Junge Bäume werden zu Opfern von Tourengehern: Grundbesitzerin auf Koralpe klagt Zustände an Ausgabe 9 | Mittwoch, 3. März 2021

Laut Forstgesetz ist es untersagt, Flächen mit jungen Bäumen zu benützen. Im Bereich der Fleischhacker Ebene wird vielfach darauf »gepfiffen«, schildert eine Grundbesitzerin, die von »Rüpeln« spricht. Die Koralpe habe damit nichts zu tun, sagt Marketingmanagerin.

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Koralpe. »Mir wurde von Tourengehern ins Gesicht gesagt, sie könnten unterwegs sein, wo sie wollten. Tafeln, mit denen vor Schlägerungsarbeiten gewarnt wird, werden ignoriert. Und im Frühjahr darf ich den Abfall entsorgen, der von diesen Leuten hinterlassen wird. Das ist wie eine Enteignung.« Eine der beiden Besitzerinnen eines Grundstücks auf der Koralpe im Bereich der Fleischhacker Ebene, die nicht namentlich genannt werden will, ist schlecht auf Tourengeher zu sprechen. Besonders verärgert ist sie darüber, dass die Freizeitsportler die Jungbäume, die auf dem Grundstück mit großem Aufwand gepflanzt wurden, beschädigen und damit letztlich abtöten.

»Mir wurde ins Gesicht gesagt, sie könnten unterwegs sein, wo sie wollten«
Die Grundbesitzerin ist über Tourengeher verärgert

»Trotz einer aufgestellten Tafel fahren sie über die aufgeforstete Fläche, was nicht erlaubt ist«, sagt die Frau. »So bekommt man keinen Wald hoch.« Tatsächlich heißt es im Forstgesetz (Paragraf 33, Absatz 2c), dass »Wiederbewaldungsflächen sowie Neubewaldungsflächen, solange deren Bewuchs eine Höhe von drei Metern noch nicht erreicht hat«, nicht »benützt« werden dürfen. Das bedeutet, weder die Begehung noch das Befahren sind erlaubt. 

»Echte Rüpel«

Die Betroffene hat sich selbst am Eingang ihres Besitzes postiert und versucht, Tourengeher zurückzuhalten – mit mäßigem Erfolg. »Manche drehten um, andere sagten, der Wald sei für alle da, und gingen weiter. Einige Tourengeher sind echte Rüpel«, so die Miteigentümerin. Auch Mitarbeiter des Alpenvereins, die vor Ort waren, um Tourengeher aufzuklären, seien angepöbelt worden.  Wobei anzumerken ist: Es handelt sich nicht um einige wenige »Gäste«, an einem Tag wurden bis zu 100 Menschen gezählt.

Am Erstaunlichsten ist, dass die »Besucher« auf ihr eigenes Leben nicht achten. Die Grundbesitzerin: »Wir führen jetzt Schlägerungen durch und haben Warntafeln mit der Aufschrift ›Lebensgefahr‹ aufgestellt. Einige Leute gingen trotzdem durch. Wenn eines der Seile, die für die Arbeiten benötigt werden, reißt und einen Menschen trifft, kann der zweigeteilt werden.«

Ihr gefällt auch nicht, dass neben der Skipiste kein eigener Weg für Tourengeher auf das Kar abgesperrt ist. »Es sollte ein Weg entlang des Sessellifts abgesteckt werden, es gibt genug Möglichkeiten«, so die Grundeignerin, die auch bemängelt, dass früher auf der Homepage der Koralpe diese Route beworben wurde. 

»Nichts mit Koralpe zu tun«

»Das wurde bereits entfernt«, sagt Marion Resch, Marketingmanagerin der Koralpe. Sie betont zugleich, die Koralpe habe mit den Problemen nichts zu tun, »auch ohne uns würden Tourengeher kommen«. Außerdem könne man nicht alle Tourengeher in einen Topf werfen. »Aber auch ich finde, es ist Wahnsinn, dass sich die Leute nicht an die Bestimmungen halten und Abfälle einfach in den Wald werfen. Die Natur gehört uns nicht, ich tue alles in meiner Macht stehende, damit die Leute den Besitz dieser Frau nicht durchqueren und den Wald in Ruhe lassen. Wir legen auf gute Nachbarschaft Wert«, so Resch, die auf der Koralpe-Homepage einen entsprechenden Hinweis platzierte. Der Wortlaut: »Das Befahren von Waldstücken ist verboten! Bitte schützt unseren Wald, besonders den Jungwald, und achtet unsere Natur!« Sie verstehe die Grundbesitzerin, die die Leute sensibilisieren möchte, und habe ihr mehrere Lösungsvorschläge unterbreitet. »Leider kamen sie nicht an«, sagt die Managerin. 

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