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Wolfsberg. Am Hohen Platz 11 lebt Bruno Huber mit seiner Frau Traude. Die gemeinsamen Kinder sind längst ausgeflogen – Julia lebt in Wien, Odin in Koblenz und Amon in Graz. Doch das Haus ist bis heute ein Ort voller Leben, Ideen und Geschichte.
Das Gebäude ist rund 500 Jahre alt und wurde 1975 von der Familie Huber erworben, die das damals renovierungsbedürftige Haus mit viel Feingefühl und Respekt vor der historischen Substanz revitalisierte. Heute gilt es als das einzige Renaissancehaus im Zentrum, liebevoll erhalten, mit einem beeindruckenden Arkadengang und einem idyllischen Innenhof, der zum Verweilen einlädt.
Bruno Huber selbst blickt auf ein beeindruckendes Leben zurück. Als drittes Kind einer bäuerlichen Großfamilie im Gurktal geboren, hegte er ursprünglich den Wunsch, Musik zu studieren. Doch fehlte es damals an Geld und Möglichkeiten, um nach Wien zu gehen. So weckte stattdessen der tägliche, zweistündige Schulweg sein Interesse für die Natur und prägte seinen weiteren Weg. Er wurde Lehrer und zog ins Lavanttal, wo er Generationen von Schülern nicht nur mit Wissen, sondern auch mit Kreativität begeisterte – etwa mit seinen kunstvollen Tafelbildern. Er unterrichtete an Volks-, Haupt- und Berufsschulen im Tal und leitete vor seiner Pensionierung mehrere Jahre lang die Sonderschule für schwerstbehinderte Kinder im Lavanttal.
Darüber hinaus war Bruno Huber stets vielseitig tätig. Er engagierte sich unter anderem als Sprachheillehrer im Lavanttal und etablierte zugleich seine Agentur für Gestaltung und Werbung: Huber entwarf für zahlreiche renommierte Unternehmen der Region Plakate und Logos. Besonders bemerkenswert: Sein Logo für Preblauer Mineralwasser wird bis heute in nahezu unveränderter Form verwendet.
Eigenes Geschäft
Gemeinsam mit seiner Frau führte er zudem bis 1974 die Schmuckboutique »Tandaradai« am Hohen Platz. Als er später an der kaufmännischen Berufsschule in Wolfsberg Schaufenstergestaltung unterrichtete, stellte er fest, dass es kein geeignetes Lehrbuch gab und schrieb kurzerhand selbst eines. Es wurde von den Schülern ebenso geschätzt wie seine späteren Schulbücher für »Politische Bildung 1 und 2«, die schließlich an vielen Berufsschulen in ganz Österreich Verwendung fanden. Dafür gründete er seinen eigenen »Tandaradai Verlag«.
Nach seiner Pensionierung blieb er weiterhin kreativ und produktiv. Mit »Die harte Schule« veröffentlichte er ein Buch, das durchaus kontrovers aufgenommen wurde – von manchen kritisch gesehen, von anderen als wichtiger Impuls für ein respektvolleres Miteinander im Unterricht geschätzt. Es folgten weitere Arbeiten, darunter die »Atlantis Formen«.
Galerie Rosa
Stillstand war für Bruno Huber nie eine Option. »Wer rastet, rostet« – dieses Motto begleitet ihn bis heute. In den vergangenen Jahren widmete er sich verstärkt wieder der Natur, verfasste hunderte Balladen und gestaltete sie kalligraphisch zu Gesamtkunstwerken. Anlässlich seines 98. Geburtstags werden diese Werke nun erstmals öffentlich zugänglich gemacht – in der Galerie Rosa am Hohen Platz 11, benannt nach seiner Enkelin, auf die er besonders stolz ist. Seine Bilder laden nicht nur zum Staunen ein, sondern wollen auch aufrütteln: Sie erzählen von der Schönheit der Natur und mahnen zugleich, achtsamer mit ihr umzugehen.
Besichtigt werden kann die Galerie nach telefonischer Voranmeldung unter der Telefonnummer 0650 89 16 651.

Von Unterkärntner Nachrichten Redaktion
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