Im Streit um Nachforderungen an die Stadtwerke GmbH konnte nun eine Lösung gefunden werdenAusgabe 39 | Mittwoch, 23. September 2020

Stadtwerke waren mit Forderung über 1,1 Millionen Euro der Baufirma ICON Bau GmbH nicht einverstanden. Nach neuerlicher Prüfung konnte man sich nun einigen. Kritik kommt nun von Beirat Trettenbrein an der Kontrollfirma der Wolfsberger Stadtwerke.

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Wolfsberg. Der Streit zwischen der Wolfsberger Stadtwerke GmbH und der Lavanttaler Baufirma ICON Bau GmbH (die Unterkärntner Nachrichten berichteten im Juli) wurde nun nach einem langen Hin und Her beigelegt. 

Die Firma ICON Bau GmbH forderte von den Stadtwerken 1,1 Millionen Euro für erledigte Aufträge, die Stadtwerke waren mit diesem Betrag aber nicht einverstanden. 

Daher haben die Wolfsberger Stadtwerke GmbH und die ICON Bau GmbH unter Beiziehung eines Ziviltechnikers und der Mitwirkung der langjähren Kontrollfirma der Wolfsberger Stadtwerke GmbH, der Firma CCE, die noch nicht freigegebenen Baustellen gemeinsam einer technischen Objektivierung unterzogen. Diese ergab auf Basis einer marktüblichen Detailprüfung jeder einzelnen Baustelle eine entsprechende Reduktion der abzurechnenden Baukosten.

»Das sagt einem ja der Hausverstand, dass es bei solchen Summen Ungereimtheiten gibt«
Harald Trettenbrein, Beirat (FPÖ) 

In der Vorwoche stimmte der Beirat der Wolfsberger Stadtwerke GmbH einstimmig dem gewählten Vorgehen sowie dem Ergebnis zu. »Wir hatten unterschiedliche Ansichten. Nun kam es zu einer Objektivierung dieser beiden Ansichten und einer Abschlussrechnung. Das ist im Bauwesen so üblich. Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden«, sagt Eigentümervertreter Bgm. Hannes Primus (SPÖ).

So weit so gut: Doch nun kommt Kritik vom Beiratsmitglied der FPÖ, Harald Trettenbrein: »Das Ergebnis passt, die Stadtwerke ersparen sich etwas mehr als die Hälfte der ursprünglichen Forderung. Aber: Die Stadtwerke bezahlen die Firma CCE, damit sie Bauprojekte plant, die Ausschreibungen und Angebotsöffnung durchführt sowie die Baulose kontrolliert.« 

»Die CCE hat die Bauaufsicht und zeichnet Tagesberichte ab. Da hätte man bei Änderungen gegenüber der Ausschreibung bzw. Preissteigerungen bei den Stadtwerken nachfragen müssen oder diese darauf aufmerksam machen. Das sagt einem ja der Hausverstand, dass es bei solchen Summen Ungereimtheiten gibt«, ärgert sich Trettenbrein.

»Zuerst muss der Ausgang der zwei laufenden Verfahren abgewartet werden«
Hannes Primus, Bürgermeister (SPÖ)

Er fordert nun, die Zusammenarbeit mit der Firma CCE zu beenden und entsprechende Schadenersatzforderungen an das Unternehmen zu stellen. 

Primus sagt  zu den Forderungen von Trettenbrein: »Es gibt laufende Verfahren (Anm.: Gemeint sind Verfahren gegen zwei ehemalige Stadtwerke-Mitarbeiter, die Unterkärntner Nachrichten berichteten). Man muss erst einmal den Ausgang der Verfahren abwarten, danach kann uns die Geschäftsleitung der Stadtwerke GmbH einen Vorschlag unterbreiten, wie es weitergeht und wir werden eine Entscheidung treffen.«

Bis die Gerichtsverhandlungen beendet sind, wird es aber wohl noch eine Weile dauern.

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