Rom-Reise zum WAC-Spiel war ruckzuck ausgebucht: Wolfsberger Pfarrer wird Messe im Petersdom lesenAusgabe 47 | Mittwoch, 20. November 2019

Christoph Kranitzky organisierte Busfahrt in die ewige Stadt, um den Wolfsberger Verein gegen den AS Roma zu unterstützen – auch. Denn die Reise wird von einer Audienz beim Papst und einem Gottesdienst gekrönt, der seinesgleichen sucht. Wie schaffte er das?

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Unterkärntner Nachrichten Redakteur Horst Kakl Von Horst Kakl kaklno@spamunterkaerntner.at
Christoph Kranitzky ist bekennender Fan des WAC. Spätestens seit dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach weiß das – dank der Bild-Zeitung – auch ganz Deutschland. Im Dezember geht es zur Partie gegen AS Roma in die italienische Hauptstadt. Dabei wird im Petersdom dafür gedankt, was der Erfolg des WAC ausgelöst hat.

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Wolfsberg. Nach einer Woche war die Reise ausgebucht. Die Freude darüber ist dem Wolfsberger Pfarrer Christoph Kranitzky anzumerken. Immerhin war er es, der die Idee zum Besuch Roms anlässlich des Spiels des WAC gegen AS Roma am 12. Dezember hatte – und der sie umgehend in die Tat umsetzte. Und so werden Kranitzky und 45 weitere WAC-Fans von 10. bis 13. Dezember nicht nur die italienische Hauptstadt, sondern auch Papst Franziskus und das Spitzenspiel im Stadio Olimpico live erleben. Dazu liest der Wolfsberger Geistliche eine Messe im Petersdom – eine Ehre, die nicht ohne weiteres vergeben wird.

Wie hat er das geschafft? »Die Messe, die ich halten werde, findet am Donnerstag, 12. Dezember, am Tag des WAC-Spiels um 8.45 Uhr in einem Seitenaltar statt, in dem auch das Grab von Papst Johannes Paul II. liegt. Der Hauptaltar ist natürlich dem Papst vorbehalten. Ich habe aus meiner Heimatdiözese in Polen Freunde, die heute im Vatikan tätig sind. Sie haben mir den Weg gezeigt, wie man eine Messe im Petersdom organisieren kann.« Dann stellt er sein Licht unter den Scheffel: »Das ist nicht außergewöhnlich.«

»Ich habe keinen Tipp für das Spiel gegen AS Roma. Alles, was kommt, ist ein Geschenk«
Christoph Kranitzky, Wolfsberger Pfarrer

Laut Kranitzky geht es beim Gottesdienst aber nicht darum, für einen Sieg des WAC zu beten. »Es ist eine Dankmesse für alles, was um den Verein geschehen ist und was uns in Wolfsberg als Gemeinschaft vereint hat.« Auf die Frage, wie die Partie gegen AS Roma seiner Meinung nach enden wird, sagt der Pfarrer: »Es ist schon ein Erfolg, dass wir in die Europa League und nach Rom gekommen sind und dadurch Grund zur Freude und zum Feiern haben. Ich habe keinen Spieltipp, alles, was kommt, ist ein Geschenk.« Hehre Worte, denen allerdings nicht jeder WAC-Fan zustimmen wird. Denn dabei sein ist schön, siegen aber besser ...

Enttäuschen musste Kranitzky jene Lavanttaler Chormitglieder, die nach Rom kommen wollten, um beim Gottesdienst im Petersdom ihre Lieder anzustimmen: »Die Messe darf nicht länger als 45 Minuten dauern – und Singen ist leider nicht erlaubt.«

Papstaudienz

Dafür werden die Teilnehmer den Papst persönlich treffen – aus einiger Entfernung. Kranitzky: »Am Mittwoch nehmen wir an der für alle Gläubigen zugänglichen Generalaudienz von Papst Franziskus teil.« Um eine Vorstellung zu bekommen: Die Generalaudienz mit dem Heiligen Vater findet zumeist mittwochs um 10 Uhr statt. Es ist eine vom Papst selbst geleitete Feier, während der er eine kurze Katechese, also eine christliche Unterweisung, hält. Die Lesung und die Kerninhalte der Katechese werden immer auch in Deutsch gehalten bzw. übersetzt.

Kranitzky betont aber auch, dass es sich beim dreitätigen Rom-Aufenthalt, der am Freitag, 13. Dezember, nach dem Frühstück mit der Heimfahrt im Bus endet, nicht um eine Pilgerreise handelt: »Die Teilnehmer haben viel freie Zeit, um sich Rom und seine Sehenswürdigkeiten anzusehen.«

Der 34-jährige Priester hat sich spätestens seit dem WAC-Spiel gegen Borussia Mönchengladbach im September, in dem die Wolfsberger mit 4:0 triumphierten, den Ruf als begeisterter Anhänger erarbeitet. Damals eilte er während der letzten Spielminuten von der Public-Viewing-Zone am Hohen Platz in die Markuskirche, um die Glocken erklingen zu lassen. Ein Journalist der Bild-Zeitung reiste danach an, um den Pfarrer zu interviewen. Kranitzky sagt aber auch: »Die echten Helden sind die WAC-Spieler, die durch harte Arbeit das erreicht haben, was wir nun genießen dürfen.«

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