Artikel
Wolfsberg. Waltraud Riegler feierte am 21. Mai ihren 60. Geburtstag. Dabei blickte sie auf ein Leben zurück, das von Tatkraft, Zusammenhalt und einer großen Portion Herzlichkeit geprägt ist. Schon einige Tage zuvor, am 13. Mai, lud sie gemeinsam mit ihrem Mann Dietmar – er wurde am 25. April 60 Jahre alt – zur großen Feier in die Lavanttal-Arena. Rund 250 Gäste kamen, um mit der Familie, Freunden und langjährigen Wegbegleitern einen Abend zu erleben, der genau so wurde, wie sich ihn die Gastgeber gewünscht hatten: fröhlich, ausgelassen und voll guter Stimmung.
Vollblut-Unternehmerin
Waltraud wurde 1966 in St. Paul geboren und wuchs dort auf. Nach der Hauptschule entschied sie sich für eine Ausbildung zur Kosmetikerin und Fußpflegerin in Wolfsberg. In einer Zeit, in der es in St. Andrä kaum Angebote in diesem Bereich gab, wagte sie mit nur 24 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit. Was als Ein-Frau-Betrieb begann, entwickelte sich über 36 Jahre zu einem erfolgreichen Studio mit acht Mitarbeiterinnen. »Heute arbeite ich nicht mehr Vollzeit, weil ich ein tolles Team aufgebaut habe, auf das ich mich blind verlassen kann«, sagt Riegler. Die Freude an ihrem Beruf hat sie nie verloren.
Neben ihrer unternehmerischen Tätigkeit begleitet sie ihre Begeisterung für den Fußball seit ihrer Jugend: »In St. Paul ist man damals zu den Heimspielen des örtlichen Vereins gegangen, das gehörte einfach dazu.« Dabei hat sie auch ihren Mann Dietmar kennengelernt, der zu jener Zeit bei Bad St. Leonhard spielte.
Die Leidenschaft für den Fußball führte sie später zum Wolfsberger AC, dem Dietmar seit 2007 als Präsident vorsteht. Doch beim Wolfsberger Bundesligisten ist Waltraud längst mehr ist als nur die Frau des Präsidenten. Viele nennen sie liebevoll die »Mama des WAC«, andere »Frau Präsidentin«. Waltraud nimmt es mit Humor: »Ich bin nicht die Präsidenten, ich bin ein Mädchen für alles. Ich helfe überall dort, wo ich gebraucht werde und stehe Dietmar bei all seinen Aufgaben zur Seite – sei es im Unternehmen, im Verein oder in den vielen Projekten, die er betreut. Wir reden natürlich viel über Fußball.« Der Sport ist für die beiden sowie deren Kinder – Jakob und Johanna – ein verbindendes Element in der Familie.
Hartes Jahr für den WAC
Die vergangene Saison war für den WAC eine der schwierigsten seit dem Aufstieg in die Bundesliga. Für Waltraud war es eine Zeit voller Anspannung, Unsicherheit und emotionaler Momente. Umso größer war die Erleichterung, als der Klassenerhalt feststand. Der Sieg gegen den GAK – ausgerechnet an Dietmars Geburtstag – war für die beiden einer der schönste Moment der gesamten Spielzeit. »Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen«, sagt Waltraud rückblickend.
Geschäftlich läuft für sie alles rund. Das Hotel-Restaurant Silberberg, das im Oktober 2024 eröffnet wurde, entwickelt sich gut. Erfolg hat viele Bewunderer, aber ebenso viele Neider. »Als Unternehmerin und als Frau eines erfolgreichen Mannes habe ich gelernt, mit Kritik umzugehen. Man kann es nie allen recht machen«, sagt sie. Den Ruf, sehr bestimmend und oft kritisch zu sein, nimmt sie selbstbewusst an: Sie sei nur jemand, der sich nicht alles gefallen lasse und sich wehre, wenn es nötig sei.
Mit Dietmar ist sie im Oktober seit 36 Jahren verheiratet, vor der Hochzeit waren sie sieben Jahre lang zusammen. Das Geheimnis? »Jeder hat seine Aufgaben, jeder weiß, dass er sich auf den anderen verlassen kann. Gerade in schwierigen Zeiten ist die Familie immer enger zusammengerückt. Man muss gemeinsam durch alles gehen«, sagt Waltraud. Wenn sie Ruhe sucht, findet sie sie in Italien. Das ist ein Rückzugsort, an dem sie abschaltet und Kraft tankt. Außerdem geht Waltraud gerne walken, liebt die Natur und bezeichnet sich selbst als Leseratte. Momente der Stille sind wichtig, denn der Alltag ist oft turbulent.

Von Michael Swersina
Das königliche Spiel: Christoph Hausberger (15) aus St. Andrä ist ein Schach-Nachwuchstalent
Markus Haßler (46) und Patrick Griengl (39) prägen mit viel Herzblut »ihre« Sängerrunde St. Michael
Harmonika Müller feiert 50-Jahr-Jubiläum: »Jedes Instrument, das unser Haus verlässt, ist ein Unikat«
0 Kommentare Kommentieren
Keine Kommentare gefunden!