Schwerverkehr belastet Anrainer von St. Nikolai bis Wunderstätten – diese wollen sich nun formierenAusgabe 44 | Mittwoch, 30. Oktober 2019

Der St. Nikolaier Wolfgang Grillitsch wandte sich im März 2019 an das Land und machte auf Probleme aufmerksam. Das Land sieht aber keinen Handlungsbedarf. Nun läuft eine Unterschriftenaktion, um den geforderten Sofortmaßnahmen Nachdruck zu verleihen.

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Ruden. Man muss nicht lange suchen. Teile eines abgebrochenen Seitenspiegels, Scherben und andere Plastikteile von Autos findet man im Bereich der Tiefenbachbrücke, die sich zwischen Ruden und Eis an der Lavamünder Bundesstraße (B 80) befindet, zur Genüge. Die unter Denkmalschutz stehende Steingewölbebrücke ist ein Nadelöhr an der B 80, an der es oft zu unliebsamen Begegnungen zwischen Fahrzeugen kommt. Davon zeugen auch Lackspuren am Brückengeländer. Lkw fahren auf der Brücke meist über den Mittelstreifen, um dem Geländer auszuweichen. Kommt ein Pkw genau in diesem Bereich entgegen, kann es passieren, dass dieser Begegnung ein Seitenspiegel zum Opfer fällt. Treffen sich zwei Lkw, bleibt einem meist nur die Notbremsung. »Der letzte aktenkundige Unfall ereignete sich hier am 7. Oktober 2019. Wie man an den herumliegenden Teilen sieht, passiert aber wesentlich öfter etwas«, erklärt Wolfgang Grillitsch. »Nicht auszudenken, was passiert, wenn zu so einem Zeitpunkt auch noch ein Radfahrer auf der Brücke unterwegs wäre.«

Doch die Tiefenbachbrücke ist für Grillitsch nur ein Teil des Verkehrsproblems, das sich ihm als Anrainer täglich offenbart. In einem Schreiben an die Abteilung 9 des Landes Kärnten vom 30. März 2019 fasste er die Problematik, von der die Bewohner der Ortschaften St. Nikolai, St. Radegund, Untermitterdorf, Eis und Wunderstätten betroffen sind, zusammen. So fahren entlang des geraden Streckenverlaufs der B 80 von Eis bis St. Nikolai Lkw-Fahrer bis zu 100 km/h und mehr. »Das gefährdet Schulkinder, die entlang der B 80 zu den Bushaltestellen marschieren und macht das Abbiegen mit dem Auto in die Ortschaften zu einem Gefahrenmoment«, spricht Grillitsch aus Erfahrung.

Außerdem kritisiert der gebürtige St. Nikolaier fehlende Verkehrs- und Geschwindigkeitskontrollen und das Ignorieren des Lkw-Nachtfahrverbots ins Lavamünd: »Die Lkw-Fahrer haben Narrenfreiheit, und wir leiden unter der Lärm- und Feinstaubbelastung.«

Unterschriftenaktion läuft

Vom Land gab es laut Grillitsch bis dato »nur eine oberflächliche Antwort«. Nun hat er in den betroffenen Ortschaften eine Unterschriftenaktion gestartet. Darin werden (wie auch in Grillitschs Schreiben vom März 2019) als Sofortmaßnahmen unter anderem eine behördliche Lärmmessung, eine Geschwindigkeitsbeschränkung für Lkw und Verkehrskontrollen gefordert. Außerdem soll pro Ort ein Sprecher gefunden werden: »Wir möchten gemeinsam etwas unternehmen und uns auch mit der Bürgerinitiative in Lavamünd in Verbindung setzen, da dies gut zusammenpasst.«

Langfristig erhofft sich Grillitsch eine Überarbeitung des optimalen Verlaufs des Lkw-Verkehrs in Richtung Slowenien und ein Lkw-Fahrverbot ab der Jörg-Haider-Brücke bis Lavamünd, ausgenommen Ziel- und Quellverkehr.

Auf Anfrage der Unterkärntner Nachrichten beauftragte der zuständige Referent, Landesrat Martin Gruber, die Fachabteilungen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Diese erteilen dem Wunsch nach einer Geschwindigkeitsbeschränkung für Lkw eine Absage, da laut Messungen der Landesverkehrsabteilung die Übertretungsrate nur 0,89 Prozent beträgt und die erforderlichen Sichtweiten weit über den Richtlinien liegen. Weiters heißt es, dass auch kein Anspruch auf Lärmschutz besteht, da »die Grenzwerte sowohl tagsüber als auch nachts deutlich unterschritten werden«.

Die Tiefenbachbrücke ist laut Auskunft der Fachabteilungen nicht schmäler als die B 80, dies wirke nur aufgrund der Brüstungsmauern so. Dennoch sollen »noch heuer entsprechende Hinweistafeln, insbesondere für den Lkw-Begegnungsverkehr, im Brückenbereich aufgestellt werden«.

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