Der Herr der Tauben: Wolfgang Findenigs große Leidenschaft sind Brief- und HochzeitstaubenAusgabe 42 | Mittwoch, 16. Oktober 2019

Seit seinem zehnten Lebensjahr züchtet Wolfgang Findenig (58) Brieftauben. Der Körperbau und das Heimfindungsvermögen der Tiere haben ihn seit jeher fasziniert. Auch für den schönsten Tag im Leben hat Findenig etwas zu bieten: Er lässt Hochzeitstauben fliegen.

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St. Georgen. Die Briefbeförderung mittels Brieftauben war bereits in der Antike weit verbreitet. In der Neuzeit fand sie zunächst nur für militärische Zwecke Verwendung. Im 19. Jahrhundert wurden jedoch immer mehr Brieftaubenlinien für zivile Zwecke eingerichtet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Taubenpost fast völlig von modernen Telekommunikationsmitteln verdrängt. Heute werden Brieftauben hauptsächlich für Flugwettbewerbe gehalten und gezüchtet.

»Wie ein Virus«

Die Tiere faszinieren aber auch heute noch zahlreiche Menschen. So auch den St. Georgener Wolfgang Findenig, Obmann des »Brieftauben-Zuchtverein 203 Bergland«.  Seit seinem zehnten Lebensjahr ist er Taubenzüchter aus Leidenschaft. »Die Brieftaubenzucht ist wie ein Virus, das einen befällt und nie wieder verschwindet«, meint Findenig, in dessen Schlag sich mittlerweile über 100 Brieftauben finden. Der Reiz an der Taube ist für den Züchter aus Leidenschaft der perfekte Körper, die geschmeidigen Muskeln, ein schöner Kopf, ein strahlendes Gefieder und das »Heimfindungsvermögen. »Brieftauben finden aus Entfernungen von bis zu 1.000 Kilometern wieder nach Hause. Dieser Orientierungssinn ist faszinierend«, schwärmt Findenig.

Jede Taube wird mit einem Ring mit Chip versehen und elektronisch erfasst. Das ist sozusagen der Personalausweis der Taube. Sämtliche Daten über das Tier werden auf dem Chip gespeichert, aber auch die Flugstrecken des Tiers werden genau aufzeichnet. Die Preise für eine Breitaube in Kärnten liegen zwischen 100 und 500 Euro. Hochleistungsbrieftauben aus Belgien können aber auch mehrere tausend Euro kosten. »Erst kürzlich wurde eine Brieftaube um 1,2 Millionen Euro von Belgien nach China verkauft. Damit ist sie die teuerste Brieftaube der Welt«, erzählt Findenig.

Aufwendiges Training

Das Training der Tiere beginnt von Geburt an. Zunächst wird mit Flügen von wenigen Kilometern angefangen und im Laufe der Zeit wird die Flugstrecke immer weiter gesteigert. »Wir Lavanttaler Brieftaubenzüchter lassen die Tauben Strecken von rund 500 Kilometern fliegen. Viel mehr ist bei uns aufgrund der geografischen Lage und der Berge nicht drinnen«, erzählt der Obmann. In anderen Gebieten werden bis zu 1.300 Kilometer zurückgelegt.

Überhaupt ist das Züchten von Brieftauben ein aufwendiges und kostspieliges Hobby. »Man hat 365 Tage im Jahr Arbeit. Die Tiere müssen gefüttert werden, der Schlag gereinigt, täglich wird morgens und abends eineinhalb Stunden trainiert. Dazu kommen die Kosten für Impfungen, Tierarzt, Futter usw.«, so Findenig. 

Hochzeitstauben

Findenig hat neben seinen Brieftauben aber auch noch etwas ganz Besonderes zu bieten. Mit seinen Hochzeitstauben sorgt der Züchter für außergewöhnliche Hochzeitsgeschenke. Zehn bis 20 seiner Tauben können für den schönsten Tag im Leben gemietet werden, die Findenig dann für das Hochzeitspaar fliegen lässt.

Feinde in der Luft und am Boden

Tauben haben Feinde in der Luft und am Boden. Aus der Luft werden sie von Falken und Habichten gejagt und am Boden stellen ihnen  Mader, Wiesel und Katze nach. Ein großes Problem stellen für die Brieftaubenzüchter Raubvögel, im Lavanttal vor allem Wanderfalken, dar. Immer wieder werden die Brieftauben von den Raubvögeln angegriffen und getötet bzw. verletzt. »Rund 20 Prozent der Tauben fallen Raubvögeln oder Unfällen zum Opfer«, weiß Findenig zu berichten.

// Kontakt
Wolfgang Findenig

Tel. 0664/1836115

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