schmutzig-Werden« begeisterten sie sofort. »Das gehört einfach dazu«, lacht die Bad St. Leonharderin, die sagt: »Schwindelfreiheit ist natürlich die Grundvoraussetzung, sonst wird es schwierig.« Auf wie vielen Dächern des Lavanttals sie bereits gestanden ist, kann sie nicht mehr sagen.

Die Frau im Männerberuf
Als Rauchfangkehrerin zählt Silvia Novak nach wie vor zu einer Minderheit. Anfangs begegneten ihr durchaus skeptische Blicke und Fragen wie: »Kannst du das überhaupt?« Doch sie überzeugte rasch mit Einsatz und Können. »Sobald die Leute gesehen haben, wie wir arbeiten, war mit den Vorurteilen gleich aufgeräumt«, erzählt sie. Ihre Mutter Christine, heute 62 Jahre alt, war übrigens ebenfalls bis zur Pensionierung aktiv im Familienbetrieb dabei.

Das Tätigkeitsfeld von Silvia Novak ist breit gefächert. Neben klassischen Kehrarbeiten gehören Überprüfungen von Feuerstätten, Abgasmessungen, Feuerbeschauen, baubehördliche Abnahmen und Befundungen ebenso dazu wie die Kontrolle von Rauchmeldern, Feuerlöschern und brandschutztechnischen Anlagen. »Der Beruf hat sich stark weiterentwickelt. Früher hatten die Menschen im Haus einen Herd, und das war es. Heute sind es komplexe Heizsysteme, elektrische Anlagen und umfassende Sicherheitskonzepte spielen eine zentrale Rolle.«

»Viele Kunden sind für mich im Lauf der Zeit zu guten Freunden geworden«
Silvia Novak, Rauchfangkehrermeisterin

Was sie an ihrem Beruf am meisten schätzt, ist der persönliche Kontakt. »Viele Kunden sind für mich im Lauf der Zeit zu guten Freunden geworden. Ich weiß intimste Sachen, bin auch Psychologin und gebe gute Ratschläge – manchmal auch in schwierigen Lebensphasen meiner Kunden«, erklärt die 33-Jährige.

Die Glücksbringerin
Rund um den Jahreswechsel stehen Rauchfangkehrer besonders im Fokus, gelten sie doch als Glücksbringer. Genau diese Erfahrung macht auch Silvia Novak immer wieder: »Für viele Menschen bin ich eine Glücksbringerin. Wenn sie mich sehen, werden Knöpfe gerieben, Wünsche ausgesprochen, oder sie spielen Lotto. Ich werde mit Glück in Verbindung gebracht und gebe den Leuten damit positive Energie. Das ist ein schönes Zeichen der Wertschätzung.«

Deutlich intensiver als in der jüngeren Vergangenheit gestaltet sich nun die Zusammenarbeit mit der Bezirksmannschaft und den Gemeindeämtern. »Wir arbeiten sehr eng mit den Behörden zusammen. Es gibt viele Bereiche, in denen wir gebraucht werden.«

Neben ihrer Arbeit als Rauchfangkehrerin hat Silvia Novak noch eine weitere Qualifikation: 2019 absolvierte sie die Meisterprüfung in Fußpflege und Nageldesign und startete »Silvias Beautystub‘n«. Heute ist es eher ein Hobby, für das aktuell wenig Zeit bleibt. »Aber ich mache es gerne. Auch hier habe ich wieder den engen Kundenkontakt, und das gefällt mir sehr«, erzählt Novak über ihr zweites Standbein.

Zum Jahreswechsel wünscht sie ihren Kunden »alles Gute und viel Gesundheit. Und natürlich auch ein kleines bisschen Glück.«

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