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St. Andrä. Ein schwerwiegender Vorwurf wird in der Bischofsstadt gegen einen bekannten Landwirt erhoben: Der Mann soll große Mengen Wasser aus der Gemeindeleitung für die Bewässerung seiner eigenen Nutzfläche abgezweigt haben. In der Stadt ist zu hören, dass das kostbare Nass mit einer vor der Wasseruhr eingebauten Anlage abgezweigt wurde.
Der Fall soll aufflogen sein, weil ein Hochbehälter aus erst ungeklärten Gründen immer wieder leer war. Gemeindemitarbeiter, die beim Betroffenen schließlich Nachschau hielten, hätten Stunden damit verbracht, die Anlage zu finden. Sie soll sich unter einer mit Magneten fixierten Fliese befunden haben.
Bürgermeisterin Maria Knauder (SPÖ) sagt, ohne die Details zu bestätigen: »Der Fall ist mir bekannt. Wir mussten Schritte einleiten und haben die Polizei eingeschaltet. Was die Stadtgemeinde betrifft, haben wir das Nötige getan. Jetzt ist die Justiz am Zug.« Die Bürgermeisterin gibt die entnommene Wassermenge mit rund 3.000 Kubik an, fügt aber an: »Das ist lediglich eine Schätzung, keine gesicherte Zahl.«
Zur langen und aufwendigen Suche der Gemeindemitarbeiter nach der versteckten Anlage meint sie lediglich: »Es gab keine Bereitschaft des Landwirts, uns zu unterstützen. Wir mussten die Polizei um Hilfe ersuchen, er war nicht kooperativ.«
»Ich bin sehr enttäuscht von diesem Mann, den ich früher immer unterstützt habe«
Maria Knauder, Bürgermeisterin
Laut Knauder wurde die Stadt im August auf den Fall aufmerksam: »Es macht mich traurig, dass man so etwas tut, ich bin sehr enttäuscht von diesem Mann, den ich früher immer unterstützt habe. Es ist bitter zu sehen, wie jemand glaubt, er könne sich über alles hinwegsetzen. Wenn das jeder machen würde ...« Und weiter meint die Bürgermeisterin: »Eine Entschuldigung gab es von ihm nicht. Aber jetzt muss er sich für sein Tun verantworten.«
In der Stadt ist auch zu hören, dass eine weitere Betriebsfläche des im Verdacht stehenden Landwirts überprüft wird. Dort soll offiziell auffällig wenig Wasser verbraucht worden sein ...
Die Unterkärntner Nachrichten fragten auch den betroffenen Landwirt, für den die Unschuldsvermutung gilt, nach seiner Darstellung der Dinge. Er sagte: »Ich erfülle den nationalen Ernährungsauftrag. Darüber hinaus gibt es von mir keinen Kommentar.«
»Ich erfülle den nationalen Ernährungsauftrag. Darüber hinaus gibt es von mir keinen Kommentar«
Der Landwirt zu den Unterkärntner Nachrichten
Wasser ist in Stadt St. Andrä keineswegs unbegrenzt vorhanden, sondern ein rares Gut. Die Stadt hatte ihre Bürger heuer bereits im Juli dringend zum Wassersparen aufgerufen. Sie wurden aufgefordert, das Bewässern von Grünanlagen, Gärten und Rasenflächen mit Trinkwasser zu vermeiden sowie auf das Waschen von Fahrzeugen und das Reinigen von befestigten Flächen im Hausbereich zu verzichten.
Dazu hat der Gemeinderat im Juni die Wasserbezugsgebühren erhöht. Wie berichtet schrieb der Wasserhaushalt zuletzt ein Minus von rund 500.000 Euro, da für die Erhaltung der angejahrten und daher maroden Infrastruktur viel Geld ausgegeben werden muss.

Von Horst Kakl
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