Das war das Coronajahr im LavanttalAusgabe 1 | Donnerstag, 7. Januar 2021

Das Lavanttal wurde drei Mal heruntergefahren, Kultur und Sport standen fast das ganze Jahr still, der RZ Pellets WAC schaffte es ins Sechzehntelfinale der Europa League, Bürgermeister traten vorzeitig zurück.

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Lavanttal. Das Jahr begann stimmungsvoll mit Neujahrskonzerten und Bällen. Faschingssitzungen wurden abgehalten. Noch ahnte niemand, wie sich die Welt in ein paar Wochen verändern würde. Im Februar säumten tausende Besucher die Straßen bei den zahlreichen Faschingsumzügen talauf talab. Doch die Normalität sollte bald ein Ende haben.

Ein Virus hält die Welt in Atem

Zu Beginn des Jahres wurde über eine neue Viruserkrankung mit ersten Todesfällen aus China berichtet. Im Februar wurde dann über die ersten Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 außerhalb Chinas berichtet und plötzlich schwappte das Virus auch auf Europa über. Italien wurde förmlich überrollt, bereits im März vermeldete Italien mehr Corona-Todesfälle als China. Am 16. März wurde dann auch Österreich heruntergefahren. Die Schulen und Geschäfte wurden geschlossen, Kultur- und Sportveranstaltungen abgesagt. Das gesellschaftlichte Leben kam zum Erliegen. Menschen mit Mund-Nasen-Schutzmasken auf den Straßen und in den Geschäften, wie wir es nur aus Asien kannten, wurden auch im Lavanttal zur Realität.  Die Lavanttaler Bevölkerung nahm die Einschränkungen sehr diszipliniert an. Es gab nur sehr wenig Strafen wegen Verstöße gegen Corona-Vorschriften im Bezirk. Dafür schoss die Zahl der Covid-19-Infizierten im Lavanttal in die Höhe. Zählte man im Frühjahr noch zu den Bezirken mit den geringsten Corona-Infizierten in Österreich, lag das Lavanttal bei der 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner) im November und Dezember oftmals im Spitzenfeld.

Aktuell befindet sich Österreich im dritten Lockdown. Obwohl zahlreiche Geschäfte geschlossen haben, ist auf den Straßen vom Lockdown nicht viel zu spüren. Im Gegensatz dazu, waren während des ersten Lockdowns im Frühjahr die Straßen menschenleer. 

Aufgrund der wenigen Möglichkeiten, die die Menschen derzeit bedingt durch die Ausgangsbeschränkungen haben, werden seit Herbst die Berge gestürmt. An den Wochenenden sind die Parkplätze auf den Lavanttaler Bergen voll, hunderte Menschen sind unterwegs, um an der frischen Luft, ein wenig Kraft zu tanken.

Wenig Interesse herrschte im Bezirk an den Massentests, die Anfang Dezember durchgeführt wurden.  Lediglich 8.359 Bürger ließen sich testen, bei 62 Personen wurde eine Coronainfektion festgestellt. Die durchschnittliche Beteiligung an den Tests lag damit bei 17,4 Prozent.

Bürgermeister traten ab

Am 28. Feber 2021 finden in Kärnten Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen statt. Um den neuen Kandidaten einen kleines Bonus zu verschaffen, traten einige Bürgermeister im Lavanttal vorzeitig von der politischen Bühne ab.

In Wolfsberg zog sich Hans-Peter Schlagholz (SPÖ) im Juli zurück und übergab das Amt des Bürgermeisters an Hannes Primus (SPÖ). Schlagholz war seit 1974 politisch aktiv, von Juni 2011 bis Juli 2020 war er Bürgermeister der Stadt Wolfsberg.

Auch der langjährige St. Andräer Bürgermeister und ehemalige Nationalratsabgeordnete Peter Stauber (SPÖ) übergab das Bürgermeisteramt vorzeitig. Stauber war seit 1997 Bürgermeister der zweitgrößten Stadt des Lavanttals. Im Sommer 2020 folgte ihm Maria Knauder nach.

Völlig überraschend legte im Sommer auch Hermann Primus (SPÖ) nach 29 Bürgermeisterjahren 

sein Amt nieder. Ihm folgte Stefan Salzmann als neuer Lavamünder Bürgermeister nach.

Widerstand gegen Windparks

Im März wurden für den geplanten Windpark am Bärofen die UVP-Unterlagen eingereicht. Nach einem steinigen und langen Weg begann die Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Gegner des Windparks machten mobil. Es wurde eine Bürgerinitiative gegründet und Naturschutzorganisationen schalteten sich ein. Im Oktober fand schließlich die UVP-Verhandlung in Frantschach statt.

Obwohl das Ergebnis noch nicht feststeht, kündigten die Gegner des Windparks bereits weitere Schritte an. Man wolle alle rechtlichen Möglichkeiten bis zur letzten Instanz ausschöpfen, um den Windpark zu verhindern, meinte der Sprecher der Naturschutzorganisation »Alliance for Nature«. Derzeit warten alle gespannt auf den Bescheid der UVP-Behörde.

In St. Georgen auf der Steinberger Alpe ist man schon weiter. Bereits 2019 erhielt eine 19,8 Megawatt große Anlage die Genehmigung vom Land. Die Inbetriebnahme und die Eröffnung des Windparks Steinberger Alpe sind für Mitte 2022 geplant.

Die Lavanttaler Eurofighter

Die Wölfe stehen im Sechzehntelfinale der Europa League. In der Saison 2019/20, bei der Europa-League-Premiere, schied der RZ Pellets WAC nach respektablen Leistungen in der Gruppenphase aus. Diesmal hat man die Gruppenphase in der Europa League eindrucksvoll überstanden. Mit zwei Siegen über Feyenoord Rotterdam und einem Sieg und einem Remis gegen ZSKA Moskau, sowie zwei Niederlagen gegen Dinamo Zagreb schafften es die Lavanttaler als Gruppenzweiter in die nächste Runde. Dort wartet nun Tottenham Hotspur auf die Lavanttaler Eurofighter.

Auch sonst läuft es für den Bundesligisten in dieser Saison recht gut. Aktuell ist man in der Tabelle auf Platz sechs, was für das Meister-Play-Off reichen würde. Im ÖFB-Cup trifft man im Viertelfinale auf Kapfenberg.

Kampf dem Schwerverkehr

In Lavamünd wird seit Jahren darum gekämpft, den LKW-Verkehr aus dem Ort zu verbannen. Dazu fordert die Bevölkerung den Bau einer Umfahrung um den Ort. Dazu wurde auch eine Bürgerinitiative gegründet, die sich diesem Kampf verschrieben hat. Auch Demonstrationen wurden in Lavamünd abgehalten. Eine großräumige Umfahrung von Lavamünd mit Kosten von rund 45 Millionen Euro sei laut Landesverkehrsreferent Martin Gruber (ÖVP)  weder zweckmäßig noch wirtschaftlich. Das Land Kärnten werde   kleinräumigere Varianten einer Umfahrung erarbeiten, die den Ortskern von Lärm und Abgasen entlasten würden.

Auch in Frantschach-St. Gertraud kämpfte man jahrelang gegen den LKW-Durchzugsverkehr. Mitte November 2019 trat ein bis 15. Mai 2020 befristetes Fahrverbot für Lkws durch Frantschach-St. Gertraud in Kraft, ausgenommen Ziel- und Quellverkehr. Aufgrund der Coronakrise konnten keine ausreichenden Verkehrsmessungen durchgeführt werden, daher wurde das Fahrverbot um ein Jahr verlängert.

Und auch im oberen Tal sorgt der Lkw-Schwerverkehr zwischen Bad St. Leonhard und Weißkirchen für Unmut. Der Abschnitt der Obdacher Bundesstraße (B78) zwischen Bad St. Leonhard und Weißkirchen wurde von den Behörden als Teststrecke für den Lkw-Schwerverkehr freigegeben. Zuvor war die Nutzung nur für Ziel- und Quellverkehr erlaubt. Nun fürchten die Gemeinden Reichenfels und Bad St. Leonhard, sowie Obdach und Weißkirchen auf steirischer Seite, dass die Öffnung für den Transitverkehr dauerhaft aufrecht bleiben könnte.

XXXLutz eröffnet

Am 20. Oktober, war es nach rund einem Jahr Bauzeit so weit: Die ersten Stammkunden hatten Zutritt zum dreistöckigen Neubau. Die offizielle Eröffnung der XXXLutz-Filiale folgte zwei Tage später.

Der neue XXXLutz ist mit einer Gesamtfläche von 16.800 Quadratmetern fast vier Mal so groß wie die Möbelix-Filiale nebenan (4.200 Quadratmeter). Die gesamte Gebäudefläche beträgt 25.200 Quadratmeter. Den Kunden stehen insgesamt fast 250 Parkplätze zur Verfügung.

Das »modernste Möbelhaus Europas«, wie Filialleiter Siegbert Ebner den Neubau bezeichnet, hat sich bereits jetzt als wichtiger Arbeitgeber für die Region etabliert. Am Wolfsberger Standort werden 92 Mitarbeiter, zehn davon sind Lehrlinge, beschäftigt.

Bereits am 29. September eröffnete die nebenan liegende Möbelix-Filiale.

Milliardärin wird Schlossherrin

Die Klagenfurter Milliardärin Heidi Goess-Horten hat im September das Schloss Thürn bei Siegelsdorf erworben. Für Vorbesitzer Hellmut Longin war es wichtig, einen Käufer zu finden, der das Schloss schätzt und erhalten will. Mit Goess-Horten sei ihm das gelungen.

Neues Kino im Lockdown

Geplant war, das neue Kino in der Bezirkshauptstadt Anfang Juli zu eröffnen. Doch dann kam Corona. Das neue Kino »Cinemaplexx« beim Stadionbad musste den Eröffnungstermin verschieben. Am  7. August, war es dann aber so weit und die ersten Filme waren in den fünf Vorführungssälen zu sehen. Mit den Lockdowns im Herbst und Winter, war es dann mit dem Kinobetrieb in Wolfsberg aber auch schon wieder vorbei. 

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